Sebastian Kurz - Bild: Flickr / Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres CC BY 2.0

Österreich hat einen neuen Nationalrat gewählt. Kurz kann auch mit den Grünen koalieren. Die FPÖ zerbröselt und die SPÖ liegt auf Rekordtief.

Von Marco Maier

Die vorgezogene Nationalratswahl 2019 ist geschlagen, die Stimmen sind weitestgehend ausgezählt und das Ergebnis deutlich: die ÖVP geht gestärkt ins Feld und landet mit (Sora-Hochrechnung inkl. Briefwahlprognose mit 0,7 Prozentpunkten Schwankungsbreite) 37,1 Prozent (+5,7) auf dem ersten Platz. Damit kann sich Parteichef Kurz gleich drei Koalitionspartner aussuchen.

Denn mit 21,7 Prozent (-5,1) landet die SPÖ von Pamela Rendi-Wagner zwar auf dem zweiten Platz, was einen Negativrekord für die Sozialdemokraten bedeutet, doch zusammen könnten die beiden erneut – und zwar mit starker türkiser Federführung – koalieren. Eine Koalition, die zwar nicht mehr beliebt ist, doch als weitestgehend stabil gilt.

Auch mit der durch die jüngsten Skandale pulverisierten FPÖ könnte die ÖVP koalieren. Diese fiel um 9,9 Punkte auf nur mehr 16,1 Prozent der Stimmen, was gerade noch für den dritten Platz reicht. Parteichef Norbert Hofer teilte allerdings mit, dass er angesichts dieses Ergebnisses keinen Regierungsauftrag mehr für die Freiheitlichen sieht und den Gang in die Opposition anstrebt.

Die zuletzt aus dem Nationalrat geflogenen Grünen haben allen Grund zu jubeln: 14,0 Prozent der Stimmen (+10,2) sieht die Hochrechnung für die Ökopartei vor, was theoretisch ebenfalls für die Rolle als Minderheitspartner in einer von Sebastian Kurz geführten Koalition ausreicht. Doch sowohl bei der linksgerichteten Partei (die zumindest auf Länderebene schon Koalitionen mit der ÖVP einging) als auch in Teilen der ÖVP hat man ähnlich wie schon bei der Koalition mit der FPÖ Bedenken diesbezüglich.

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Auch die liberalen NEOS können zulegen. Mit 7,8 Prozent (+2,5) schaffen sie ein Rekordergebnis. Doch für eine Zweierkoalition mit der ÖVP reicht es nicht. Auch wenn dies wohl die absolute Wunschkoalition vieler ÖVPler sein dürfte.

Die Liste JETZT (früher PILZ) schaffte es mit 2,0 Prozent (-2,4) nicht mehr über die Vier-Prozent-Hürde und bleibt erwartungsgemäß draußen. Auch für die KPÖ (0,7 Prozent), den WANDL (0,4 Prozent) und sonstige Parteien (0,2 Prozent) reicht es nicht für einen Einzug.

Bei den Mandaten sieht es derzeit so aus: ÖVP 71 (+9), SPÖ 41 (-11), FPÖ 30 (-21), Grüne 26 (+26), NEOS 15 (+5). Für eine absolute Mehrheit sind 92 der 181 Abgeordneten nötig.

Und die politische Landkarte Österreichs? In jedem Bundesland wurde die ÖVP stärkste politische Kraft, lediglich in Wien konnte sich die SPÖ behaupten. Auf Bezirksebene konnten die Sozialdemokraten lediglich noch in Oberösterreich drei Bezirke gewinnen, während die Grünen sogar in Wien noch einige Bezirke erobern konnten.

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2 KOMMENTARE

  1. Die deutliche Mehrheit krallt ihre speckigen Finger noch einmal in die Torte, als würde es damit für ihr Schlaraffenland Dasein kein Ende geben.
    Schauen wir mal, was die Großwetterlage bis nächstes Jahr zum selben Datum hergibt.

  2. Glaube eher an eine Alleinregierung. Warum sonst hätte man diese Show abziehen müssen. Nur, kommt dann vielleicht bald wieder eine Wahl oder vielleicht ein König. Weiß man schon wann. Ist alles geplant und die Weltleiter wissen sicher schon Bescheid. PR und XXX werden das schon bestens organisieren.

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