Vor zwei Jahren fragte ich: „Wird Russland den Westen verlassen?“ Das größte Territorialland der Welt, das sich von seiner europäischen Großstadt St. Petersburg bis zu seinen riesigen fernöstlichen Territorien und seiner langen Grenze zu China ausbreitet, kann natürlich geografisch den Westen nicht verlassen.

Via The Unz Review

Politisch, wirtschaftlich und strategisch ist diese jedoch möglich. Wo Russland hingehört, wo es seine Identität, Sicherheit und Zukunft suchen sollte – im Osten oder im Westen -, hat es die politischen Entscheidungsträger und die intellektuellen Eliten des Landes jahrhundertelang gespalten.

In unserer Zeit, wie ich auch vor zwei Jahren betonte, würde ein Russland, das aus dem Westen vertrieben oder vertrieben wurde, wahrscheinlich „ein Russland“ bedeuten – mit seinen riesigen Territorien, den immensen natürlichen Ressourcen, den erstklassigen Wissenschaften, der gewaltigen Militär- und Atommacht und dem Veto des UN-Sicherheitsrates – fest mit allen anderen aufstrebenden Mächten verbündet, die nicht Teil der westlichen US-NATO-Weltordnung sind und sich ihr sogar widersetzen.

Und natürlich würde es Russland immer weiter von den liberalisierenden Einflüssen des Westens in Richtung seiner autoritäreren Traditionen entfernen. Aus diesem Grund ist die von Präsident Trump (und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron) ausgelöste Kontroverse um die Wiederaufnahme Russlands in die G7/8, aus der es im Jahr 2014 wegen seiner „Annexion“ der Krim ausgeschlossen wurde, so wichtig.

Angeblich ist die (jetzt) ​​G7 der Elite-Club der prosperierend funktionierenden Demokratien. In Wirklichkeit war Russland unter Präsident Boris Jelzin bei seiner Aufnahme im Jahr 1997 keines von beiden. Die Entscheidung war politisch, um Moskau zu versichern, dass Russland im Westen willkommen und in der Tat ein Teil davon ist, möglicherweise einschließlich seiner Sicherheitsvorkehrungen.

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Die Vertreibung Russlands sandte die gegenteilige Botschaft, ebenso wie die Verschiebung des metaphorischen „Eisernen Vorhangs“ von Berlin an die russische Grenze durch eine Vielzahl anderer Ausschlüsse und Sanktionen. Und wie vor allem die Ausweitung der NATO bis an die Grenzen Russlands, die äußerst unkluge Politik, die Präsident Bill Clinton begonnen und unter Präsident Obama fortgesetzt hatte.

Das Ergebnis waren bereits zwei Kriege in Georgien im Jahr 2008 und der anhaltende Konflikt in der Ukraine sowie ein so enges und weitreichendes russisch-chinesisches Verhältnis, dass die derzeitigen Führer sich gegenseitig als „beste Freunde“ bezeichnen. (Nachdem Putin im Jahr 2000 als pro-westlicher Modernisierer an die Macht gekommen ist, sollte jedem fairen Beobachter klar sein, wie er auf diese Entwicklungen reagiert.)

Hinter diesen Washingtoner Torheiten stand die Idee, die auch von Präsident Obama vertreten wurde und im sanktionswilligen US-Kongress anscheinend immer noch weit verbreitet ist, dass Russland in Weltangelegenheiten „isoliert“ sein könnte und sollte. Es genügt darauf hinzuweisen, dass heute gesagt wird, dass die Vereinigten Staaten in den internationalen Beziehungen isoliert sind. Russlands scheinbar unermüdlicher Außenminister, Sergej Lawrow, mag diplomatisch mehr beschäftigt sein als jeder seiner Amtskollegen auf der ganzen Welt – sicherlich unter den Großmächten.

Wenig, wenn überhaupt, scheint dies vom Establishment der US-politischen Medien verstanden zu werden. Erstaunlicherweise, wenn auch vielleicht wiederum nicht, waren die amerikanisch-russischen Beziehungen, die nach wie vor die wichtigste bilaterale Beziehung Washingtons ist, nicht nur wegen ihrer nuklearen Arsenale, in den jüngsten demokratischen Präsidentschaftsdebatten, kein Thema.

Wir können daher nur raten, ob einer der vorgestellten Kandidaten als Präsident versuchen würde, die Abwanderung Russlands vom Westen umzukehren – die eine Kandidatin, die sagte, dass sie dies tun würde, Tulsi Gabbard, wurde von den Debatten vorsorglich ausgeschlossen.

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One thought on “Soll Russland aus dem Westen vertrieben werden?”

  1. Man muß kein Prophet sein um voraus sehen zu können, daß mit der wirtschaftlichen Stärke der Anrainerstaaten in Asien die Besitztümer der Russen durchaus gefährdet sein können, denn diese gewaltigen Flächen im Asiatischen Raum wären im Ernstfall auf Dauer kaum zu verteidigen oder wären dannach völlig unbrauchbar und Rußland wäre aufgrund seiner langen Verbindungen gut beraten, sich weiterhin auf Europa zu konzentrieren, denn diese Flanke könnte ihnen irgendwann mal nützlich sein, wenn die hiesigen nicht so dämlich wären um es im gleichen Sinne zu sehen, denn in Asien prallen Welten auf sie ein, die schlecht kompatibel sind, mal ganz von dem abgesehen, wie diese fernöstlichen Besitztümer unter der Zahrenzeit zustande kamen und darauf könnten sich ihre Gegner auch einmal beziehen, zumindest als Argument um eventuelle Landgelüste zu begründen.

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