Iran.

Peking und Teheran wollen ihre Zusammenarbeit vertiefen und eine strategische Partnerschaft entwickeln. Hunderte Milliarden Dollar sollen in den Iran fließen.

Von Marco Maier

Erst Ende August besuchte der iranische Außenminister Mohammad Zarif seinen chinesischen Amtskollegen Wang Li. Dabei präsentierte er eine Roadmap für eine umfassende strategische Partnerschaft zwischen den beiden Ländern. Dabei soll Peking vor allem in die Sektoren Öl, Gas und Petrochemie investieren. Eine Summe von 280 Milliarden Dollar für einen Zeitraum von fünf Jahren ist im Gespräch. Weitere Investitionen sollen folgen.

Auch im Transport- und Produktionssektor soll die Volksrepublik investieren. Hier geht es um 120 Milliarden Dollar in einem Zeitraum von fünf Jahren. Ziel ist es, die Infrastruktur in dem Bereich aufzuwerten und zu verbessern. Immerhin leidet der Iran infolge der jahrzehntelangen Sanktionen unter einer veralteten Infrastruktur, die dringend einer Modernisierung bedarf.

Hinzu kommt die Erlaubnis, bis zu 5.000 chinesische Sicherheitskräfte im Iran zu stationieren, die chinesische Projekte schützen sollen. Es wird zusätzliches Personal und Material zur Verfügung stehen, um den eventuellen Transit von Öl-, Gas- und Petrochemie-Lieferungen aus dem Iran nach China zu gewährleisten, wo dies erforderlich ist, einschließlich durch den Persischen Golf.

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Aber das ist noch lange nicht alles. Für die Investitionen erhält China im Gegenzug einen Mindestrabatt von 12 Prozentpunkten auf sämtliche Öl-, Gas- und Petrochemie-Produkte. Zusätzliche Rabatte sollen gewährt werden.

China wird zudem das Recht eingeräumt, die Zahlung für die iranische Produktion um bis zu zwei Jahre zu verschieben. Peking wird auch in der Lage sein, in weichen Währungen zu zahlen, die es aus Geschäften in Afrika und den ehemaligen Sowjetstaaten (FSU) gewonnen hat, und im Bedarfsfall zusätzlich Renminbi Yuan für Transaktionszahlungen von China in den Iran zu verwenden.

Ein weiterer positiver Faktor für China ist, dass seine enge Beteiligung am Aufbau der iranischen Produktionsinfrastruktur vollständig im Einklang mit seiner Initiative „One Belt, One Road“ stehen wird. China beabsichtigt, die im Iran verfügbaren kostengünstigen Arbeitskräfte für den Bau von Fabriken zu nutzen, die von großen chinesischen Fertigungsunternehmen mit identischen Spezifikationen und Betriebsabläufen wie in China entworfen und überwacht werden.

Im Gegenzug kann sich der Iran auf die Unterstützung durch ein Mitglied des Ständigen Sicherheitsrats der Vereinten Nationen verlassen und seine durch Sanktionen geschwächte Wirtschaft wieder stärken. Und da diese strategische Partnerschaft auf einen Zeitraum von mindestens 25 Jahren ausgelegt ist, kann Teheran der eigenen Bevölkerung auch entsprechende Verbesserungen der Lebensbedingungen liefern. Peking ist sehr daran interessiert, das Land zu stabilisieren um die „Neue Seidenstraße“ zu einem Erfolg zu machen.

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