Der iranische Tanker Adrian Darya. Bild: Youtube

Der iranische Tanker Adrian Darya steuert nicht auf Griechenland, sondern auf die Türkei zu. Damit drohen dem Land US-Strafmaßnahmen. Eskalieren die Spannungen zwischen Ankara und Washington erneut?

Von Marco Maier

Gestern wurde bekannt, dass der zuvor in Gibraltar festgehaltene iranische Tanker Adrian Darya (ehemals Grace 1) nicht wie zuvor von Teheran angegeben den griechischen Hafen Kalamata ansteuert, sondern vielmehr am 1. August im südtürkischen Hafen von Mersin einlaufen wird.

Angesichts dessen, dass die Vereinigten Staaten behaupten, die 2,1 Millionen Barrel an iranischem Öl würden den Islamischen Revolutionsgarden des Irans zugute kommen, wird dies zu einer neuen diplomatischen Krise zwischen Ankara und Washington führen. Zuvor schon hatte das US-Außenministerium den Griechen gedroht, dass jede Hilfe für den Tanker – auch die Nutzung der Hafeneinrichtungen – als „materielle Unterstützung für den Terrorismus“ angesehen werde. Immerhin gelten die Islamischen Revolutionsgarden – eine staatliche iranische Militäreinheit – für die USA offiziell als Terrororganisation.

Die Türkei, ein NATO-Mitglied, hat sich schon mit dem Kauf der russischen S-400-Luftabwehrsysteme Feinde in Washington gemacht. Kaufen die Türken nun auch noch iranisches Öl (was von den Amerikanern bis auf wenige Ausnahmen ebenso mit Sanktionen bedacht wird), dürfte das die Spannungen zwischen den beiden Ländern erneut erhöhen. Und das, obwohl Ankara und Washington kürzlich erst eine gemeinsame Lösung für deren Interessen in Nordsyrien fanden.

Es ist zu erwarten, dass es hierzu noch einige verbale Auseinandersetzungen geben wird. Dabei hat die Türkei schon öfter verdeutlicht, dass sie gutnachbarschaftliche Beziehungen zum Iran unterhält – und das, seit vielen Jahrzehnten. Auch haben beide Länder ein starkes Handelsvolumen miteinander. Und: der türkischen Führung ist die eigene Nachbarschaft wichtiger als irgendwelche Länder fernab des Heimatbodens.

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1 KOMMENTAR

  1. Also ich finds gut, das ist endlich mal eine vernünftige Handlung der Türkei.
    Scheiß auf die Amis, man sollte sich mit seinen Nachbarn gut stellen! Und das günstige iranische Öl zu kaufen ist für ein Land welches mit einer massiven Infaltion zu kämpfen hat auch nicht das dümmste.

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