Der polnische Präsident, Andrzej Duda - Bild: Wikimedia Commons/ Radosław Czarnecki CC-BY-SA 4.0

Rund um den Jahrestag zum Ausbruch des 2. Weltkriegs besteht der polnische Präsident Andrzej Duda weiterhin auf Forderungen nach Reparationen seines Landes.

Von Redaktion

Das sei „eine Frage von Verantwortung und Moral“, sagte Duda der „Bild-Zeitung“. „Der Krieg, über den wir heute sprechen, hat in Polen gewaltige Schäden verursacht.“ Polens Parlament werde dafür „eine Rechnung vorlegen“. Bereits Altpräsident Lech Kaczynski habe bereits vor Jahren „Gutachten erarbeiten lassen, aus denen klar hervorgeht: Diese Schäden wurden nie ausgeglichen.“ Am Ende werden Experten über die Frage der Reparationen entscheiden.

„Ich bin sicher, wir werden eine Lösung finden“, sagte Duda. Er erinnerte an die Entwicklung Polens bis zum Ausbruch des Weltkriegs 1939: „Obwohl wir erst 21 Jahre zuvor unsere Unabhängigkeit wiedererlangt hatten, waren wir wirtschaftlich bereits voll entwickelt: unsere Industrie blühte, in Gdingen war gerade ein riesiger Handelshafen entstanden. Wie waren auf dem Weg zu einer der wohlhabendsten Nationen in Europa. Diese Entwicklung wurde vom Überfall Hitlers jäh unterbrochen. Eine Tragödie.“

Weit größere Folgen habe der Krieg selbst verursacht:

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„Fast sechs Millionen polnischer Bürger wurden ermordet, unsere Städte in Trümmern, unsere Hauptstadt komplett zerstört. Polen lag am Boden. Keine Familie in Polen blieb davon verschont, jede Familie hat Angehörige verloren. Nicht nur Soldaten oder Partisanen. Die Großteil waren unschuldige Zivilisten, ermordet bei Razzien, Mordaktionen, in Ghettos und Konzentrationslagern. Wir vergessen das nicht: Rund die Hälfte der polnischen Opfer, drei Millionen, waren Juden, brutal ausgelöscht durch Hitlers Rassenwahn.“

Dennoch sei das Verhältnis zwischen Polen und Deutschland heute „ein Vorbild für die Völker dieser Welt“. Andrzej Duda sagte weiter: „Heute kann ich mit ganzem Herzen sagen: Polen ist frei. Wir haben die Geschichte niemals vergessen. Aber Deutschland und Polen haben sich ausgesöhnt, ganz und gar.“

Kritik an Rolle Großbritanniens und Frankreichs im 2. Weltkrieg

Andrzej Duda hat auch die Rolle Großbritanniens und Frankreichs nach Hitlers Überfall auf Polen scharf kritisiert. „Vor Hitlers Angriff hatten wir Beistandsverträge mit Frankreich und Großbritannien geschlossen, genutzt haben sie uns nichts“, sagte Duda der „Bild-Zeitung“.

„Hätten England und Frankreich im September 1939 Deutschland angegriffen, wie es im Vertrag vorgesehen war, wäre der Krieg innerhalb einiger Wochen zu Ende gewesen. Aber sie haben Polen ausbluten lassen.“ Polen suche bis heute „seriöse Bündnispartner, die sich an ihr Wort halten. Und nicht flüchten“, so Duda.

„Meine Generation ist im Kommunismus groß geworden. Und wir wissen, dass man auch Militär braucht, um vor dieser Gefahr sicher zu sein. Polnische Truppen und Soldaten aus anderen Ländern.“ Polen habe daher „nichts gegen eine Ausweitung der deutschen Präsenz im Rahmen der NATO. Schon jetzt gibt es in Stettin das Nordost-Korps, das bis vor Kurzem von einem deutschen Kommandanten geführt wurde“, sagte das polnische Staatsoberhaupt.

„Die US-Armee ist die stärkste der Welt. Und natürlich wünschen wir uns US-Soldaten an unserer Seite, in unserem Land. Eine dauerhafte Präsenz amerikanischer Truppen in Polen würde zur Sicherheit ganz Europas und auch Deutschlands beitragen“, ist sich der polnische Präsident sicher.

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3 KOMMENTARE

  1. Am besten die EU verkauft Polen und zahlt es an Deutschland aus. Dann ist endlich Ruhe im Karton und die greinende Slawengemeinde ist ruhig gestellt.

  2. 1954 haben Rußland und Polen eine Verzichtserklärung abgegeben und 1990 wurde im Zwei plus Vier-Vertrag der Verzicht gegenüber beiden Seiten Deutschlands erneut bestätigt und wenn nun eine erneute Aufrechnung erfolgt, so mag diese aus ihrer Sicht legitim sein, geht aber an der Realität vorbei und deshalb ist diese Forderung nicht nachvollziehbar weil Abmachungen bindend sind und nach allgemeinem Verständnis keine Veränderungen mehr zulassen.

  3. Ich kenne einige Polen und ( natürlich nicht repräsentativ) aber ein klein wenig ihre Denke.
    Der Ball bezüglich vorliegender Dreistigkeit müssen sich hier die Deutschen untereinander zuspielen.
    Wo Vakuum im Hirn (von Politikern)vorliegt, geschieht was?
    Es wachsen die Begehrlichkeiten auf der Gegenseite.
    Wer Politikgestaltung auf reines Pokern verlegt, (alle Werte sind bereits den Bach hinunter)brauch nicht überrascht tun, wenn andere beim Pokern zusteigen.

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