Irans Revolutionsgarde. Bild: Press TV

Es besteht faktisch kein Zweifel, dass der Iran den Machtkampf am Persischen Golf gewonnen hat. Die nachfolgende aufschlussreiche und sehr umfassende Analyse verdeutlicht dies eindrücklich.

Der wichtigste historische Meilenstein war nicht der schwere Schaden an den saudischen Ölanlagen während der Angriffe am 14. September 2019. Es war vielmehr eine ruhige Ashura-Zeremonie, die am 11. September 2019 im Imam Khomenei Hussainia in Teheran abgehalten wurde. Ayatollah Sayyed Ali Khamenei leitete die Trauerzeremonie für die Märtyrer der Tragödie von Karbala am Tag von Ashura. Zu Khameneis Linker, der auf Kissen auf dem Boden saß, befand sich Hojjat al-Islam Sayyed Muqtada al-Sadr, der schiitisch-irakische Führer, der als „nationalistisch“ bekannt und weit davon entfernt ist, Teherans Schützling zu sein, und dann al-Qods Force Commander Generalmajor Qassem Soleimani und der Kommandeur des Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC), Generalmajor Hossein Salami.

Bezeichnenderweise war es Soleimani, der Sadr einlud, seinen Besuch organisierte und Khamenei überzeugte, ihm die Ehre zu geben. Während des Treffens führte Khamenei lebhafte Diskussionen mit den dreien und zeigte ihnen weitaus mehr Aufmerksamkeit als allen anderen anwesenden Würdenträgern. Bezeichnenderweise nahm der iranische President Hasan Rouhani nicht an der Zeremonie teil.

Ayatollah Seyyed Ali Khamenei. Bild: akkasemosalman.ir CC BY

Die Pro-Khamenei-Zeitung Kayhan betonte die Bedeutung von Sadrs Anwesenheit und nannte das Ereignis „die Rückkehr des Verlorenen!“. Die wahre Bedeutung von Sadrs Anwesenheit liegt in der Widerspiegelung der neuen Beziehung zwischen Teheran und Karbala (die wichtiger ist als Bagdad).

„Die Nachricht war laut und klar. … Das bedeutet, dass beide Nachbarn identische Ansichten über Frieden, Sicherheit, Stabilität und Unabhängigkeit der gesamten Region teilen, die von allen Spuren des Terrorismus einschließlich der illegalen Anwesenheit von CENTCOM-Terroristen befreit werden sollte.“ Besonderes Augenmerk sollte zu Sadrs eigener Rolle gelegt, erklärte Kayhan. „Sadr, den die westlichen und arabischen Medien als verschwenderisch dargestellt hatten und bereit dazu sei, die Unabhängigkeit des Irak zu opfern, indem er sich von seinen Wurzeln abwandte, um den Scheichs am Persischen Golf und seinem ehemaligen Feind, den USA, einen Gefallen zu tun, hat alle Berechnungen zum Scheitern gebracht zum richtigen Zeitpunkt den Iran zu besuchen und die Ashura-Gelegenheit zu nutzen, um seine Einheit mit der Widerstandsfront anzukündigen.“

Infolge des Teheran-Besuchs und der Audienz bei Khamenei betrachten „die Widerstandskräfte Sayyed Muqtada Sadr als eine der Säulen der regionalen Bewegung gegen den amerikanischen Imperialismus, den Zionismus und die arabischen Reaktionäre, neben Hisbollah-Generalsekretär Sayyed Hassan Nasrallah und AnsarAllah-Führer Sayyed Abdul-Malik Badreddin al-Houthi. Kein Wunder, dass Trump, Netanyahu und die Saudis bereits beginnen, ihre Träume, die Region zu beherrschen, in Albträume gedreht zu sehen.“

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1 KOMMENTAR

  1. Das halte ich aber für sehr abwegig, diese Beurteilung des Iran`s und seiner Macht und Einflußnahme, denn das verhaltene Wirken der USA und der Israelis und natürlich auch anderer Zeitgenossen im Sinne Amerikas, liegen andere Gedanken zu Grunde und deshalb wäre es sinnvoller, den Bogen nicht zu überspannen, denn wenn die erst mal richtig losschlagen, dann bleibt kein Auge trocken und sie sollten sich einfach mal damit abfinden, daß die alten persischen Zeiten, die auch nicht immer das Gelbe vom Ei waren, vorbei sind und auch nicht wiederkommen, dazu sind sie zu unbedeutend und an dieser Selbstüberschätzung könnten sie einmal scheitern, was man ja aus der Geschichte anderer kennt.

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