Muslime beim "Hadsch" um die Kaaba in Mekka. Bild: Flickr / Citizen59 CC BY-SA 2.0

Laut dem MIT soll der Klimawandel dazu beitragen, dass Mekka bereits in wenigen Jahrzehnten zu einer tödlichen Hitzefalle für muslimische Pilger wird.

Von Marco Maier

Bereits vor drei Jahren berichteten wir über die möglichen Auswirkungen der klimatischen Veränderungen auf den Nahen Osten. Laut Computersimulationen sollen in der Gegend des Persischen Golfes bereits Ende dieses Jahrhunderts Temperaturen von bis zu 77 Grad Celsius herrschen. Doch das trifft auch die Pilgerstätten des Islams.

Wissenschaftler des MIT haben nun errechnet, dass die Gegend bald schon zu heiß für Pilgerfahrten sein könnte, da es immer öfter zu lebensgefährlichen Kombinationen aus Hitze und Schwüle kommen werde. Die sich nach dem Mondkalender richtenden Termine für den Haddsch fallen nämlich immer wieder auf den Hochsommer, der immer extremere Werte aufweisen wird.

Um 2050 könnten schon 20 Prozent der Pilgerfahrt-Termine diese Schwelle überschreiten, bis zum Jahr 2080 sogar 40 Prozent, so die Prognosen. Wenn man bedenkt, dass der Haddsch in den Jahren 2047 bis 2052 und 2079 bis 2086 in die heißeste Zeit fallen wird, wird klar: es erwartet die Muslime alleine in diesem Jahrhundert mehrere Jahre eine „Todeszone“ in der Region.

Doch die Zahl der Muslime wird in den kommenden Jahrzehnten dramatisch wachsen, und damit auch die Zahl jener, die zu ihrer Haddsch-Pflicht aufbrechen wollen. Von derzeit rund 1,6 Milliarden Muslimen wird die muslimische Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 wohl auf 2,7 bis 2,8 Milliarden ansteigen. Bis zum Jahr 2100 könnten es sogar bis zu fünf Milliarden sein. Wenn aber die Region um Mekka zunehmend lebensfeindlich wird, gibt es auch logistische Probleme an den „kühleren“ Terminen für die Pilgerfahrt.

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Und nicht nur für die muslimischen Pilger wird die zunehmende Hitze zum Problem, auch die dort lebenden Menschen werden irgendwann die Region verlassen müssen. Für die Muslime ist das natürlich ein Dilemma.

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2 KOMMENTARE

  1. Bald können sie in Europa eine neue Pilgerstätte einrichten, dann erübrigt sich das Hitzethema, mal ganz von dem abgesehen was wir dann machen, denn die Religionsfreiheit steht nach unserer Definition über allem und wie soll man da widersprechen, wenn man sich nicht selbst konterkarieren will.

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