Wladimir Schirinowski (LDPR), Bild: Alchetron

Wladimir Schirinovski ist der beliebteste russische Politiker der westlichen Medien. Er ist bekannt für seine vielen ausgesprochenen Meinungen.

Via Russia-Insider

Im Zusammenhang mit der folgenden Geschichte ist es interessant festzustellen, dass sich Schirinowski am Institut für Orientalistik der Moskauer Staatlichen Universität auf türkische Sprache und Literatur spezialisiert.

Lesen sie ein Transkript der rusischen TV-Sendung „Vesti-News“:

Herr Schirinovski, mir scheint, Sie haben vor etwa einem Jahr gesagt, die Türkei würde die NATO verlassen, und wir müssten sie zur SCO einladen. Es scheint, dass Sie recht hatten.

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Wladimir Schirinovski, Vorsitzender der LDPR-Partei:

Das habe ich schon vor vielen Jahren vorgeschlagen. Unsere Zusammenarbeit hat sich jedoch in den letzten drei Jahren nach dem Konflikt in Syrien verbessert. Unsere Zusammenarbeit ist für beide Seiten von Vorteil. Während der Revolution, als die Weißen das Ausland um Asyl baten, lehnten sie alle ab, mit Ausnahme der Türkei. Und die Türkei akzeptierte unsere Weiße Armee, obwohl wir im Ersten Weltkrieg Feinde waren. Die Zusammenarbeit besteht also seit langem. Dann, als Kemal Atatürk sein Amt antrat, leisteten wir Hilfe, unterzeichneten einen Vertrag, lieferten Waffen, gaben vor 100 Jahren Geld, Gold. Unsere Offiziere gingen dorthin. Die Zusammenarbeit hat also längst begonnen.

Ich habe mich mit Präsident Gül getroffen. Ich traf mich zweimal mit Präsident Erdogan und führte ein persönliches Gespräch mit ihm. Und er sagte mir, dass die Türkei die NATO verlassen könnte und dass er dazu bereit ist. Das wäre ein furchtbarer Schlag für die NATO, da die Türkei die Südflanke der NATO schützt. Ohne die Türkei …

Herr Schirinovski, ich hasse es, Sie zu unterbrechen, aber hat er das wirklich gesagt? Dass die Türkei bereit ist, die NATO zu verlassen?

Ja.

Erdogan?

Er hat mich empfangen, es war ein persönliches Gespräch. Er hat einen prächtigen neuen Palast, wie ein Sultan. Dann wurde ich zu seiner Amtseinführung nach seiner letzten Wiederwahl eingeladen. Also sagte er mir das persönlich. Eigentlich konnte ich sein Türkisch verstehen, aber wir hatten einen Dolmetscher. Er wollte nicht nur die NATO in Kürze verlassen, sondern auch der SCO beitreten. Ich bin mir sicher, dass…

Herr Schirinovski, enthüllen Sie jetzt kein Staatsgeheimnis?

Es ist kein Geheimnis. Die Türkei hat über 30 Jahre auf die Aufnahme in die EU gewartet. Sie wollte der EU beitreten. Aber es ist nicht zugelassen worden. Man stellt jedes Mal neue Anforderungen, die erfüllt werden müssen und um wieder nicht zugelassen zu werden, obwohl die Türkei eines der ersten Länder war, die der NATO beigetreten sind. Sie brauchen türkische Soldaten, einen Fleischschild. Aber wie das Sprichwort sagt …

Sie brauchen Incirlik! Und es gibt auch eine Radarstation.

Ja. Es geht also nicht nur darum, die NATO zu verlassen. Es geht auch um die Nutzung der besten Luftwaffenstützpunkte der Türkei. Jetzt ist es Incirlik mit der NATO und amerikanischen Flugzeugen und Ausbildern. Aber die Türkei kann das Abkommen aufheben. Wir werden den stärksten Luftwaffenstützpunkt im Nahen Osten bekommen. Vielleicht ein Marinestützpunkt und ein Bodenstützpunkt. So können wir eine sehr starke Verteidigungszusammenarbeit entwickeln. Erdogan interessiert sich dafür, er will die S-400 oder die S-500 produzieren. Wir liefern Panzer und Flugzeuge.

Er ist bereit, den Rubel zu erkennen. Der Rubel könnte ebenso wie die Lira im türkischen Umlauf sein.

Mir-Karten werden in der Türkei akzeptiert.

Ja, sind Sie. Die Türkei ist bereit, unsere Bürger nur mit russischen Pässen einzulassen. Russen brauchen keinen ausländischen Pass. In Zukunft könnten die Beziehungen Russland-Türkei besser sein als die Beziehungen Russland-Weissrussland, Russland-Georgien, Russland-Kirgisistan und viele andere.

Vielleicht haben wir nur gute Beziehungen zu allen? 

Vielen Dank! Ich frage mich, wie wir es geschafft haben, die Amerikaner zu überlisten. Das war Herr Schirinovski.

Musik in meinen Ohren!

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4 KOMMENTARE

  1. Klingt super, würde ich auf jedenfall befürworten.

    Das geht aber auch nur solange Erdogan noch an der Macht ist, die anderen türkischen Parteien sind Ami-Sklaven.

  2. Wäre eigentlich eine logische Folgerung der türkischen Politik in den vergangenen drei bis fünf Jahren. Nur, auf Erdogan scheint kein grosser Verlass zu sein. Er sagt viel, bis der Tag lang ist, und macht auch nach Guster das Gegenteil von dem, was er ankündigte oder mit den Russen vereinbarte. Tatsache ist, dass er die Türkei abgewirtschaftet hat und mit USrael auf Kriegsfuss steht. Nun ist er darauf angewiesen, mit den wirtschaftlich aufstrebenden Russen für die Türkei vorteilhafte Verträge abzuschliessen, damit die Türkei wieder auf die Beine kommt und einen starken Partner im Rücken hat. Da muss man sich schon fragen, was die Türkei eigentlich noch in der NATO verloren hat.

    Es wird nicht ganz einfach sein, die NATO leichten Fusses zu verlassen. Darauf müssten die US-Stützpunkte in der Türkei rassig verschwinden. Werden die USraeli das machen? Die Gesetze interessieren die USraeli in so einer Situation überhaupt nicht, das haben sie schon zu oft der ganzen Welt veranschaulicht. Da zeigen sie dann definitiv, wes Geistes Kind sie sind und welche diktatorischen Machenschaften sie auf ein Land auszuüben bereit sind. Die Türkei weiss dann sicher, dass Russland ihr schützender Nachbar ist, aber die Situation wird brenzlig. Eurasien, Ostasien und Teile des Nahen Ostens gegen den Westen, der mental zunehmend uneiniger wird! Das Ganze sieht nicht gut aus. Bleibt zu hoffen, dass Kriegsausbrüche vermieden werden.

  3. Wladimir Schirinowski ist ein Poltergeist und vergreift sich auch schon mal im Ton. Wenn man das alles weglässt und zum Kern seiner Aussagen vorstößt, dann muss man ihm zugestehen, dass er recht geradlinig ist und in vielen Fragen recht hat.

    Hinsichtlich der Türkei und der türkischen „Seele“ hat er viel Sachverstand. Die Türkei ist in einem Findungsprozess. Von Europa, konkret der EU, wurde sie verstoßen. Eine neue Achse, frei von NATO-Einflüssen, könnte wirkliche Stabilität in diese Region bringen und die altbekannten Globalisten wirkungsvoll in die Schranken verweisen.

    Ich begrüße jeden Schritt in diese Richtung, auch im Interesse der anderen Staaten dieser Region, die davon profitieren würden.

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