Atombombe. Bild: noch.info

Der polnische Ministerpräsident sieht Russland und China als Gefahr an. Die USA sollen nukleare Mittelstreckenraketen in Europa stationieren. Doch damit unterstützt er ein Wettrüsten auf unserem Kontinent.

Von Marco Maier

Polens Ministerpräsident, Mateusz Morawiecki, zeigt Interesse an der Stationierung von US-Atomraketen in Europa. „Die Frage einer Stationierung nuklearer Mittelstreckenraketen in Europa sollte innerhalb der NATO diskutiert und entschieden werden“, sagte Morawiecki den Funke-Zeitungen.

Russland habe sich nicht an den INF-Vertrag aus dem Jahr 1988 gehalten, der die Stationierung von Mittelstreckenraketen in Europa untersagte. „Deswegen verstehe ich die Sorgen der NATO.“ Zugleich machte sich Morawiecki für ein neues, umfassenderes Abkommen stark. „Wir sollten uns um einen neuen Abrüstungsvertrag bemühen, der auch China einschließt“, forderte der Regierungschef. „Nicht nur von Moskau, sondern auch von Peking geht eine Bedrohung für die freie Welt aus.“

Offensichtlich will Morawiecki den Rüstungswettlauf nach dem Ende des INF-Vertrags ankurbeln. Ein Ende, welches vor allem von Washington vorangetrieben wurde. Denn die Amerikaner haben in Rumänien bereits einen „Raketenschild“ installiert, der Mittelstreckenraketen abschießen kann und will dieses System auch in Polen aufbauen.

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Zudem hat Moskau die Amerikaner dazu eingeladen, sich die von Washington kritisierte Rakete selbst in Russland anzusehen um festzustellen, dass diese nicht gegen den INF-Vertrag verstößt. Doch die Amerikaner lehnten das ab und verblieben einfach bei den Anschuldigungen, nur um einen Grund für die Auflösung des Vertrags zu haben.

Das Hauptziel hierbei dürfte jedoch China sein, welches nicht an den INF-Vertrag gebunden ist und solche Mittelstreckenraketen bauen und besitzen darf. Dafür riskiert Washington jedoch die nukleare Aufrüstung in Europa. Denn Wladimir Putin machte eine ganz klare Ansage: Wenn die Amerikaner den ersten Schritt machen und Mittelstreckenraketen in Europa stationieren, wird Russland gleichziehen.

Und was wird die gleichgeschaltete NATO-Presse in Deutschland dann wohl berichten? Ganz klar: das böse Russland stationiert Mittelstreckenraketen an der Grenze zur NATO, weswegen man dann natürlich Strafmaßnahmen einleiten müsse. Tatsachen – nämlich dass die Amerikaner damit angefangen haben – interessieren hierbei nicht. Wie schon beim Ukraine-Konflikt, wo die USA und die Europäer den Maidan-Putsch fleißig unterstützten (wie war das nochmal mit der Einmischung in Wahlen?) und so den weiterhin anhaltenden Donbass-Konflikt schufen und auch die Krim-Krise mitverursachten. Auch da sind die Russen immer die Bösen.

Morawiecki scheint sehr daran gelegen zu sein, mit diesem Spiel mit dem (nuklearen) Feuer das Feindbild Russland weiter pflegen zu wollen. Auch wenn er damit riskiert, sein eigenes Land irgendwann einmal mit Atompilzen übersät zu sehen. Aber gegen Ideologien kommt die Vernunft nicht an.

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6 KOMMENTARE

  1. Die Bundesrepublik ist doch schon lange im Blick der russischen Abwehr und es wird uns im Falle einer nuklearen Auseinandersetzung besonders hart treffen und wenn die Polen sich daran beteiligen wollen, dann gerne, zumindest müssen sie sich dann keine weiteren Gedanken mehr zusätzliche Reparationsleistungen machen, weil es danach ehedem nichts mehr zu holen gibt.

  2. ….und was, bitte, können wir am Ende betroffenen Bürger in dieser sogenennten „Demokratie“ dagegen tun?
    Wir müssen zusehen, wie wenige Egomanen, Gier- und Machtbesessene da oben ihre Spielchen treiben, gegen unseren Willen und unter Einsatz von unser aller Leben.
    Mit dieser Parteien-„Demokratie“ gibt es da keinen Ausweg.
    Alle grossen Parteien haben den Bundesweiten Bürgerentscheid jetzt in ihren Programmen.
    Darauf sollte man sie vor jeder Wahl festnageln!
    Alles andere ist dagegen Pillepalle!

    hugh

  3. Aus Polen kam in den letzten Jahrhundertern ihres wackligen Scheinbestehens, weder qualitativ noch konstruktiv je etwas gescheites heraus. Es waren die ewig rückständigen Nörgler und Stichler. Die Zündschnur am Pulverfass Europa. Eine ganz hinterlistige Spezies. Man könnte es als Englands kleinen Bruder bezeichnen.

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