Öltanker

Iranischer Öltanker auf dem Weg nach Griechenland, Beamte spielen das Risiko einer Beschlagnahmung durch die USA herunter. Das US-Außenministerium warnt Griechenland vor der US-Position zum Kauf von iranischem Öl.

Von Jason Ditz / Antikrieg

Der iranische Öltanker Grace 1, der nun in Adrian Darya 1 umbenannt wurde, verließ Gibraltar am Sonntag, nachdem eine Vereinbarung getroffen worden war, um seine eineinhalb Monate dauernde Anhaltung zu beenden, nämlich die Zusicherung, kein Öl nach Syrien zu liefern. Die EU erlaubt Syrien nicht, Öl zu kaufen.

Dieser Teil scheint gelaufen zu sein, und es wird jetzt berichtet, dass der Tanker auf dem Weg nach Griechenland ist, wo er stattdessen sein Öl verkaufen wird. Die EU wird keine Einwände gegen den Verkauf von Öl an Griechenland, ein EU-Mitgliedstaat, erheben, und im Rahmen des Atomabkommens P5+1 können EU-Unternehmen nach eigenem Ermessen vom Iran kaufen.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind natürlich immer noch wütend. Die USA erlauben Syrien nicht, Öl zu kaufen, noch dem Iran, Öl zu verkaufen, und sie haben auch versucht, den Tanker und sein Öl unter ziviler Verwirkung der USA zu beschlagnahmen, was Gibraltar abgelehnt hat. US-Gerichte haben einen Vollzugsbefehl erlassen, der es den US-Marshals erlaubt, zu versuchen, den Tanker zu kapern.

Iranische Beamte haben das Risiko heruntergespielt, dass die USA tatsächlich versuchen werden, ihr Schiff im Mittelmeer zu beschlagnahmen, und die iranische Marine hat angekündigt, dass sie eine Militäreskorte in dem Ausmaß bereitstellen wird, wie sie es für notwendig hält.

So oder so, das US-Außenministerium sagt, dass es Griechenland kontaktiert und gewarnt hat, dass man eine „unverrückbare Position“ habe, wenn es darum geht, nichts vom Iran ohne die Erlaubnis der USA zu kaufen, und dass die Vereinigten Staaten von Amerika nie erlaubt haben, dass Griechenland dieses Öl kaufen darf.

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2 KOMMENTARE

  1. Wenn einfach mal alle Staaten gemeinsam drauf scheißen würden, was die USA wollen und was nicht.
    Dann wäre die Welt schon um ein vielfaches besser!

  2. Der Tanker ist umbenannt und umgeflaggt worden. Iranisches Öl ist nun also in einem iranischen Tanker. Das verändert schon mal rein rechtlich die Sache. – Rätselhaft bleibt warum der Tanker den griechischen Hafen Kalamata ansteuert, denn dort gibt es keine entsprechende Infrastruktur.

    Man kann eine Ladung Öl aber auch schon bereit verkaufen, auch wenn sie noch auf See im Bauch eines Schiffes ist. Und danach verkauft man die Ladung wieder und wieder bis die Yankees nur noch blöd kucken.
    Kalamata ist vermutlich nur ein Teil der Problemlösung. Man darf auch nicht vergessen, dass Syrien auch über keinen Hafen verfügt, der über eine geeigneten Terminal für eine derart großes Schiff verfügt.

    Wenn die Ölladung der so gelöscht werden soll, dass sie in syrische Tanks an Land gelangen soll, so muss man diese sowieso zuvor in kleinere Feedertanker umpumpen. — So war das wohl auch von Anfang an vorgesehen, weil das durchaus in solchen Fällen so üblich ist.

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