Vorschlag: Polen bekommt Reparationen – und Deutschland die Ostgebiete zurück

In jüngster Zeit erfolgen aus Polen immer wieder Forderungen nach Reparationen bezüglich des Zweiten Weltkriegs gegenüber Deutschland. Hier ein Vorschlag.

Von Michael Steiner

Wer hat nicht schon davon gehört oder gelesen, dass die Polen inzwischen wieder einmal voll auf die Reparationstaste drücken. Forderungen in hoher dreistelliger Milliardensumme werden hierfür immer wieder genannt, welche die Deutschen gefälligst als Wiedergutmachung für die Verwüstungen während des Zweiten Weltkriegs bezahlen sollen.

Nun gut, dann kann man aber auch über den Landraub sprechen, der im Zuge der Wiedervereinigung zwischen der BRD und der DDR und den „Zwei-plus-Vier“-Verhandlungen stattfand. Denn jene Polen zugeschlagenen Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie (sowie Stettin) hätten eigentlich gar nicht einfach so weggegeben werden dürfen. Die Alliierten haben diese Teile Deutschlands nach der Niederlage des Deutschen Reichs einfach so den Polen „zur Verwaltung“ übertragen. Mit der Folge, dass unzählige Deutsche ihre Heimat verlassen mussten.

Grafik via Wikimedia, CC BY-SA 2.0 (kein Urheber angegeben)

Nur weil sich die UdSSR damals Teile Ostpolens unter den Nagel riss – was ebenso ein Unrecht war – heißt dies noch lange nicht, dass dies mit einem anderen Unrecht auffangen darf. Noch im Jahr 1949 schrieb Marion Gräfin Dönhoff in der „Zeit“ unter der Überschrift „Polen annektiert Ostdeutschland“:

Mit einem von niemand in der Welt beachtetet Federstrich hat sich Polen also unter dem Protektorat, Stalins, der schon im Oktober 1946 erklärt hatte „die Sowjetregierung betrachtet die Westgrenze Polens als endgültig“, ein Viertel des alten deutschen Reichsgebietes angeeignet.

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Und weiter:

Die westlichen Alliierten Stalins haben von der eigenmächtigen Handlungsweise der polnischen Satelliten keine Notiz genommen, obgleich diese mit einer verwaltungsmäßigen Verfügung – ein Gebiet annektiert haben, das ihnen nur zur einstweiligen treuhänderischen Verwaltung übertragen werden war. Wie lauteten doch die Vereinbarungen? Im Schlußprotokoll der Konferenz von Jalta wurde erstmalig bestimmt: „Die endgültige Festsetzung der polnischen Westgrenze wird der Friedenskonferenz überlassen.“

Auch der „Spiegel“ war im Jahr 1959 diesbezüglich eindeutig. Denn Charles de Gaulle (F) und Dwight D. Eisenhower (USA) hatten die Ostgebiete eigenmächtig Polen und der UdSSR übertragen – offiziell, um das gespannte Verhältnis zu Polen zu entspannen. So hieß es im Magazin damals:

Die Bundesregierung war in eine dumme Lage geraten: Entweder sie beharrte darauf, daß eine Wiedervereinigung die deutschen Ostgebiete mit umfassen müsse – dann setzte sie sich in Widerspruch zu ihren Schutzmächten. Oder sie teilte de Gaulles und Eisenhowers Ansicht dann waren unübersehbare innenpolitische Schwierigkeiten zu erwarten, und Bundeskanzler Konrad Adenauer hätte befürchten müssen, als Verzichtpolitiker gebrandmarkt zu werden.

Denn: Die Alliierten wollten Polen dafür entschädigen, dass es Gebiete im Osten an die UdSSR abtreten musste. In der „Spiegel“-Analyse dazu hieß es:

Die Westalliierten, besonders England, dachten freilich an ein nichtkommunistisches Polen als Pufferstaat vor der Sowjet-Union, das durch Übernahme wertvoller deutscher Gebiete stark und lebensfähig gemacht werden sollte. Als sie sahen, daß Polen ein sowjetischer Satellit werden würde, war die Oder-Neiße-Grenze schon eine politische Realität, die ohne Krieg nicht zu ändern war.

Quer durch die Bank war von Anfang an klar, dass die Übertragung der deutschen Ostgebiete völkerrechtswidrig war und ist. Das heißt aber auch: wenn Polen tatsächlich Reparationen von Deutschland haben will, dann muss auch die Frage nach den deutschen Ostgebieten gestellt werden. Sollen sie doch ihre 800 Milliarden Euro (16 Milliarden jährlich für 50 Jahre) erhalten, wenn Deutschland dafür die geraubten Gebiete zurückerhält.

Wäre das ein Deal, Warschau?

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4 Kommentare

  1. Danke, Herr Steiner für diese gänzlich „populistische“ Sichtweise. Bei der zutagetretenden Unverfrorenheit einer gewissen Seite angemessen.
    Einige Kleinigkeiten wurden jedoch vergessen.
    Polen verübte Massaker gegen Minderheiten trotz Schutzgarantien (vor dem 1. September 1939, völkerrechtswidrig), was in die Gegenrechnung mit einflissen sollte.
    Eine Art Mietpreis für die verwalteten Gebiete wäre denkbar. (Flucht, Vertreibung, Enteignung!)
    Zerrstörungen durch die Wehrmacht sind evtl. mit denen der polnischen Armee etc. bei der „Befreiung“ zu verrechnen.
    Eine Art Strafsteuer für die in der DDR nicht erfolgte Publizierung der völkerrechtlichen Situation der Verwaltung der Ostgebiete ist denkbar…. (da in der nicht erfolgten „Diskussion“ zum massiven polnischen Vorteil!)
    Analoge Berechnungen sollte Russland anstellen, für die in den Jahren nach 1920 okkupierten sowjetischen Gebiete, dito die Massaker an Sowjetbürgern.
    Das zur Ergänzung Ihres Deals……
    Churchill war gewiss kein netter Mensch, und sein Hass ggü. den Deutschen ist ja belegt, wenn auch zum Vorteil der Sieger vernachlässigt. Recht hat er allerdings bzgl. des diplomatischen „Geschickes“ der Polen.

    1. Nicht zu vergessen, die Kostenerstattung für die Ausbeutung der Bodenschätze und eine pauschale Erstattung für die Nutzung der Strände und Wälder für den Tourismus.

      Summa summarum würde Deutschland die Ostgebiete zurückerhalten und die Polen hätten noch einen Ausgleich zu zahlen. Bei einer angemessenen Verzinsung kann man diesen zeitlich leicht strecken.

  2. Die BRD ist nicht der Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches und hat somit keinen Krieg gegen Polen geführt und kein Land an Polen verloren.
    Eine Verantwortung für den Krieg und verlorenes Land hat nur das Deutsche Reich, dass nach heutiger staatlicher Rechtsprechung nicht untergegangen ist sondern in gleicher Weise wie die BRD weiter besteht. Jedoch verfügt das Deutsche Reich heute über keine Repräsentanz mehr und auch zukünftig ist dies wohl nicht zu erwarten. Damit dürften sich beide Themen erledigt haben.

  3. Der britische Botschafter Sir Neville Henderson am 16.8.1939 : “ Wenn ein Waffenstillstand bewahrt werden soll – und dies ist die letzte Hoffnung – dann muss die Mißhandlung der deutschen Minderheit in Polen beendet werden.“ (documents of foreign policy 1919 – 1939, Vol.IV. Doc. 37 ) Der polnische Botschafter in London, Jerzy Potocki, am 12.01.1939 in seinen Memoiren „In Allied London“ auf Seite 51 – „………dem Krieg in vollem Bewußtsein zustreben……“

    Meine Altvorderen ( aus Ostpreußen) konnten im Sommer 1939, also noch vor dem angeblichen „Überfall“ in Elbling mit ansehen, wie die dortigen Turnhallen mit Flüchtlingen aus dem Korridorgebiet überfüllt gewesen waren.

    Im Frühsommer 1939 , zur zeit der polnischen Mobilmachung ( !!!!!!!! ) erklärte der polnische Generalinspekteur vor pol. Offizieren . „Polen will diesen Krieg mit Deutschland und Deutschland wird ihn nicht vermeiden können, selbst wenn es das wollte. “ – und ordnete am 30.8.1939 die Generalmobilmachung an.

    Wie fragwürdig sich doch „Überfallene“ verhalten bzw. äußern können.

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