Die USA haben ein großes Problem: bereits in fünf Jahren gehen sämtliche Neuschulden auf das Konto der Bedienung der Zinsen für die Staatsschulden. Das Endgame beginnt…

Von Redaktion

Es ist zwar allgemein bekannt, dass das US-Haushaltsdefizit in die Höhe schnellen soll, obwohl die US-Wirtschaft angeblich mit einem Tempo von 2 Prozent wächst (und die US-Notenbank dennoch im Begriff ist, die Zinsen zu senken), was zu wiederkehrenden Albträumen von Anleihenhändlern über die Finanzierung der USA führt. Doch was wenige Menschen wissen, dass dieses Budgetdefizit immer bedrohlicher wird.

Betrachtet man die US-amerikanische Gewinn- und Verlustrechnung, so ist bei weitem am besorgniserregendsten, dass in den ersten vier Monaten des Haushaltsjahres 2019 die Zinszahlungen für die US-Staatsverschuldung 221 Mrd. USD erreichten. Das sind 9 Prozent mehr als im gleichen Fünfmonatszeitraum des Vorjahres, mit einer atemberaubenden Steigerungsrate (siehe Grafik unten).

Zur Erinnerung: Nach vorsichtigen Schätzungen des Finanzministeriums wird die US-Neuverschuldung in diesem Haushaltsjahr voraussichtlich ein Rekordniveau von 591 Mrd. USD erreichen. Dies ist mehr als das gesamte Haushaltsdefizit im Haushaltsjahr 2014 (483 Mrd. USD) oder im Haushaltsjahr 2015 (439 Mrd. USD) und entspricht fast 3 Prozent des geschätzten BIP, dem höchsten Prozentsatz seit 2011. Tatsächlich hatten die Zinszahlungen der USA zum 30. Juni bereits 600 Mrd. USD überschritten. Von hier ab wird es nur noch schlimmer.

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Im Rahmen der aktuellen Präsentation des Finanzministeriums vor dem Beratenden Ausschuss für die Kreditaufnahme des Finanzministeriums gibt es eine Grafik, die die Prognose des Office of Debt Management für die jährliche Emission von US-Schuldtiteln aufgeschlüsselt. Und dies nach den drei Verwendungskomponenten Primärdefizit, Nettozinsaufwand und „Sonstiges“.

Diese Grafik ist besorgniserregend, denn während die steigenden US-Zinsaufwendungen in den Jahren 2019 und 2020 in etwa mit den anderen Defizitkomponenten des US-Haushalts übereinstimmen, nehmen diese bis 2024 allmählich ab und werden tatsächlich im Jahr 2025 zu einer Quelle des Haushaltsüberschusses. Was aber die reale rote Fahne ist, ist, dass ab 2024, wenn das Primärdefizit nach den neuesten Prognosen auf Null fällt, die gesamte US-Schuldenemission zur Finanzierung des US-Nettozinsaufwands verwendet wird. Dieser hängt dann vom aktuellen Zinssatz ab und wird dann irgendwo zwischen 700 Milliarden und 1,2 Billionen Dollar oder mehr liegen.

Wenn die Neuverschuldung nur noch dazu dient, die Zinsen auf die enorme Schuldenlast zu finanzieren, wird es kritisch. Vor allem dann, wenn die Zinssätze steigen. Und dann?

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3 thoughts on “US-Staatsschulden: Das Endgame beginnt 2024”

  1. Was der Autor offenbar nicht auf dem Schirm hat ist die Tatsache, daß Präsident Trump die Absicht hat, den Goldstandard wieder einzuführen. Ich gehe davon aus, daß er das zu Beginn seiner zweiten Amtszeit, also 2021 in Angriff nehmen wird. Das bedeutet, daß es dann zu einem Default kommt, sämtliche Staatsschulden gestrichen werden und ein neuer, goldgedeckter Dollar eingeführt wird. Wieviel Schulden bis dahin angehäuft wurden, ist völlig bedeutungslos. Das ist der Grund, weshalb Trump keinerlei Anstalten zu Sparen macht und das auch nicht nötig ist. Er nutzt das bestehende Schuldgeldsystem noch für seine Zwecke aus, solange es noch existiert. Das würde ich übrigens genauso machen.

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