PKK-Guerillakämpfer. Bild: Flickr / kurdishstruggle CC BY 2.0

Türkische Drohungen hinsichtlich der US-unterstützten kurdischen Milizen in Nordsyrien sorgten dafür, dass Washington einlenkte. Beide Seiten wollen nun zusammenarbeiten.

Von Redaktion

Die Türkei und die Vereinigten Staaten haben sich auf die Errichtung eines gemeinsamen Operationszentrums im Norden Syriens geeinigt, nachdem Ankara damit gedroht hatte, eine Operation gegen die von den USA gesponserten kurdischen Militanten zu starten, um sie von der türkischen Grenze fernzuhalten.

„Die Gespräche zwischen türkischen und US-amerikanischen Militärdelegationen über die Schaffung einer sicheren Zone im Norden Syriens wurden abgeschlossen“, heißt es in einer Erklärung des türkischen Verteidigungsministeriums am Mittwoch.

„Die Delegationen einigten sich auf die rasche Umsetzung erster Maßnahmen, um die Sicherheitsbedenken der Türkei auszuräumen, und darauf, so bald wie möglich ein gemeinsames Operationszentrum in der Türkei einzurichten, um die Einrichtung der Sicherheitszone gemeinsam zu koordinieren und zu verwalten und die Sicherheitszone zu einem Friedenskorridor zu machen und dass alle zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden, damit unsere vertriebenen syrischen Brüder in ihr Land zurückkehren können“, heißt es in der Erklärung weiter.

Loading...

In der Türkei wächst der innenpolitische Druck, die syrischen Flüchtlinge möglichst rasch wieder in deren Heimat zurückzuschicken. Umso wichtiger erscheint es Ankara, zumindest im nördlichen Teil des südlichen Nachbarlands geordnete Verhältnisse zu schaffen.

Zuvor hatte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar erklärt, dass die Gespräche mit den Vereinigten Staaten zur Abwendung einer türkischen militärischen Intervention in Nordsyrien „positiv“ gewesen seien. „Wir haben mit Befriedigung miterlebt, dass unsere Partner unserer Position näher gekommen sind. Die Treffen waren positiv und recht konstruktiv“, sagte Akar am Dienstag.

Am selben Tag bekräftigte Präsident Recep Tayyip Erdogan die Entschlossenheit der Türkei, die Präsenz der YPG, die das Rückgrat der sogenannten syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) bildet, aus Gebieten an der Grenze zur Türkei in Nordsyrien zu beseitigen.

Die Türkei betrachtet die YPG als den syrischen Zweig der militanten Gruppe der kurdischen Arbeiterpartei (PKK). Die PKK strebt seit 1984 eine autonome kurdische Region in der Türkei an. Radikalere Kräfte innerhalb der PKK wollen sogar einen unabhängigen Kurdenstaat etablieren.

„Wir werden den Prozess, den wir mit den Operationen Euphratschild und Olivenzweig begonnen haben, sehr bald in eine andere Phase verschieben“, sagte Erdogan auf der 11. jährlichen Botschafterkonferenz in der Hauptstadt Ankara. Er bezog sich auf die beiden militärischen Offensiven, die Ankara in den Jahren 2016 und 2017 gegen die kurdischen Militanten gestartet hatte.

„Die Türkei hat das Recht, alle Bedrohungen ihrer nationalen Sicherheit zu beseitigen“, stellte der türkische Präsident fest. Erdogan sagte, sein Land müsse einen hohen Preis zahlen, wenn es die von ihm als notwendig bezeichneten Maßnahmen in Nordsyrien nicht ergreife.

Die Türkei erwartet die Schaffung einer 32 Kilometer langen Sicherheitszone in Nordsyrien und hat betont, dass sie die Entfernung der YPG aus der Region wünscht.

Die Vereinigten Staaten haben kurdische Militante bewaffnet und ausgebildet, um ihnen bei der Bekämpfung der Terroristengruppe „Islamischer Staat“ zu helfen, doch Syrien und mehrere andere Länder sehen hinter dem Einsatz Hintergedanken.

Die Türkei, ein wichtiger Verbündeter der USA in der Region, hat den Einsatz schwerer Waffen in Syrien durch Washington trotz der Niederlage des „Islamischen Staates“ in weiten Teilen des arabischen Landes wiederholt in Frage gestellt.

Loading...

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here