US-Botschafter Grenell, Trump und die NATO. Bild: Youtube

US-Botschafter Richard Grenell kann es nicht lassen: erneut drohte er Deutschland. Washington werden einen Teil seiner Truppen abziehen, wenn Berlin nicht für sie zahle.

Von Marco Maier

Richard Grenell, seines Zeichens US-Botschafter in Deutschland, kann es nicht lassen. Angesichts der bald anstehenden Europa-Reisen von US-Präsident Donald Trump warnt er Berlin wieder einmal, Washington könnten einen Teilabzug der US-Truppen anordnen.

Es sei, so der US-Diplomat gegenüber der dpa, wirklich beleidigend zu erwarten, dass der amerikanische Steuerzahler weiter mehr als 50.000 Amerikaner in Deutschland bezahle, aber die Deutschen ihren Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden würden.

Dabei jedoch vergisst er darauf, dass die deutschen Steuerzahler ohnehin schon für die US-Truppen mitaufkommen müssen, die im eigenen Land stationiert sind. Ein Relikt des Kalten Krieges und der Besatzungszeit. Zudem wird diese Truppenstationierung von erheblichen Teilen der deutschen Bevölkerung abgelehnt.

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Für die Amerikaner in ihrer totalen Überheblichkeit jedoch ist es so, dass sie glauben, die eigenen Truppen würden die Menschen in den Stationierungsländern „schützen“. Für diesen „Schutz“ sollen diese dann auch gefälligst zahlen. Dabei sorgen die stationierten US-Soldaten jedoch oftmals für mehr Unsicherheit und Probleme.

Aber das ist noch nicht alles. Während Trump und Grenell nur auf die Handelsbilanzen achten, wäre ein Blick auf die Kapitalbilanzen interessant. Angesichts dessen, dass US-Anleger rund dreißig Prozent der DAX-Aktien halten und auch sonst stark in der deutschen Wirtschaft investiert haben, fließen auch enorme Summen zurück über den „großen Teich“. Aber so weit zu denken übersteigt wohl den amerikanischen Durchschnittshorizont…

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8 KOMMENTARE

  1. Eine Vereinbarung ist gerade auch in Bezug auf die sogenannte deutsche Gründlichkeit grundsätzlich einzuhalten oder man muß sie generell ablehnen. Da aber unseren Politikern das Rückgrat fehlt, versucht man es schon seit Jahren hinauszuzögern und Trump ist der erste, der nun richtig Druck macht und auf die Einhaltung besteht und damit droht, einen Teil der Truppen abzuziehen, worüber hier nicht alle weinen müßten und die Gegenrechnung der Deutschen mit den Unterhaltskosten zählt nur bedingt, denn die waren schon immer bekannt und hätten dann in die Verhandlungen mit einfließen müssen, aber auch dazu war man zu feige und deren Standpunkt, der im Prinzip keiner ist, konnte man in vielen ihrer Handlungen erkennen und das ging sogar soweit, daß sich die Roten und Grünen an Angriffskriegen beteiligten, obwohl es gegen den eigenen Strich ging und dennoch haben sie sich untergeordnet und so verbogen, daß es schon einer Karrikatur entspricht und das nennen die bei uns staatstragende Politik und sind nichts anderes als ein devoter Haufen, von andern Interessen mehr gelenkt als von den eigenen und mit so etwas müssen wir leben, vielleicht kommen noch ein paar mehr auf die Idee es mal mit anderen zu versuchen, das kann so nicht weitergehen, denn die arbeiten nur zum Selbstzweck und haben kein Interesse ihr Handeln der Vorstellung der Bürger anzugleichen, was ja eigentlich zu erwarten wäre, hätten sie das in sich, was andere mit Anstand und Verantwortung bezeichnen.

  2. Herr Botschafter, Sie sprechen mir aus der Seele. Gehen Sie mit Ihrer Kriegsmaschinerie zurück in die Staaten und Europa lebt in Frieden !

  3. Die Russen haben sich konsequent an die Abmachungen gehalten und Deutschland verlassen.

    Hoffen wir darauf, dass die Amis und Briten ebenfalls ihre Basen in Deutschland vollständig räumen.
    Eine bessere Ausgangssituation, als jetzt unter Trump, kann es doch gar nicht geben.
    Damit würden auch primäre Angriffsziele bei einer West-Ost-Auseinandersetzung entfallen.

  4. „Washington könnten einen Teilabzug der US-Truppen anordnen.“
    Teilabzug… Teilabzug….nehmt den ganzen Mist mit und bleibt auch weg, die paar Arbeitsplätze kriegen wir ersetzt.
    Niemand braucht US Soldaten in Europa.

  5. Die wollen einen Teil ihrer Truppen abziehen, wenn wir nicht zahlen? Dann sollten wir nicht nur nicht zahlen sondern im Gegenteil Mietzahlungen für die Grundstücke und die Gebäude verlangen. Dann ziehen die Amerikaner womöglich alle Truppen ab und wir können die freiwerdenden Flächen zum Stapeln von Flüchtilanten nutzen.

  6. GERELL IST EIN LÜGNER

    Deutschland: Aktuelle „Besatzungskosten“ belaufen sich geschätzt auf über 30 Mrd. € jährlich

    https://www.ariva.de/forum/aktuelle-besatzungskosten-ca-30-mrd-per-anno-506429

    Der seit nunmehr fast 70 Jahren stets richtige Hinweis, daß es noch immer keinen Friedensvertrag gibt (der für eine vollständige politische Souveränität Deutschlands unerläßlich wäre), wird längst nicht mehr als angeblich rechtsextremistische Fabel diffamiert, sondern als zwar vom Grundsatz her richtig, aber kaum mehr zu „heilen“ – und im Grunde auch nicht erforderlich – dargestellt.

    Tatsächlich käme ein Friedensvertrag insbesondere Washington teuer zu stehen, und im Pentagon müßte man über eine grundsätzlich neue logistische Organisation der noch immer zahlreichen Auslandseinsätze der US-Armee nachdenken. Doch immer mehr deutsche Politiker und Beobachter halten es für an der Zeit, einmal über die noch aus der „offiziellen Besatzungszeit“ resultierenden, aktuellen Belastungen Deutschlands zu sprechen.

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