Gerhard Schröder. Bild: Wikimedia / Campus Symposium GmbH CC BY-SA 3.0 deed

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) rechnet fest damit, dass NRW-Ministerpräsident Armin Laschet der nächste Kanzlerkandidat der Union wird. Und noch etwas haben die beiden gemein: eine positive Grundeinstellung Russland gegenüber.

Von Redaktion

„Ich würde ein gutes Abendesssen in diesem schönen Restaurant darauf verwetten, dass die CDU am Ende auf ihn zukommen wird“, sagte Schröder in einem Doppelinterview mit Laschet der „Rheinischen Post“. „Es gibt in der CDU eine Debatte, ob die Vorsitzende geeignet ist. Das will ich nicht beurteilen“, betonte Schröder. „Aber dass Armin Laschet hier als Ministerpräsident einen guten Job macht, ist offensichtlich und natürlich ist der nordrhein-westfälische Regierungschef immer auch ein potentieller Kanzlerkandidat.“

Laschet selbst sagte dazu: „Ich bin sehr gerne Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, da gibt es auch noch viel zu tun und über die Kanzlerschaft werden wir entscheiden, wenn der Zeitpunkt da ist.“ Auf die Frage, ob die Kanzlerkandidatur in der Union offen sei, antwortete Laschet: „Das ist eine Binsenweisheit. Die Parteivorsitzende wird diesen Prozess führen und es ist verabredet, dass wir uns rechtzeitig vor der Wahl 2021 über einen Kandidaten oder eine Kandidatin verständigen.“

Schröder mit Form der SPD-Parteichef-Suche nicht einverstanden

Zur Frage, ob die SPD noch einen Kanzlerkandidaten brauche, sagte Schröder: „Natürlich, sie darf den Anspruch nicht aufgeben, den Regierungschef in Deutschland wieder zu stellen.“ Er sei „guter Hoffnung“, dass „dieser schwierige Findungsprozess“ irgendwann abgeschlossen sei und dann auch wieder eine stärkere SPD sichtbar werde.

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Zugleich kritisiert Gerhard Schröder die Parteichef-Suche der Sozialdemokraten. „Diese langwierige Form von Führungsfindung liegt mir nicht“, so der Ex-Kanzler. Schröder fremdelt auch mit dem Plan, die SPD künftig von einer Doppelspitze führen zu lassen: „Ich glaube da wird der Versuch gemacht, etwas zu kopieren, was andere Parteien schon nicht immer als Erfolg erlebt haben“, sagte Schröder. Er riet: „Man muss sich auf seine eigenen Stärken besinnen.“

Laschet für engere Kooperation mit Russland

Und noch etwas eint Schröder und Laschet: die Sicht auf Russland. Der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, hat sich für eine engere Kooperation mit Russland ausgesprochen. Mit Blick auf die Entspannungspolitik der 70er Jahre sagte Laschet im Doppelinterview mit Gerhard Schröder der Rheinischen Post: „Damals hat man in einer angespannten Lage mit einem totalitär kommunistischen System trotzdem Gesprächsfaden aufgebaut. Dann muss uns das doch auch heute möglich sein. Wir brauchen Russland für viele Fragen in der Welt.“

Der CDU-Vize-Chef bezeichnete es als „wichtigen Schritt“ , dass Präsident Putin nun zugesagt habe, das Pariser Abkommen zu ratifizieren. „Es gibt viele Konflikte, wo wir vorankommen müssen, ohne dass wir unsere völkerrechtliche Position etwa zur Krim aufgeben. Da kann man Klartext reden und trotzdem auf anderen Feldern kooperieren und im Gespräch bleiben“, sagte Laschet.

Man müsse Probleme lösen, wo es möglich sei. „Wir werden glasklar unsere völkerrechtliche Position zur Annexion der Krim aufrechterhalten, aber können trotzdem bei Bildung, Wissenschaft, in der Energiepolitik oder beim Klimaschutz zusammenarbeiten.“

Schröder pflichtete dem CDU-Ministerpräsidenten bei: „Herr Laschet hat recht, wenn es Positionen gibt, die unvereinbar sind, muss man an anderer Stelle weiterkommen.“ In der Krim-Frage grenzte Schröder sich allerdings ab. „Ich habe eine andere Position dazu, aber man darf die Frage nicht verabsolutieren und versuchen, Russland aus der Weltgemeinschaft auszugrenzen, wie es die USA gerade tun. Da dürfen wir uns nicht hineinziehen lassen, Europa muss seinen eigenen Weg gehen. Das gilt für mich übrigens auch für unser Verhältnis zu China.

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5 KOMMENTARE

  1. Warum er nun gerade Ministerpräsidenten von NRW hochlobt ist unverständlich, denn der ist zumindest nach außen ein großer Befürworter von Merkel und somit auch Unterstützer in der Asylfrage, mal ganz von dem abgesehen, was sich in NRW abspielt in Bezug auf Ausländerkriminalität und Ghettos und außerdem gehört er innerhalb der Union dem linken Flügel an und die freundliche Bewertung zu Rußland hängt von Wirtschaftsinteressen ab und sollte er Kanzler werden, dann kommen wir vom Regen in die Traufe, denn auch er ist ein Unterstützer der Armen dieser Welt, die Armen innerhalb des Landes scheinen ihn weniger zu interessieren, denn die müssen die Nähe der Gäste am meisten ertragen, während er in bester Lage haust und wer diesen nun zum Macher stilisiert, der hat ihn einfach landespolitisch zu wenig verfolgt, hier wird eine Schwarzgelbe Politik betrieben wie gehabt und das zeugt nicht von Zukunftsperspektiven, das sind olle Kamellen neu aufgewärmt und wer sich von ihm als Kanzler mehr verspricht, der wird ebenso verlassen sein wie unter der jetzigen Führung und die hat ja hinlänglich bewiesen, wie man es nicht machen sollte und deshalb wird sich unter seiner Ägide nicht viel ändern.

  2. Schröder,der Mann mit den vier deutschen Vornamen,er markiert den Tiefpunkt der Kanzlerschaft in Deutschland vor 2005. Er hat den Lebensstandard in unserem Land auf südeuropäisches Niveau gebracht,wie kein anderer das Volk verraten.
    Wer,wenn nicht er,wäre am besten geeignet bei dem Abgang seiner international sozialistischen Partei die Spülung zu betätigen.
    Gerhard-Fritz-Kurt-gib Gas-Kanzler.

  3. Manchmal bringen auch die MSM interessante Nachrichten.
    Eine Schlagzeile im WDR Text lautet heute: „Jeder Achte in NRW ist Analphabet“.

    Neben Familien-Clans, No-go-Areas, einer schrumpfenden Bevölkerungsanzahl, bei gleichzeitigem Anstieg der Ausländeranzahl, einem Anti-AfD Fußball-Club und überall gelebten Multikulti-Bereicherungen nun auch noch ein eklatantes Analphabetentum.
    Nicht verwunderlich, dass der HARTZ IV und Altersarmutskanzler, der Sozi Schröder, den Ministerpräsidenten genau dieses Bundeslandes sogar als möglichen Bundeskanzler sieht.

    Da besteht ganz klar eine Seelenverwandtschaft. Der Wähler sollte gewarnt sein.

  4. Zur Besetzung der Krim:
    China hat vor mehr als 50 Jahren Tibet annektiert. Sanktionen?
    Die USA haben sich sich auf Cuba, Guantanamo Ba, niedergelassen, angeblich gepachtet?!
    Israel hat diverse Gebiete im letzten Krieg besetzt. Jetzt sollen die syrischen Golan-Höhen auf Dauer annektiert werden; jedenfalls wird die Besiedelung ungebremst fortgeführt. Abgesehen davon hat es noch keine UN-Reolution befolgt.
    Die Bevölkerung der Krim ist mehrheitlich russischer Herkunft.
    Warum also hier Sanktionen?

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