Start der Rakete, die den Spionagesatelliten NROL-42 ins All beförderte. Bild: United Launch Alliance (ULA)

Moskau ruft die Weltgemeinschaft dazu auf, einen Rüstungswettlauf im Weltall zu verhindern. „Diese Chance zu verpassen wird ein Verbrechen gegen künftige Generationen sein“, so ein hochrangiger Diplomat.

Von Redaktion

Moskau fordert die Weltgemeinschaft auf, Konsensmaßnahmen zu entwickeln, um den Weltraum frei von Waffen zu halten, was zur Stärkung von Frieden und Sicherheit beitragen wird, sagte der Ständige Vertreter Russlands beim Büro der Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen in Genf, Gennady Gatilov, auf einer Plenarsitzung der Konferenz zur Abrüstung am Mittwoch.

„Wir fordern alle Staaten auf, ein sinnvolles und konstruktives Gespräch zu führen, um ein Wettrüsten im Weltraum zu verhindern und gemeinsam Konsensmaßnahmen zu entwickeln, um den Weltraum frei von Waffen zu halten und damit den internationalen Frieden und die globale Sicherheit zu stärken“, sagte der Diplomat. „Es gibt keine Zeit zu verlieren“, betonte er. „Diese Chance zu verpassen, wird ein Verbrechen gegen zukünftige Generationen sein.“

Gatilov erinnerte daran, dass Russland im Jahr 2004 die Verpflichtung einging, nicht das erste Land zu sein, das Waffen im Weltraum einsetzt. Bisher sind 21 Länder vollwertige Teilnehmer dieser Initiative geworden. Der Leiter der russischen Mission äußerte Bedauern und Besorgnis darüber, dass keines der westlichen Länder, in erster Linie eines der für die Erforschung des Weltraums bedeutenden, den Wunsch geäußert hat, sich dieser Verpflichtung bis jetzt anzuschließen.

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Gatilov betonte, dass die Umsetzung von Absichten, Waffen in den erdnahen Weltraum zu bringen, negative Auswirkungen auf die internationale Sicherheit und die globale Stabilität haben würde. „Dank der Bemühungen einzelner westlicher Länder treten wir in eine neue Ära des Weltraums ein“, stellte er fest. „Wir können mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass es zu einer weiteren Verschlechterung des Vertrauens zwischen den Nationen kommen wird.“

Der Diplomat beschrieb Erklärungen zum Einsatz von Waffen im Weltraum und ihrem möglichen Kampfeinsatz als „Ultimatum an die Weltgemeinschaft“ und die Absicht, eine unkontrollierte Dominanz im Weltraum anzustreben. Er merkte an, dass dies den einzelnen Ländern die Möglichkeit geben würde, ihre Bedingungen sowohl auf der Erdumlaufbahn als auch auf der Erde zu diktieren.

Russland sei weiterhin bestrebt, „verlässliche Wege zu finden, um den Weltraum frei von Waffen jeglicher Art zu halten“, bemerkte Gatilov. Eine Möglichkeit zur Erreichung dieses Ziels wäre „ein rechtsverbindlicher Vertrag zur Verhinderung des Einsatzes von Waffen im Weltraum auf der Grundlage der Grundsätze und Normen des Weltraumvertrags von 1967″. Der Diplomat erklärte, dass die Unterzeichnung eines solchen Abkommens und die Teilnahme der Länder, die am aktivsten im Weltraum tätig sind, es ermöglichen würden, die Voraussetzungen für die Umwandlung des Weltraums in die Sphäre der bewaffneten Konfrontation zu beseitigen.“

Die Abrüstungskonferenz besteht aus 65 Ländern. Es wurde 1979 nach der ersten Sonderversammlung der Vereinten Nationen zum Thema Abrüstung im Jahr 1978 als einziges internationales Verhandlungsforum der Weltgemeinschaft gegründet, um Abrüstungsabkommen auszuarbeiten.

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1 KOMMENTAR

  1. Das sind zwar löbliche Worte, doch der Mann übersieht dabei, dass man mit den Yankees keine dauerhaft verbindlichen Verträge machen kann.

    Es stellt sich doch die Frage womit beginnt das Thema? Militärische Satelliten gibt es schon jede Menge im Orbit. Darunter sind bereits Satelliten von China, Russland und den USA dort oben mit denen sie sich gegenseitig die kriegswichtigen Navigationgerätschaften unwirksam machen können.

    Es geht doch offenbar nur noch darum, ob man das bis zum wirtschaftlichen Exess weiter treibt.
    Dabei bleibt den Protagonisten weiter die Angst im Nacken, ob ihr Hightech Gedöns im Fall eines Falles auch funktioniert. – Die Krux ist, dass mit Verträgen diese Versagensängste auch nicht behoben werden. Und so bleibt der Stress bei all diesen Rüstungsfetischisten latent vorhanden.

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