„Wenn wir die Schleusen öffnen, wird keine europäische Regierung mehr als sechs Monate überleben“, droht der türkische Innenminister. Er fordert die Visa-Freiheit für Türken in Europa.

Von Michael Steiner

Der türkische Innenminister Süleyman Soylu drohte der Europäischen Union mit der erneuten Anfachung der Migrationskrise. „Wir stehen vor der größten Migrationswelle in der Geschichte. Wenn wir die Schleusen öffnen, kann keine europäische Regierung mehr als sechs Monate überleben. Wir raten ihnen, unsere Geduld nicht zu strapazieren“, so der AKP-Politiker.

Er hat damit gedroht, die Schleusen der Massenmigration nach Europa wieder zu öffnen, wenn den türkischen Staatsangehörigen keine visumfreie Einreise in die Europäische Union gewährt wird. Die EU stimmte der Visaliberalisierung in einem Abkommen zwischen der EU und der Türkei vom März 2016 zu, in dem Ankara versprach, den Migrantenstrom nach Europa einzudämmen. Während sich Ankara weitestgehend an den Deal gehalten hat, scheint man in Brüssel jedoch nicht wirklich daran zu denken, den eigenen Teil zu erfüllen.

Europäische Regierungsvertreter sagen, dass die Türkei zwar den Zustrom von Migranten verringert, aber noch nicht alle Anforderungen für die Visaliberalisierung erfüllt hat. Darüber hinaus haben die EU-Außenminister am 15. Juli beschlossen, im Rahmen von Sanktionen gegen türkische Öl- und Gasbohrungen vor der Küste Zyperns, Gespräche auf hoher Ebene mit Ankara einzustellen.

In einem Interview mit dem türkischen Fernsehsender TGRT Haber am 22. Juli sagte der türkische Außenminister Mevlut Çavuşoğlu, dass die Türkei sich aus dem Migrationsdeal zurückziehe, weil die EU ihr Versprechen missachtet habe, türkischen Passinhabern visumfreien Zugang zu 26 europäischen Ländern zu gewähren. „Wir haben das Rückübernahmeabkommen ausgesetzt“, sagte er. „Wir werden nicht vor der Tür der EU warten.“

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Das am 1. Juni 2016 in Kraft getretene Migrationsabkommen wurde von den europäischen Staats- und Regierungschefs hastig ausgehandelt, um die Kontrolle über eine Krise zu erlangen, in der 2015 mehr als eine Million Migranten nach Europa strömten.

Im Rahmen des Abkommens hat die EU zugesagt, der Türkei 6 Milliarden Euro zu zahlen, den 82 Millionen türkischen Bürgern visumfreie Reisen nach Europa zu gewähren und die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei wieder aufzunehmen. Im Gegenzug erklärte sich die Türkei bereit, den Zustrom von Migranten nach Europa zu stoppen und alle Migranten und Flüchtlinge, die illegal aus der Türkei nach Griechenland gelangen, zurückzunehmen.

In der Türkei leben derzeit schätzungsweise 3,5 Millionen Migranten und Flüchtlinge – hauptsächlich Syrer, Iraker und Afghanen. Viele dieser Menschen würden vermutlich nach Europa abwandern, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten.

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3 thoughts on “Türkei droht der EU mit neuer Migrationskrise”

  1. Dieser Mensch will sich noch mit Gewalt ruinieren, denn schickt er sie nach Europa, dann bekommen die Europäer ihre Aufstände und sie werden ihn somit entgültig wirtschaftlich und politisch fallen lassen und dann kann er einpacken und Großmannssucht entsteht meistens dort, wo man sozialisiert wurde und das ist wieder so ein Fall für die Geschichtsbücher, die man ja schon öfter mal erleben durfte.

  2. ich frag mich ob die 3,5 mio araber sich dort genau so beschissen verhalten wie die hier in deutschland.
    Glaube eher nicht, denn die türkische Polizei ist wohl Furchteinflössend und niemand will in ein türkisches Gefängnis.

    auf http://refcrime.info/de/Crime/Chronology kann man sich jeden einzelnen tag mit den Strafmeldungen von Flüchtlingen anschauen und auch zu jeder Meldung selbst den Artikel öffnen.

    Es vergeht kein Tag an dem nichts gemeldet wird und kaum ein tag an dem die Meldungen nicht 2stellig sind. Und wer weiß wieviel ungemeldetes Zeug die noch anstellen.

    Also wenn die Regierung schon jedem Araber, Afrikaner und Afghanen die Tür öffnet und nichts gegen Illegale Einwanderung unternimmt, im Gegenteil, diese sogar unterstützt und noch an alle fleissig Geld verteilt, dann frage ich mich wieso man den Türken nicht mal wenigstens die Visafreiheit gibt, welche ja auch versprochen wurde?

    Die Antwort ist ganz einfach, man will dass die Türkei die Araber auf uns loslässt!
    von den 3,5 Millionen werden auch alle 3,5 mio versuchen in Deutschland anzukommen und uns auszubluten. Denke ca 3mio würden es auch schaffen, der rest verteilt sich auf schweden/Frankreich und die anderen bekloppten die die Tür noch nicht zugehauen haben.

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