Bild-Chefredakteur Julian Reichelt.

„Bild“-Chefredakteur Reichelt verachtet die AfD-Führung und bringt sein Blatt gegen die Partei in Stellung. Dabei kritisiert er auch die Talkshows für die Sendezeit mit AfD-Politikern.

Von Michael Steiner

Gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“ sagte „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt, dass er „die politische Führung der AfD“ verachten würde. Wenn Björn Höcke auftritt, schafft er es, in Habitus und Mimik an das Dritte Reich zu erinnern. Das ist ein Spiel, das mich abstößt.“

Deshalb gebe es in seinem Blatt auch keine AfD-Interviews. Er finde es „absurd“, wieviel „Air-time die Partei in deutschen Talkshows“ bekomme. Geht es nach ihm, soll die Partei wohl medial vollkommen torpediert und boykottiert werden.

Stimmen, die die „Bild-Zeitung“ als „verlängerten Arm der AfD bezeichnen“, nennt Reichelt eine Unverschämtheit: „Man kann das nur behaupten, wenn man bereit ist, Fakten zu ignorieren“, so der „Bild“-Chef. Aber gut, das Springer-Blatt schert sich diesbezüglich nicht wirklich um Ideologie, sondern vor allem um reißerische Schlagzeilen und Stimmungmache.

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Zudem realisierten die Politiker „immer mehr, dass soziale Medien ihnen die Möglichkeit geben, an traditionellen Medien vorbei zu kommunizieren. Und klammheimlich freuen sie sich auch darüber. Sie sehen nicht, dass wir Journalisten am Ende auch das Fundament bilden, auf dem Demokratie funktioniert. Eine Übernahme der Medienlandschaft durch soziale Medien würde nach meiner Überzeugung die Demokratie nicht überstehen“, sagte Reichelt. Dabei ist gerade sein Blatt dafür bekannt, politische Kampagnen zu führen und die Leser in gewünschte Richtungen zu lenken.

Nach diesen Äußerungen ist jedenfalls klar, dass die „Bild“ für die Anhänger der AfD keinen Kauf (oder Klick) mehr wert sein dürfte. Es bleibt noch abzuwarten, ob aus der Führungsriege der Partei Boykottaufrufe gegen das Springer-Blatt kommen werden, oder ob man dies einfach ignoriert.

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3 KOMMENTARE

  1. Es gibt eben Schreiberlinge die sich auf Dauer selbst überflüssig machen und das hat was mit Anstand und Ehrlichkeit zu tun und wer nicht berichtet sondern seine eigene Meinung zum besten gibt ist eben kein Berichterstatter, sondern Meinungsmacher und das merken die Leute immer mehr und wenden sich ab und nicht umsonst mußte die Gruppe noch einen Kapitalgeber mit ins Boot holen, für alle Fälle, man muß es nur geschickt verkaufen, damit es nicht nach einem Hilfeschrei klingt, denn dieser Eindruck wäre dann zusätzlich noch fatal.

  2. Da hat der Herr Julian Reichelt, ohne dass er das wahrscheinlich so wollte, sich als Systemling geoutet und die MSM, denen er dient, als ein Machterhaltungsinstrument des Systems dargestellt.

    Menschen, die sich von den MSM abwenden und ihre Informationen frei in alternativen Medien wählen, die haben es einfach satt mit Scheuklappen ausgestattet zu werden und indoktriniert zu bekommen was sie gefälligst zu denken und zu tun haben.

    Damit hat dieser Herr Julian Reichelt auch indirekt, aber nicht weniger deutlich, gesagt, dass Menschen die selbständig denken oder gar nachdenken, unerwünscht sind.

    Da erinnert man sich doch an die Texte und das Lied „Die Gedanken sind frei“, auch sie wurden alternativ verbreitet, von Mund zu Mund und auf Flugblättern. Falls er auf seinem Bildungsweg damit in Berührung kam, wird er sich bestimmt mit Gräuel daran erinnern.

  3. Ein Inbegriff von Objektivität und Neutralität, wie es sich für einen guten Journalisten gehört, dieser Hr. Reichelt. Unglaublich, welcher Müll seinen Mund verläßt.

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