Test der US-amerikanischen Mittelstreckenrakete in Kalifornien. Bild: US-Verteidigungsministerium

Das US-Militär testete eine bodengestützte Mittelstreckenrakete, die nach dem INF-Vertrag illegal gewesen wäre. Das nächste militärische Wettrüsten wie während des Kalten Krieges beginnt.

Von Redaktion

Los geht’s mit dem neuen Wettrüsten des Kalten Krieges 2.0: Die USA haben gerade eine Bodenrakete mit einer Reichweite von mehr als 500 km getestet – zuvor verboten im Rahmen des inzwischen aufgelösten Vertrages über Nuklearkräfte der mittleren Reichweite (INF). Und das kurz nachdem Putin vor kurzem sagte, Russland werden gezwungen sein, verbotene Raketen einzusetzen, wenn die USA dies tun.

Das Pentagon bestätigte nämlich am Montag einen Flugtest einer „konventionell konfigurierten vom Boden gestarteten Cruise Missile“, der am Sonntag stattfand, und veröffentlichte ein Video des Starts. Wobei man sich eigentlich fragen muss: Hatten die Amerikaner die entsprechenden Pläne trotz Verbots durch den INF-Vertrag schon fertig in der Schublade? Und: Wie lange arbeitet das US-Militär bereits an dieser Mittelstreckenrakete?

„Die mit diesem Test gesammelten Daten und die daraus gezogenen Lehren werden das Verteidigungsministerium bei der Entwicklung künftiger Mittelstreckenfähigkeiten unterstützen“, heißt es in der Pressemitteilung des Verteidigungsministeriums.

Der Test fand auf einer Strecke auf San Nicolas Island in Kalifornien statt, teilte das Pentagon mit. Es wurde berichtet, dass die Rakete ein Ziel in einer Entfernung von mehr als 500 km erfolgreich getroffen hat.

Entscheidend ist, dass sowohl die Vereinigten Staaten als auch Russland formell vom wegweisenden Vertrag von 1987 zurückgetreten sind, der Raketen mit einer Reichweite zwischen 500 km und 5.000 km verbietet.

Anfang August hatte US-Verteidigungsminister Mark Esper während einer Reise nach Australien Pläne zum Einsatz zuvor verbotener Raketen in Asien oder im pazifischen Raum angekündigt. Ich würde Monate vorziehen. Ich habe nur nicht den neuesten Stand der Zeitplanung“, erklärte er nur Tage nach dem offiziellen Ende des INF-Vertrags.

Putin hatte zu einer Versammlung seiner Verteidigungschefs gesagt, nachdem er von den US-Einsatzplänen für Asien erfahren hatte: „Unserer Meinung nach werden die Maßnahmen der USA, die zur Beendigung des Vertrags über die Mittelstreckenraketen geführt haben, unweigerlich eine Abwertung nach sich ziehen, die gesamte globale Sicherheitsarchitektur untergraben, einschließlich des Vertrags über strategische Offensivwaffen und des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen“, sagte er dem Rat in einer Erklärung des Kreml-Pressedienstes. „Dieses Szenario bedeutet die Wiederaufnahme eines hemmungslosen Wettrüstens“, betonte Putin.

Das russische Verteidigungsministerium hat kürzlich bekräftigt, dass es ohne Washingtons ersten Schritt keine Mittel- und Langstreckenraketen einsetzen werde.

Der neue Raketentest des Pentagons könnte den Beginn genau eines solchen „hemmungslosen Wettrüstens“ markieren, das die schlimmsten Befürchtungen der Ära des Kalten Krieges kennzeichnete. Denn Washington wird nicht davor zurückschrecken, den ersten Schritt zu machen und solche Raketensysteme in Asien und Europa zu installieren.

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