Naher und Mittlerer Osten. Bild: Wikimedia / W123 CC BY-SA 3.0

Die Allianz zwischen den USA und Saudi-Arabien bringt Unruhe in die Golfregion. Für die Amerikaner geht es vor allem um Geld und Einfluss, Moral und Menschenleben spielen keine Rolle.

Von Viktor Mikhin

Laut einer auf der Website des US-Außenministeriums veröffentlichten Erklärung hatte der US-Außenminister Mike Pompeo ein ziemlich langes Gespräch mit Mohammad Bin Salman Al Saud, dem Kronprinzen von Saudi-Arabien. Auf der Website wurde festgestellt, dass beide Seiten „bilaterale und regionale Entwicklungen erörterten, einschließlich der Bekämpfung der destabilisierenden Aktivitäten des iranischen Regimes und der Menschenrechte“.

In diesem Zusammenhang gibt es mehrere bemerkenswerte Punkte. Das erste ist, dass alle hochrangigen US-Beamten, einschließlich Donald Trump selbst, zunehmend mit Kronprinz Mohammad Bin Salman Al Saud anstelle seines Vaters, des Königs von Saudi-Arabien, kommunizierten und mit seiner Hilfe aktuelle Probleme lösten. Dies zeigt deutlich, wer in Riad zuständig ist. Und das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der Kronprinz das Alter und die Krankheit seines Vaters ausgenutzt hat, indem er mit jedem Tag mehr und mehr Macht in seinen Händen konzentriert. Die wenigen Aufgaben, die der greise saudische König noch hat, sind rein zeremonieller Natur und umfassen gelegentliche öffentliche Auftritte.

Zweitens beabsichtigen beide Seiten, die Schifffahrtsfreiheit im Persischen Golf und nicht im Golf von Mexiko oder im Ärmelkanal zu fördern. Sogar jetzt sind US-britische Militärschiffe bereits dort, weit weg von ihren Heimatküsten, und jedermann kann vermuten, für wen sie eine Bedrohung darstellen. Tatsächlich hat der Iran seinen arabischen Nachbarn mehrfach vorgeschlagen, einen Pakt über die Schifffahrtsfreiheit und den Schutz der Tanker im Persischen Golf zu unterzeichnen, doch Riad hat sich kategorisch geweigert, sich an dieser Initiative zu beteiligen. Andere arabische Nationen, die unter dem mächtigen Einfluss Saudi-Arabiens stehen, lehnten diesen Plan zur Förderung der Schifffahrtsfreiheit in dieser Region von globaler Bedeutung ebenfalls ab. Vielleicht hat nur Katar, das ein gutes Verhältnis zum Iran hat, den Abschluss eines solchen Vertrags unterstützt. Andere arabische Länder haben diese Ansicht jedoch nicht beachtet und stattdessen den Schutz durch die USA und Großbritannien gewählt, wie dies auch in der Kolonialzeit der Fall war.

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