Wehrmachtssoldaten in Polen, Parade vor Adolf Hitler. Bild: Bundesarchiv, Bild 183-S55480 / CC-BY-SA 3.0

Liebe Premium-Leser, Sie wissen, dass die Geschichte immer von den Siegern und Befreiern (Besatzern) bestimmt wird. Dies ist in außerordentlichen Maße bei der 80-jährigen Geschichte rund um den Angriff auf Polen der Fall. Gerade jetzt wo man in Polen Reparationen anstrebt, muss man diesen erklären, wer eigentlich wirklich die Schuld und Verantwortung für einen Angriff auf Polen hatte. 

Der britische Premierminister Neville Chamberlain diskutierte am 21. März 1939, als er den französischen Premierminister Édouard Daladier einlud, eine gemeinsame Front mit Frankreich, Russland und Polen, um gegen die deutsche Aggression vorzugehen. Frankreich stimmte sofort zu und die Russen stimmten unter der Bedingung zu, dass sowohl Frankreich als auch Polen zuerst unterzeichnen. Der polnische Außenminister Józef Beck legte jedoch am 24. März 1939 ein Veto gegen das Abkommen ein. [1] Polnische Staatsmänner fürchteten Russland mehr als Deutschland. Der polnische Marschall Edward Śmigły-Rydz sagte gegenüber dem französischen Botschafter: „Mit den Deutschen riskieren wir, unsere Freiheit zu verlieren. Mit den Russen verlieren wir unsere Seele. “[2]

Eine weitere Komplikation ergab sich in der europäischen Diplomatie, als eine Bewegung der Bewohner von Memel (litauisch Klaipėda) in Litauen versuchte, sich Deutschland anzuschließen. Die alliierten Sieger im Versailler Vertrag hatten Memel von Ostpreußen getrennt und in ein separates Völkerbund-Protektorat eingewiesen. Litauen beschlagnahmte Memel kurz nach dem Ersten Weltkrieg des Völkerbundes. Memel war historisch eine deutsche Stadt, die sich in den sieben Jahrhunderten ihrer Geschichte nie von ihrer ostpreußischen Heimat getrennt hatte. Deutschland war nach dem Ersten Weltkrieg so schwach, dass es die kleine, neugeborene Nation Litauens nicht daran hindern konnte, Memel zu ergreifen. [3]

Die deutsche Besetzung von Prag im März 1939 hatte in der überwiegend deutschen Bevölkerung von Memel unkontrollierbare Aufregung ausgelöst. Die Bevölkerung von Memel wollte unbedingt nach Deutschland zurückkehren und konnte nicht länger zurückgehalten werden. Der litauische Außenminister reiste am 22. März 1939 nach Berlin und stimmte der sofortigen Überstellung von Memel nach Deutschland zu. Die Annexion von Memel nach Deutschland verlief am nächsten Tag. Die Frage von Memel entlud sich von selbst, ohne dass ein deutscher Annexionsplan vorgesehen war. [4] Die polnischen Staats- und Regierungschefs waren sich einig, dass die Rückkehr von Memel aus Litauen nach Deutschland kein Konfliktproblem zwischen Deutschland und Polen darstellen würde. [5]

Was zu Konflikten zwischen Deutschland und Polen geführt hat, war die sogenannte Freie Stadt Danzig. Danzig wurde im frühen 14. Jahrhundert gegründet und war historisch der wichtigste Hafen an der Mündung der großen Weichsel. Danzig wurde von Anfang an fast ausschließlich von Deutschen bewohnt, wobei die polnische Minderheit 1922 weniger als 3% der 365.000 Einwohner der Stadt ausmachte. Durch den Vertrag von Versailles wurde Danzig von einer deutschen Provinzhauptstadt in ein Völkerbundsprotektorat umgewandelt, das zahlreichen für Polen geltenden Vorschriften unterworfen war. Eine große Mehrheit der Danziger hatte Deutschland nie verlassen wollen und auch sie wollten unbedingt 1939 nach Deutschland zurückkehren. Die Bereitschaft, sich Deutschland anzuschließen, wurde durch die Tatsache verstärkt, dass die deutsche Wirtschaft gesund war, während die polnische Wirtschaft noch in einer Depression steckte. [6]

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11 KOMMENTARE

  1. Die Mühe ist schön,nur bringt es nichts. Wer das versteht hat sich auch vorher schon informiert und selber gedacht.
    Deutschland ist am Ende, es geht nur noch bergab.

    • Sehe ich genauso mit dem Abwärtstrend ohne Umkehr, denn es kommt nichts neues und Nobelpreisträger haben wir auch keine mehr und noch leben wir von der Substanz der Vorvorderen und der Rest ist auf Treibsand gebaut und wo unsere Ideen und unsere Tatkraft zusammen mit den Neuen noch herkommen soll, das entzieht sich jeder Vorstellung und wer die vielen Signale nicht erkennen will, der muß halt warten bis es soweit ist, das flüssige Kapital als solches ist schneller weg als man denken kann und wer interessiert sich dann noch an einem hohlen Körper, der nicht von ungefähr kommt, entweder sie können es nicht oder sie wollen es nicht und das wird uns in Konsequenz zum Verhängnis, auch wenn derzeit noch die Lichter brennen, die uns alle in falscher Hoffnung wiegt und eher dem eines Totenlichtleins gleicht, als einer erfolgreichen Gesellschaft.

  2. Danzig war nicht der Grund für den Krieg sondern lediglich der Vorwand. Hitler hat Polen wegen völlig anderer Gründe überfallen.

    Aus dem Artikel “ Warum Hitler Polen im September 1939 angriff“

    „Der deutsche Überfall auf Polen im September 1939 folgte keinem langfristig geplanten Kalkül. Erst als sich Warschau Hitlers Werben um einen Pakt gegen Stalin verschloss, wurde es zum Ziel.
    Jahrelang hatte Hitler um Polens Unterstützung geworben, um gemeinsam gegen Stalins Regime loszuschlagen. Doch trotz des historisch begründeten Hasses der meisten Polen auf die UdSSR ließ sich die Warschauer Regierung nicht auf diese Werbeversuche ein.“
    http://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article131733279/Warum-Hitler-Polen-im-September-1939-angriff.html

    Herbert Döhring, Verwalter von Hitlers Berghof in einem Interview vom 15. 03. 2002:

    „1935 trat für Hitler ein großer Schlag ein. Da ist ein guter Freund von ihm überraschend gestorben. Das war der damalige polnische Staatspräsident Piłsudski. Der war zu der damaligen Zeit neben Hitler der größte Kommunistenhasser. Wenn dieser Mann am Leben geblieben wäre, das hat Hitler immer wieder im Laufe der folgenden Jahre betont, dann wäre alles anders gekommen. Dann hätten die Polen nicht auf England gehört, sondern sich mit uns zusammengetan. Der Krieg wäre gekommen, aber nicht im Westen, sondern gegen den Kommunismus. Davon bin ich heute noch überzeugt. Wenn Piłsudski an der Macht geblieben wäre und nicht überraschend gestorben wäre, wäre nie ein Krieg mit Polen gekommen – davon war Hitler felsenfest überzeugt, solange ich bei ihm war. Und er hat das immer wieder angedeutet und bemerkt. Nach seinen Bemerkungen, die ich im Laufe der Jahre gehört habe, hat er immer wieder den Tod von Marschall Piłsudski bedauert.“

        • Das, womit Mainstrem uns einsalbt, wird nicht hinterfragt. Dahinter tummelt sich eine „Mehrheit“ und damit muss es schon seine Richtigkeit haben. Es wird weder angezweifelt noch auf den Prüfstand gestellt.
          So ticken Idioten.

          • Mainstream ist das von der bundesdeutschen Geschichtswissenschaft wie Andreas Hillgruber, Hans-Adolf Jacobsen und Klaus Hildebrand geformte „kollektive Bewusstsein“ von einem angeblichen „Stufenplan“ Hitlers, dem die wenig bekannten Fakten deutlich widersprechen wie:
            – „der deutsch-polnische Nichtangriffspakt von 1934“
            – „Manöverplanung der Reichsmarine, die nicht gegen Polen gerichtet war, sondern eindeutig gegen die Sowjetunion“
            – „intensive Kontakte, die zwischen polnischer Armee und der Wehrmacht Mitte der 30er-Jahre geknüpft worden waren“

            Und vieles mehr, wie z.B. diplomatische Bemühungen Deutschlands Polen als Verbündeten zu gewinnen.

            In der Aufzeichnung des polnischen Staatssekretärs
            Szembek vom 10. Feburar 1935 über einen Besuch Hermann Görings in Polen heißt es:

            „Göring war ungewöhnlich mitteilsam; hauptsächlich den Generälen und ganz besonders dem General Sosnkowski gegenüber; er ging sehr weit, als er uns ein antirussisches Bündnis und einen gemeinsamen Marsch auf Moskau vorschlug. Gleichzeitig ließ er durchblicken, die Ukraine werde polnisches Einflussgebiet sein“

            Quelle: Hans-Adolf Jacobsen, 1939-1945, Der Zweite Weltkrieg in Chronik und Dokumenten, Darmstadt 1961, S. 96

            Dies geht auch aus dieser Quelle hervor:

            Am 19. August 1935 notierte Goebbels in seinem Tagebuch:

            „Der Führer ist glücklich. Gibt einen Abriß seiner außenpolitischen Pläne: mit England ewiges Bündnis. Gutes Verhältnis Polen. Dagegen nach Osten Ausweitung. […] Dann kommt unsere große geschichtliche Stunde. Wir müssen dann parat sein. Grandioser Ausblick. Wir sind alle tief ergriffen.“

            Quelle: Elke Fröhlich (Hrsg.), Die Tagebücher von Joseph Goebbels, Sämtliche Fragmente, München, New York, London, Paris 1987, Teil 1, Band 2, S. 504

  3. Deutsch-Grünen, der polnischen Weltkrieg-2-Restitution das Wort redenden Politiker-Schwuchteln, sollten historische Fakten in ihre leeren Birnen gehämmert werden. Schon 1774 definierte der große Johann Wolfgang von Goethe in seinem Schauspiel ‚Götz von Berlichingen‘ polnische Mentalität – Erster Akt – Götz: „Wißt Ihr noch, wie ich mit dem Polacken Händel kriegte, dem ich sein gepicht und gekräuselt Haar von ungefähr mit dem Ärmel verwischte ?“
    Im März 1939, nach der Unterzeichnung des britisch-französischen Beistandspakts mit Polen [ nicht gegen Rußland, sondern gegen Deutschland ! ], tangierte auf polnischen Ansichtskarten die Westgrenze die Außenbezirke von Berlin. Polen nahm die Teilmobilisierung seiner Streitkräfte vor. In Offizierscasinos stieß man auf eine „kurze Intervention“ an . . . Polnische Arroganz & Schikanen bezüglich des Danziger Korridors. Brutale polnische Mißhandlungen der 95%-igen deutschen Bevölkerung Danzigs. Im August 1945 bei der alliierten Potsdamer Konferenz wurden Stipulationen vorgenommen, daß Polen die deutschen Ostgebiete bis zu einer friedensvertraglichen Vereinbarung lediglich verwaltet, nicht annektiert. Unter Würdigung historischer Fakten sollte den polnischen Restitutions-Schnorrern mit deutschem Kulturgut begegnet werden. Nochmals Wölfi von Goethes Götz: „Mich ergeben ! Auf Gnad‘ & Ungnad‘ ! Sag‘ Deinem Hauptmann, er kann mich im Arsche lecken !“

    • Ganz nett. Nur beschreibt der Satz Goethes einen polnischen Juden. In der Adelsrepublik gab es zu jener Zeit die größte Juden Community in Europa und den Handel haben damals fast ausschließlich die Juden getrieben.

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