Nationalitätennennung: Kritik des Integrationsrats an Reul

Weil die Polizei in NRW künftig die Nationalität von Tatverdächtigen immer nennen will, hagelt es nun Kritik vom Integrationsrat.

Von Michael Steiner

Die Nennung der Nationalität von Tatverdächtigen durch die Polizei in Nordrhein-Westfalen soll mehr Transparenz schaffen, sowie Verdächtigungen in den sozialen Medien („Ah sicher ein Afghane/Türke/Nafri wieder!“) unterbinden. Dies war der Plan von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Dafür erhielt er auch Lob von einem Kriminologen aus Niedersachsen.

Doch beim Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat (BZI) stößt dieser Schritt erwartungsgemäß auf Kritik. „Ein solcher Schritt schadet der Gesellschaft“, sagte BZI-Vize Memet Kilic (Grüne) der „Welt“. „Ausländer und Migranten fühlen sich an den Pranger gestellt. Es wird nicht mehr thematisiert, dass sie Ärzte, Juristen, Ingenieure, Streetworker stellen. In der öffentlichen Wahrnehmung geht es nur noch um Kriminalität.“

Er weist auch das Argument Reuls zurück, wonach „Transparenz das beste Mittel gegen politische Bauernfängerei“ sei. „Die Bauernfänger werden sich mit der Nennung der Nationalität nicht zufriedengeben“, sagte er. „Wenn man die Nationalität nennt, werden die nächsten Fragen sein: ‚Wurde der Täter eingebürgert oder war er schon immer deutscher Staatsbürger.‘ Wenn die Antwort ist, dass er schon immer Staatsbürger war, wird die Frage sein: ‚Und waren auch die Eltern deutsche Staatsbürger.‘ Und wenn auch das beantwortet ist, bleibt noch die Frage der Religionszugehörigkeit.“ Das Ergebnis sei „eine Spirale von Stigmatisierungen“.

Vertrauen lasse sich nur erreichen, „wenn die Gesellschaft weiß, dass der Rechtsstaat funktioniert“, sagte Kilic weiter. „Wer unsere freiheitlich demokratische Grundordnung mit Füßen tritt, muss bekämpft werden – egal ob es sich dabei um Rassisten oder Islamisten handelt.“ Es sei zudem wichtig, der Bevölkerung den „Rückblick“ zu erlauben, „dass das wunderbare Deutschland in den 90er-Jahren eine Flüchtlingswelle aus Jugoslawien überstanden hat“. Viele der damaligen Flüchtlinge seien „heute bestens integriert – auch weil es in vielen Teilen der Bevölkerung eine Offenheit gab gegenüber Ausländern“.

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3 Kommentare

  1. Zitat Memet Kilic (Grüne):

    „Ingenieure“

    „Ingenieure“ HaHaHa, „klar doch“. Was haben diese „Ingenieure“ entwickelt??? Ein neues Rad für einen Eselskarren???

    „Es sei zudem wichtig, der Bevölkerung den „Rückblick“ zu erlauben, „dass das wunderbare Deutschland in den 90er-Jahren eine Flüchtlingswelle aus Jugoslawien überstanden hat“.

    Ahhhaaaa, der sieht also ein das diese Flüchtlingwelle nicht Gutes war sondern etwas das das Deutsche Volk ÜBERSTEHEN musste. Genauso ist die Jetzige Flüchtlingswelle nichts Gutes das wir leider schon WIEDER überstehen müssen auf Dummbefehl von Oben. Warum muß das deutsche Volk ständig so einen Scheiss ÜBERSTEHEN??? Wir haben die Schnauze voll davon. Wann kehrt hier endlich wieder normales unbeschwertes Leben ein? Wohl erst wenn die AfD dran ist. Am 1 Sep. VOLLE KANNE AFD. Logisch.

    Schlußwort: Dieser „Integrationsrats“ ist nichts weiter als ein deutschfeindlicher Invasionshelfer des Feindes.

  2. Schönes Ping-Pong der beiden.
    Leider ist es wohl eher so, das der nächste Meilenstein erreicht ist und es so viele Deutsche mit Migrationshintergrund gibt, das Deutsche endlich in der Kriminalitätsstatistik aufgeholt haben. Daher kann man die Nationalität auch endlich wieder angeben. Das dann noch als Transparenz verkaufen, wunderbare Manipulation.

  3. BZI-Vize Memet Kilic (Grüne): „Ausländer und Migranten fühlen sich an den Pranger gestellt.“
    Ja natürlich müssen sie auch. Wenn Minderheiten und dann noch als Gäste (wenn auch erzwungen) die Hälfte der schweren Straftaten in DE begehen und die Knäste füllen, muß es gesetzlich eine aufs Maul geben. Nur so darf man sich als Rechtsstaat bezeichnen, alles gegenteilige ist politisch gegenüber den Indigenen eine verbrecherische Diktatur.

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