Rouhani: „Wo auch immer Amerika hinging, breitete sich der Terrorismus aus“

Der iranische Präsident übt scharfe Kritik an den Vereinigten Staaten. Die USA seien für die Ausbreitung von Terrorismus verantwortlich.

Von Marco Maier

Laut dem iranischen Präsidenten Hasan Rouhani sind die Vereinigten Staaten der Haupttreiber des Terrorismus im Nahen Osten.

So kommentiert „The Hill„:

Rouhanis Kommentare in einem Interview mit Fox News kamen als Reaktion auf die Kritik von Präsident Trump am Iran während einer Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York.

„Heute ist Amerika leider der Befürworter des Terrorismus in unserer Region, und wo immer Amerika hingegangen ist, hat sich der Terrorismus im Gefolge ausgeweitet“, sagte Rouhani gegenüber Chris Wallace von Fox News.

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Der iranische Führer sagte, er sei „erstaunt über die Interpretationen von Herrn Trump gegenüber dem Terrorismus“ und verwies auf US-amerikanische Aktionen in Syrien als Beispiel für das, was er als Terrorismus im Nahen Osten bezeichnete.

„Das Land, das anwesend ist und ohne Erlaubnis der Regierung über den Luftraum des Landes Syrien fliegt und den Boden bombardiert, sind die Vereinigten Staaten von Amerika“, erklärte Rouhani gegenüber Wallace.

Wenn man bedenkt, wie die Amerikaner im Nahen Osten und dem ganzen Umland vorgehen, darf man sich auch nicht wundern. Selbst wenn das Ziel von Drohnen- oder regulären Luftangriffen tatsächliche Terroristen sind, so sterben bei solchen Attacken immer wieder auch unschuldige Menschen. Menschen, die zuvor vielleicht keine großen Freunde der USA oder des Westens waren, aber deren Familien und Freunde infolge der Ermordung durch die US-Raketen und -Bomben zu deren Feinden wurden.

Und dann ist da noch die Uranmunition, die beispielsweise exzessiv bei der Eroberung des Iraks eingesetzt wurde. Insgesamt rund 944.000 Stück sogenannter DU-Munition (depleted uranium, abgereichertes Uran) haben die Amerikaner während des Golfkriegs 2003 in Kuwait und dem Irak verschossen. Das sind rund 2 Millionen Kilogramm oder 2.000 Tonnen. Und das Resultat? Unzählige missgebildete Kinder aufgrund der radioaktiven Verseuchung großflächiger Gebiete. Glaubt jemand wirklich daran, dass dies zu mehr Freundschaft gegenüber den Amerikanern führt?

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Dann gibt es noch die unzähligen Waffenlieferungen an sogenannte „moderate Rebellen“ zum Beispiel in Syrien, die sich bei genauerer Betrachtung jedoch als dschihadistische Folter- und Mordmilizen herausstellen. Selbst der „Islamische Staat“ soll schon Ziel amerikanischer Waffenlieferungen gewesen sein, als dieser gegen die syrischen Regierungstruppen voranmarschierte.

Auch historisch gibt es genügend Beispiele. Wie wäre es mit der Unterstützung der Mudschaheddin in Afghanistan im Kampf gegen die Sowjettruppen? Auch ein Osama bin Laden wurde damals fleißig unterstützt, genauso wie die Vorläufer der Taliban. Das war ein zusammen mit den Saudis unterstütztes Islamistennetzwerk, welches heute trotz westlicher Invasion weite Teile Afghanistans kontrolliert.

Wirklich Unrecht hat Rouhani mit seinen Anschuldigungen gegenüber den Vereinigten Staaten nicht. Im Gegenteil: ohne den andauernden Support für islamistisch-dschihadistische Regimes, die ihrerseits extremistische Gruppierungen unterstützen, sähe der Nahe Osten heute vielleicht ganz anders aus.

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