Ein geopolitischer Bericht verweist auf Washingtons gescheiterte Versuche, Regierungen in Syrien und Venezuela abzusetzen und gewaltsam in den Nahen Osten einzugreifen.

Von Redaktion

Washingtons gescheiterte Versuche, Regierungen in Syrien und Venezuela abzusetzen, die als unerwünscht eingestuft wurden, und der Versuch, die Ukraine nach dem Sturz der dortigen rechtmäßig gewählten Regierung und dem Bürgerkrieg in Donbass an der NATO zu beteiligen, zeigen, dass die Ära der krassen militärischen Intervention des Westens in der ganzen Welt der Vergangenheit an, heißt es in einem Bericht der Diplomatischen Akademie des russischen Außenministeriums.

Man sieht laut dem Bericht „Globale Herausforderungen 2019: Update – Politik, Wirtschaft und Entwicklung“ in den Bemühungen des Westens, die Staatlichkeit Syriens und Venezuelas zu zerstören, sowie ehemalige Sowjetstaaten in die NATO zu drängen und kriminelle, terroristische Gruppen zu finanzieren eine Krise der Machtpolitik des Westens.

Ebenso müsse Washington neue interventionistische Eskapaden im Nahen Osten aufgeben, heißt es in dem Bericht. „Die Möglichkeit eines Krieges mit dem Iran wird derzeit aufgrund der Absicht von Trump, sich für eine zweite Amtszeit im Jahr 2020 zu bewerben, ausgeschlossen. Er versprach seinen Wählern, dass sich die USA nicht mehr in Kriege im Nahen Osten einmischen würden“, heißt es in dem Bericht weiter.

„Diese Krise des Genres sagt viel aus, zuallererst, dass die Epoche des offenen Einsatzes von Gewalt durch den Westen, um sich weltweit einzumischen, Geschichte wird. Es gibt weder Ressourcen noch Gründe, die für die westliche Öffentlichkeit ‚vermarktet‘ werden können – es gibt keine existenziellen Probleme, wie es in der Zeit der ideologischen konfrontation der Fall war“, heißt es in dem Papier.

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Die Studie analysierte die Entwicklungstrends in bestimmten Teilen der Welt – der euro-atlantischen Zone, dem Nahen Osten sowie Veränderungen in der Innenpolitik in westlichen Ländern und in der globalen Wirtschaftsentwicklung.

Die Autoren schließen daraus, dass die weltweite Wirtschaftskrise noch andauert und der Ausweg höchstwahrscheinlich von erheblichen sozioökonomischen Veränderungen aufgrund einer vierten industriellen Revolution und einer wachsenden Opposition gegen die Globalisierung durch Bestrebungen nach größerer nationaler Souveränität begleitet sein wird, das durch den Aufstieg von Trump und Brexit gesehen werden konnte.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Veränderungen auf der ganzen Welt sei die Entstehung neuer Machtzentren und die Entwicklung einer polyzentrischen globalen Weltordnung, betonte die Studie. Der Westen selbst wird sich dieser Verschiebungen immer bewusster, wenn auch mit Schwierigkeiten. „Sogar die Regierungen der führenden westlichen Länder, zum Beispiel Emmanuel Macron, erkennen öffentlich das Ende der Hegemonie des Westens an und betonten, dass es notwendig ist, sich so schnell wie möglich auf ein qualitativ neues globales Umfeld einzustellen, auch in Bezug auf den geopolitischen Kontext“, heißt es in dem Bericht.

„Die Forderung nach einer solchen Überprüfung ist das logische Ergebnis direkter Fehler, die der Westen selbst begangen hat, als er seine Außenpolitik mit Methoden durchführte, die den Erfordernissen und Herausforderungen der Moderne hinterherhinken“, schloss er.

Der Rektor der Diplomatischen Akademie des Außenministeriums Russlands, Alexander Jakowenko, fungierte als Forschungsleiter für diesen Bericht.

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