Fracking-Bohrloch. Bild: Flickr / Kate Ausburn CC-BY 2.0

Die niedrigen Ölpreise machen den US-amerikanischen Fracking-Firmen große Probleme. Eine Insolvenzwelle rollt langsam aber sicher an.

Von Redaktion

Laut einem neuen Bericht der Anwaltskanzlei Haynes und Boone LLP nehmen die Insolvenzen im vorgelagerten Sektor in diesem Jahr zu, da die Spotpreise für Energie angesichts eines zyklischen Abschwungs in der Wirtschaft weiterhin gedämpft sind.

Bisher haben 26 Explorations- und Produktionsunternehmen (E & P) bis Mitte August Insolvenz angemeldet. Die Schulden belaufen sich auf insgesamt 10,96 Milliarden US-Dollar. Die Kanzlei stellte fest, dass im Mai ein Anstieg der Insolvenzen einsetzte, nachdem die WTI-Preise von Mitte April bis Mitte Juni um -23 Prozent korrigiert worden waren.

Im Jahr 2018 meldeten 28 E & P-Unternehmen Insolvenz an. Sie hatten Schulden in Höhe von 13,2 Mrd. US-Dollar, während 24 Unternehmen im Jahr 2017 Schutz beantragten und Schulden in Höhe von 8,5 Mrd. US-Dollar hatten. Die Kanzlei weist darauf hin, dass Insolvenzen im Energiebereich an Dynamik gewinnen. „In diesem Jahr ist die Zahl der Anmeldungen bislang gestiegen“, sagte Haynes & Boone. Insgesamt wurden seit 2015 ganze 192 Insolvenzen in dem Bereich gemeldet, wobei die Schulden sich auf insgesamt 106,8 Milliarden US-Dollar beliefen.

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Die Anwaltskanzlei sagte, es sei schwer zu sagen, ob eine neue Insolvenzwelle bevorstehe, sagte aber, „einige Stakeholder haben möglicherweise die Hoffnung aufgegeben, dass die wiederauflebenden Rohstoffpreise alle retten werden“, insbesondere Betreiber, die kurz vor dem Bankrott standen. „Für diese Produzenten hat die Spieluhr keine Zeit mehr, um mit ihren Gläubigern und anderen Stakeholdern ‚kick the can‘ zu spielen“, warnte die Kanzlei.

Bereits seit Jahren gibt es Warnungen, dass die US-Frackingindustrie bei anhaltend niedrigen Ölpreisen komplett überschuldet sein wird. Bislang haben Kapitalgeber diesen Wirtschaftszweig noch am Leben erhalten und die Vereinigten Staaten zu einem Netto-Exporteur von Öl und Ölprodukten gemacht. Doch der Fracking-Boom neigt sich dem Ende zu. Das Verfahren ist nicht nur höchst umweltschädlich, sondern dazu auch noch viel zu teuer.

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1 KOMMENTAR

  1. Das könnte man vielleicht machen, wenn es sonst auf der Erde nichts mehr zu holen gibt, aber diese Methode ist sehr bedenklich und alle die etwas von Geologie und Bergbau verstehen haben große Bedenken, denn die Nachteile wiegen die Vorteile nicht auf und es ist sogar mehr als gefährlich und müßte man dort wohnen, wären die Bedenken sicherlich groß, denn es gibt viele Beispiele, wo durch solche menschliche Eingriffe Imponderabilen auftreten können, die unbeherrschbar sind und darin steckt die eigentliche Gefahr, bei allem Profitdenken, was nur in wenige Taschen fließt und die große Mehrheit schädigen kann.

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