Arbeiter auf einer Baustelle.

In den neuen Bundesländern arbeitet ein doppelt so hoher Anteil an Vollzeit-Beschäftigten im Niedriglohnbereich als im Westen.

Von Redaktion

Fast jeder dritte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Vollzeitjob in Ostdeutschland arbeitet für einen Niedriglohn. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, über die die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ berichten.

Demnach verdienten 2018 bundesweit 4,14 Millionen Vollzeitbeschäftigte weniger als 2.203 Euro. Dieser Wert entspricht zwei Dritteln des mittleren monatlichen Bruttoentgelts und wird auch „Niedriglohnschwelle“ genannt. Darunter lagen bezogen auf die gesamte Bundesrepublik 19,3 Prozent aller Beschäftigten mit Vollzeitstelle. Den Angaben zufolge waren in Ostdeutschland 1.248.516 Beschäftigte mit Vollzeitjob zu Niedriglöhnen angestellt.

Das entspricht einem Anteil von 32,1 Prozent. In Westdeutschland gab es 2.892.287 Vollzeit-Beschäftigte unterhalb der Niedriglohnschwelle, was einem Anteil von 16,5 Prozent entspricht. Linken-Fraktionsvize Susanne Ferschl zeigte sich angesichts der Zahlen alarmiert. „Wer Vollzeit arbeitet und trotzdem nicht über die Runden kommt, den packt die blanke Angst“, sagte die Bundestagabgeordnete dem RND. „Die Bundesregierung lässt die Menschen in ihrer Not allein und hält an ihrer verfehlten Arbeitsmarktpolitik fest.“

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Hartz IV habe unzumutbare Arbeit zumutbar gemacht: „Die Folge sind Dumpinglöhne und Millionen Menschen, die von ihrer Arbeit nicht leben können. Das kann sich eine Demokratie auf Dauer nicht leisten.“ Der Niedriglohn-Anteil bei Vollzeitbeschäftigten unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland stark. In Mecklenburg-Vorpommern mit 37,9 Prozent, in Thüringen mit 35,2 Prozent, in Sachsen und Brandenburg mit jeweils 35,1 Prozent sowie Sachsen-Anhalt mit 34,6 Prozent liegt er oberhalb des ostdeutschen Durchschnittswerts.

In Berlin sind es dagegen 21,5 Prozent. In Schleswig-Holstein beträgt der Anteil der zu Niedriglöhnen beschäftigten Vollzeitbeschäftigten bei 21,3 Prozent, in Niedersachsen 20,4 Prozent sowie in Nordrhein-Westfalen 17,1 Prozent. Besonders stark betroffen sind Frauen. Bei Arbeitnehmerinnen mit Vollzeitjob beträgt der Niedriglohn-Anteil 26,5 Prozent, bei Arbeitnehmern sind es 19,3 Prozent.

Häufig verdienen auch jüngere Beschäftigte weniger als zwei Drittel des mittleren Monatsentgelts. Bei den unter 25-Jährigen sind es laut Bundesarbeitsministerium 40,6 Prozent. Betrachtet man einzelne Branchen, zeigt sich, dass der Niedriglohn-Anteil bei Beschäftigten mit Vollzeitjob in den Reinigungsberufen mit 65,9 Prozent besonders hoch ist. Im Lebensmittel- und Gastgewerbe sind es 53,2 Prozent, in Landwirtschaft, Forst und Gartenbau 42,8 Prozent.

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1 KOMMENTAR

  1. Die Arbeitnehmer wurden schon immer ausgebeutet und unter Wert engagiert und das ging schon in den sechziger Jahren los und erst ab einer bestimmten beruflichen Ebene konnten es sich Familien leisten, von einem Einkommen einigermaßen ordentlich zu leben, ansonsten waren die meisten Frauen in der freien Wirtschaft gezwungen zumindest halbtags mitzuarbeiten und nur die Familien mit doppeltem guten Einkommen waren begünstigt und nicht nur beim verfügbaren Geld, sondern auch bei Investitionen und den späteren Rentenerwartungen und wer da nicht rechtzeitig vorsorgte, hatte schlechte Karten und die doppelverdienenden Beamtenfamilien ab dem mittleren Dienst waren schon immer besser dran und nur das Unternehmertum und die Freiberufler hatten einen Sonderstatus, einige Industriebetriebe zahlten auch ganz ordentlich, aber man kann ja sehen, wo das Geld hingeflossen ist, zum Alleinverdiener mit Familie garantiert nicht so, wie es hätte sein müssen und das fehlende Geld haben die Unternehmen einbehalten und wurden immer vermögender und Leute die etwas für ihre Kinder übrig hatten und sich um sie gekümmert haben wurden noch für ihre Bemühungen bestraft und heutzutage ist es noch viel schlimmer, denn niemand will mehr finanzielle Nachteile erleiden und so arbeiten die meisten und die Kinder werden durch andere betreut, was zwar auch Geld kostet, aber Freiheit suggeriert, aber das ist nur eine innere Lüge, weil man sich sonst nichts leisten kann und das ist eben der Beweis der Unterfinanzierung einer Familie durch eine Person und das war von anfang an der falsche Weg, der beschritten wurde, zu Lasten ganzer Generationen.

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