Irak droht mit Abschuss von US-Kampfjets

Bagdad will vorerst keine ausländische Kampfjets, Helikopter oder Drohnen mehr in seinem Luftraum sehen. Man droht mit dem Abschuss – auch jener der Amerikaner.

Von Redaktion

Das US-Militär war gezwungen, den irakischen Forderungen nachzukommen, keine Flugzeuge, Hubschrauber und Drohnen über dem Land mehr einzusetzen, nachdem sein Ministerpräsident gewarnt hatte, dass die Luftverteidigungssysteme des Irak gegen Flugzeuge vorgehen würden.

Hochrangige US-Militärkommandeure im Irak trafen sich diese Woche mit dem Verteidigungsminister des Landes, um die jüngste Forderung des irakischen Premierministers Adel Abdul-Mahdi zu erörtern, alle Militärflüge über den Luftraum des Landes einzustellen, berichtete Military.com Freitag. Grund dafür ist offenbar eine ungeklärten Explosion in Camp al-Saqr vor den Toren der Hauptstadt Bagdad.

„Die von den USA geführte Koalition hat bei der Umsetzung der Anordnung des Premierministers sofort alle Anweisungen unserer irakischen Partner befolgt“, heißt es in einer Erklärung der „Combined Joint Task Force – Operation Inherent Resolve“ des amerikanischen Militärs, die im Irak weiterhin mit dem vorgegebenen Ziel operiert, Luftangriffe gegen bereits besiegte Terroristen des „Islamischen Staates“ im vom Krieg heimgesuchten Land durchzuführen.

Die Entscheidung von US-Militärs, Abdul-Mahdis Anweisung als „Gäste innerhalb der souveränen Grenzen des Irak“ zu befolgen, kam, nachdem er Berichten zufolge „irakische und nicht-irakische Parteien“ aufgefordert hatte, der Forderung nachzukommen oder das Risiko einzugehen, als „feindlicher Flug“ eingestuft zu werden. Dem Bericht zufolge warnte der irakische Ministerpräsident weiter davor, dass nicht autorisierte Flugaktivitäten „sofort aus unserer Luftverteidigung heraus erledigt werden“.

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Die US-Kommandeure gaben jedoch nicht an, für wie lange sie zugestimmt hatten, amerikanische Flugzeuge vom irakischen Himmel fernzuhalten.

Die Ermittlungen im Zusammenhang mit der Explosion im Camp Al-Saqr dauern noch an, werden jedoch voraussichtlich innerhalb einer Woche abgeschlossen sein. In der Presse wird berichtet, dass die israelische Führung der Hauptverdächtige für einen Luftangriff auf die Basis ist, in der ein Waffenlager für die irakischen Volksmobilisierungskräfte (PMF) eingerichtet wurde. Diese spielen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der IS-Terroristen quer durchs Land. Doch die schiitische Miliz wird auch vom Iran unterstützt – dem Erzfeind Israels.

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Darüber hinaus beschrieb ein PMF-Kommandeur, der als Abu Alaa al-Walae identifiziert wurde, auf Twitter Abdul-Mahdis „Entscheidung, amerikanische Drohnen im irakischen Luftraum zu verbieten“ als mutig.

Ein AP-Bericht zitierte ferner einen namentlich nicht genannten PMF-Vertreter als Hinweis darauf, dass es Hinweise auf einen Drohnenangriff gibt, der die jüngste Explosion verursacht habe.

Die von Schiiten dominierte irakische Führung ist mit der US-Militärpräsenz im Land nicht wirklich glücklich. Zudem sucht das Land bessere Beziehungen mit dem Nachbarn Iran, was sich auch durch eine militärische Zusammenarbeit bei der Bekämpung sunnitischer Islamistenmilizen zeigt.

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