Die Parteiführung der Linken mit Riexinger, Kipping, Wagenknecht und Bartsch. Bild: Flickr / Die Linke CC BY 2.0

Sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen musste die Linke herbe Verluste hinnehmen. Rutscht sie dort zur Kleinpartei ab?

Von Michael Steiner

Einst war die Linke (bzw. PDS) im Osten eine Volkspartei, ein Machtfaktor. Doch das hat sich mittlerweile geändert. In Sachsen reichte es gerade einmal noch für 10,4 Prozent – so schwach war sie (als Linke Liste/PDS) zuletzt bei der Landtagswahl 1990, während sie zu ihren Hoch-Zeiten 1999 bis 2009 stets mehr als ein Fünftel der Wähler für sich gewinnen konnte.

Auch in Brandenburg, wo die Linke zum Hauptverlierer vor der SPD wurde und 7,9 Prozentpunkte verlor, sieht es nicht besser aus. 10,7 Prozent sind der absolute Tiefpunkt für die Partei seit 1990, als sie noch 13,4 Prozent erhielt. Und auch dort hatte sie bei den Landtagswahlen 1999, 2004 und 2009 stets deutlich über 20 Prozent der Stimmen geholt und war 2004 und 2009 mit 28,0 bzw. 27,2 Prozent sogar zweitstärkste Partei.

In den anderen Ost-Bundesländern sieht es nicht viel besser aus. Lediglich in Thüringen kann sie sich (noch) behaupten. 2014 wurde sie dort sogar zur zweitstärksten Kraft und stellt seitdem mit Bodo Ramelow den ersten linken Ministerpräsidenten – und das in einer rot-rot-grünen Landesregierung. Eine wirkliche Abwärtstendenz trotz deutlich erstarkender AfD ist in Thüringen nicht ersichtlich, auch wenn es bei der Landtagswahl am 27. Oktober wohl zu leichten Verlusten kommen wird. Aber das ist die Ausnahme.

Loading...

Aber: es wird ersichtlich, dass die Linke im Osten deutlich an Boden verliert, während die AfD immer mehr Wahlerfolge feiert. Woran das liegt? Wohl auch daran, dass die Linkspartei zunehmend dem linksliberalen (neolinken) gesellschaftspolitischen Trend folgt, den vor allem die Grünen salonfähig machten. Während sie damit zumindest im Westen ab und an etwas punkten kann, verliert sie im Osten dadurch ihre Wählerbasis. Der Absturz in die Einstelligkeit ist vorprogrammiert. Der Kipping-Kurs kommt in den neuen Bundesländern eben weniger gut an als jener Wagenknechts.

Loading...

2 KOMMENTARE

  1. Es gibt viele Gründe, warum die LINKE im Osten Wählerstimmen verliert. Einerseits hat es biologische Gründe, eine große Anzahl von Altgenossen aus SED-Zeiten ist im erhöhten Rentenalter. Die noch lebenden Altkader stimmen im Regelfall aber nicht mit der Migrationspolitik überein, lehnen Auslandseinsätze der Bundeswehr ab und haben auch eine Abneigung gegen die ANTIFA – die ist ihnen zu primitiv. Diese Personen werden zu Nichtwählern.

    Die im Berufsleben stehenden Personen merken deutlich, dass die LINKE zwar mit immer neuen sozialen Parolen aufwartet, aber in der Realität – gerade wo sie an Landesregierungen beteiligt war und ist – nicht daran denkt, diese Parolen in die Tat umzusetzen.

    Und bei den ganz jungen Wählern gibt es eine Orientierung hin zu den Grünen.

    So verliert die LINKE in den Augen vieler ihrer ehemaligen Wähler peu a peu ihre Existenzberechtigung, die sie schon teilweise an die Sozis und jetzt an die Grünen abgetreten hat.

    Genau das wäre ein Glücksfall für die AfD, die hat jedoch bis auf den „Flügel“ jede soziale Kompetenz in den eigenen Reihen beerdigt.

  2. Der Niedergang wirkt doch bereits seit 2 Jahren, stramm auf SPD-Kurs, was will man da erwarten?!
    Zumal der frühere Linken-Wähler glasklar das Abheben der Parteispitze ggü. den Niederungen des
    Alltagslebens erkennt, im Gegensatz zu den verbliebenen CDU-Wählern, mit ohnehin bescheidenem
    Überblick / IQ.
    Abwickeln, braucht keine Sau mehr….

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here