UN-Bericht: Kriegsverbrechen in Syrien

Die US-Kriegskoalition soll laut einem UN-Bericht zu Kriegsverbrechen in Syrien keine Rücksicht auf Zivilisten genommen haben.

Von Redaktion

Ein neuer Bericht der Ermittler der Vereinten Nationen vom Mittwoch besagt, dass US-Streitkräfte möglicherweise Kriegsverbrechen in Syrien begangen haben.

Der von der unabhängigen internationalen Untersuchungskommission für die Arabische Republik Syrien veröffentlichte Bericht beschreibt, wie der achtjährige Konflikt „Zivilisten, die die Hauptlast der Feindseligkeiten tragen, weiterhin quält“, während Operationen der von den USA geführten internationalen Koalition, Militanten, und die von Russland unterstützten regierungsnahen Kräfte wichtige Infrastrukturen vernichtet, Zivilisten getötet, verstümmelt und entwurzelt und Gemeinden „fast vollständig zerstört“ haben.

Die Mächte, die die Kriegsparteien unterstützen, tragen laut Bericht „eine gemeinsame Verantwortung für die Verbrechen an Millionen syrischer Frauen, Männer und Kinder“.

Die Ergebnisse der Kommission basieren auf Untersuchungen, die von Januar bis Juli dieses Jahres durchgeführt wurden, einschließlich Satellitenbildern, Interviews und medizinischen Aufzeichnungen.

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Zu den konkreten Maßnahmen, die in dem Bericht geprüft wurden, gehörte die Operation Al-Jazeera Storm in Hajin, die von den syrischen Demokratischen Kräften (SDF) und der internationalen Koalition durchgeführt wurde. Ein Angriff in der Operation zielte auf ein Wohngebäude und tötete 16 Zivilisten, von denen die meisten jünger als 5 Jahre als waren. Die Kommission sagte, ihre Untersuchung habe keine Beweise für eine IS-Präsenz oder ein militärisches Ziel in der Region ergeben. Aus dem Bericht:

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x Die in Bezug auf diesen Vorfall erhaltenen Beweise zeigten, dass die internationalen Koalitionstruppen nicht die notwendigen Vorkehrungen getroffen hatten, um eine angemessene Unterscheidung zwischen militärischen Zielen und Zivilisten zu erreichen. Die Kommission ist der Auffassung, dass Grund zu der Annahme besteht, dass die internationalen Koalitionsstreitkräfte ihre Angriffe möglicherweise nicht auf ein bestimmtes militärisches Ziel gerichtet oder dies nicht mit der erforderlichen Vorsichtsmaßnahme getan haben. Das Starten wahlloser Angriffe, die zum Tod oder zur Verletzung von Zivilisten führen, ist in Fällen, in denen solche Angriffe rücksichtslos durchgeführt werden, ein Kriegsverbrechen.

Aktionen von Terroristengruppen und regierungsnahen Kräften wurden ebenfalls als mögliche Kriegsverbrechen identifiziert. „Die Kommission ist der Ansicht, dass Grund zu der Annahme besteht, dass Mitglieder der bewaffneten Gruppen in Afrin weiterhin Kriegsverbrechen begangen haben, die auf Geiselnahme, grausame Behandlung, Folter und Plünderung zurückzuführen sind“, heißt es in dem Bericht.

In dem Dokument werden Beweise dafür angeführt, dass regierungsnahe Kräfte Streubomben in einem Wohngebiet im Süden von Idlib eingesetzt haben. Es heißt auch, dass regierungsnahe Streitkräfte Luftangriffe auf mindestens drei Krankenhäuser in Idlib unternommen haben. Das „Angriffsmuster deutet stark darauf hin, dass die Regierungstruppen systematisch auf medizinische Einrichtungen abzielen“, heißt es in dem Bericht. „Solche Angriffe können ein Kriegsverbrechen darstellen, indem absichtlich geschützte Objekte und vorsätzlich medizinisches Personal angegriffen wird.“

Der Bericht enthielt auch eine Reihe von Empfehlungen, unter anderem für die syrische Regierung, den bedingungslosen Zugang zu medizinischer und humanitärer Hilfe sicherzustellen und den Schutz der Beschäftigten im Gesundheitswesen zu gewährleisten. Das UN-Gremium forderte die von den USA geführte Koalition außerdem nachdrücklich auf, den Schutz zu verstärken, um zivile Opfer zu vermeiden und transparente Nachuntersuchungen durchzuführen.

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Gruppen wie Amnesty International und Human Rights Watch haben zuvor auf die anhaltende Zahl der syrischen Zivilisten hingewiesen, die von der von den USA geführten Koalition getötet wurden. In ihrem detaillierten Exposé zur von den USA geführten Bombenkampagne von Raqqa 2017 haben Amnesty und die Transparenzgruppe Airwars die Stimmen einiger Syrer eingefangen, die die tödlichen Angriffe überstanden haben.

„Die Granaten schlugen nacheinander ein“, sagte Ahmad, ein Bewohner von Raqqas Stadtteil Darai’ya. „Es war unbeschreiblich, es war wie das Ende der Welt – der Lärm, die Leute schreien. Wenn ich 100 Jahre lebe, werde ich dieses Gemetzel nicht vergessen.“

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Ein Kommentar

  1. Die UN….. ich lach mich schlapp…. von wem wurde dieser sinnlose Verein gegründet?!
    Das ist nur Futter für die Presse, damit die schlecht informierten weiter an die UN glauben….

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