Linken-Chefin Kipping verteidigt den Berliner Mietendeckel, Fraktionschefin Wagenknecht will diesen bundesweit einführen.

Von Redaktion

Während der Neubau von Wohnraum durch gesetzliche Auflagen und stark steigende Grundstückspreise immer teurer wird, verteidigt die Linke den Entwurf der Berliner Bausenatorin und Parteigenossin Katrin Lompscher für einen Mietendeckel. „Wir begrüßen den Vorstoß sehr. Es ist die richtige Reaktion auf die soziale Entwicklung und auf das Marktversagen auf dem Wohnungsmarkt“, sagte Kipping der „Welt“.

Die Mieten seien derart rasant gestiegen, dass weite Teile der Bevölkerung von „akutem Lohnraub“ betroffen seien. Dieser Entwicklung müsse etwas entgegensetzt werden, forderte Kipping. „Dazu gehören der Mietendeckel, dazu gehört eine Reduzierung der Bestandsmieten, und dazu gehören Enteignungen von Immobilienfonds wie Deutsche Wohnen und Co.“

Sahra Wagenknecht, Fraktionschefin der Linken im Bundestag, fordert hingegen gleich einen Mietendeckel auch auf Bundesebene. Wagenknecht sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Statt ihre wirkungslose Mietpreisbremse zu verlängern, sollte sich die Bundesregierung am Entwurf des Berliner Mietendeckels ein Beispiel nehmen.“

Die Linken-Politikerin nannte es „unerträglich, dass die Große Koalition seit Jahren zuschaut, wie große Immobilienfonds die Mieten nach oben treiben, um ihren Anlegern Traumrenditen zu bieten, während Familien mit normalen Einkommen aus den Innenbezirken großer Städte vertrieben werden“. Wohnen sei ein Menschenrecht und kein Spekulationsobjekt. Deshalb müsse dieser soziale Sprengsatz auch bundesweit durch einen Mietendeckel und ein öffentliches Wohnungsbauprogramm gestoppt werden.

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3 thoughts on “Mietendeckel: Linke für Ausweitung”

  1. Also die Mietpreise hier in Frankfurt finde ich auch extrem hoch und sie steigen immer weiter, wohnen ist hier schon Luxus geworden, viele ü30er müssen in Wohngemeinschaften leben, weil sie sich alleine das Leben in Frankfurt nicht leisten könnten.

    Jedoch wäre eine Mietpreisbremse auch eine beschneidung des freien Marktes… Zudem wäscht die Politik im Bezug auf die steigenden Mietpreise ihre Hände zu unrecht in unschuld!

    Die freie Marktwirtschaft existiert ja hier eigentlich auch nicht, wir haben eine Planwirtschaft und wir bewegen uns auf direktem Wege zur EUDSSR.

    1. Der freie Markt regelt auch nicht alles. Es ist ein Wunschtraum der Kapitalisten und deren Totschlagargument. „Wenig Regulierung, freier Markt und es wird schon“ sagen sie, das Einzige, was zuverlässig wird, ist die Gier.

  2. Die Zeiten eines regulierten Lizenzwesens konnten die Qualität betreffend schon was Einmaliges an Ergebnissen für die Allgemeinheit verbuchen.
    Eines ist sicher, der freie Markt ruiniert autarke Berufe die für kompromisslose Wertigkeit stehen. Wissen und handwerkliche Fertigkeiten werden dadurch eliminiert und verschwinden ganz.

    Hingegen Ramsch von der Wiege bis zum Hochjagen den Kamin nach der allerletzten Stunde gehen dem irdischen Dasein einer freien Marktwirtschaft einher.
    Nicht einmal die Zeit für eine würdevoll Bestattung oder Tage der Besinnung räumt ihre besitzergreifende Fokussierung dem Betroffenen mehr ein.

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