Der Irak beschuldigt Pentagon, die Zahl der IS-Kämpfer „extrem übertrieben“ zu haben, um so die eigene Truppenpräsenz rechtzufertigen.

Von Redaktion

Der Generalinspekteur des US-Verteidigungsministeriums veröffentlichte letzte Woche einen offiziellen Bericht, in dem behauptet wurde, dass der „Islamische Staat“ (IS) zwischen 14.000 und 18.000 Mitglieder im Irak und in Syrien besitzt. Dies nutzen Beamte des Pentagon als Argument für eine anhaltende Präsenz der US-Truppen in Syrien. Sie nutzten den Bericht als „Bestätigung“ dafür, dass ein US-Abzug in Syrien einen wiederauflebenden IS ermöglicht habe.

Das irakische Militär, das mit den US-Streitkräften zusammenarbeitet, lehnte den Bericht jedoch ab und nannte ihn „extrem übertrieben“.

„Die vom Pentagon angekündigte Zahl ist extrem übertrieben“, sagte der Sprecher des Joint Operations Command, Brigade-General Yahya Rasool, in einer Presseerklärung, wie von der irakischen Nachrichtenagentur Malouma und dem Regional Outlet Kurdistan24 zitiert wurde.

Der General fügte hinzu, dass sich die irakischen Streitkräfte in der dritten und letzten Phase einer Operation befinden, die die letzten Bastionen der Schläferzellen des islamischen Staates säubern soll.

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Der Pentagon-Bericht vom vergangenen Dienstag, der dem Kongress vorgelegt wurde, stellte fest, dass die IS-Terroristen in Syrien und im Irak „wieder an der Macht“ sind, und zeichnete ein allgemeines Bild davon, dass sich der Islamische Staat in dem Maße, in dem amerikanische Truppen die Region verlassen, entsprechend wieder etablieren wird.

„Obwohl der islamische Staat im Irak und in Syrien sein territoriales „Kalifat“ verloren hat, hat er seine aufständischen Fähigkeiten im Irak gefestigt und erholte sich in diesem Quartal in Syrien“, heißt es in dem Bericht.

Es sollte nicht vergessen werden, dass es genau dasselbe Argument ist, das Syrien-Falken wiederholt verwendet haben, um frühere Pläne zu unterbinden, die von Präsident Trump geäußert wurden, „die Truppen nach Hause zu bringen“. Auch Bagdad-Beamte selbst sahen in zunehmendem Maße wenig Bedarf für die unpopuläre Präsenz der US-Truppen auf irakischem Boden.

Wie Osama bin Laden und al-Qaida in den Jahren nach dem 11. September ist die ständig aufgeblasene „IS-Bedrohung“ der neue „Schmäh“, der immer weiter verbreitet wird: Neokonservative und Falken werden daran festhalten, solange dies eine Ausweitung der amerikanischen Präsenz im Nahen Osten ermöglicht.

Der „militärisch-industrielle Koplex“ braucht solche Feindbilder und Bedrohungsszenarien, um weiterhin eine Existenzberechtigung zu besitzen. Es geht hier nicht um Wahrheiten und die Realität, es geht hierbei um das vermittelte Bild.

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2 thoughts on “Irak: Pentagon übertreibt Zahl von IS-Kämpfern”

  1. Es ist ein Unding, wenn sich Truppen anderer Länder ungefragt in Gebieten aufhalten, die sie nichts angehen und hier sieht man exemplarisch, wie Interessen anderer über die Entscheidungsfreiheit der Völker gestellt werden und über allem steht ein Verein am East River, der die größte Feigenblattorganisation der Welt darstellt und sich insgeheim anschickt selbst Akteur zu werden, genau wie die anderen, nur mit subtileren Methoden, die aber genauso gravierend sein können, wie die kriegerischen Auseinandersetzungen und dabei spielt es keine Rolle mehr, wie man aus der Welt geschafft wird, denn wer aufhört zu existieren ist nun mal klinisch tot, auf welche Art ist nebensächlich.

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