Russische Atomrakete. Bild: © Sputnik / Sergey Pyatakov

Selbst nach Jahrzehnten der Reduzierung ihrer Arsenale besitzen die USA und Russland immer noch mehr als 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen, schreiben die Experten.

Von Redaktion

Washingtons Entscheidung, sich aus dem Vertrag über Mittelstrecken-Kernwaffen (INF) zurückzuziehen und die Entscheidung Russlands, seine Teilnahme am Vertrag auszusetzen, haben die nukleare Bedrohung auf den höchsten Stand seit der Kubakrise gebracht, sagten der frühere Energieminister Ernest Moniz und der frühere Senator Sam Nunn in einem vorveröffentlichten Aufsatz des Magazins „Foreign Affairs“ vom September/Oktober.

„Die Vereinigten Staaten und Russland befinden sich jetzt in einem Zustand strategischer Instabilität. Ein Unfall oder ein Missgeschick könnte einen Katastrophenfall auslösen. Seit der Kubakrise von 1962 ist das Risiko einer US-russischen Konfrontation mit dem Einsatz von Atomwaffen nicht mehr so hoch so wie es heute ist. Doch anders als während des Kalten Krieges scheinen beide Seiten vorsätzlich blind für die Gefahr zu sein“, schreiben sie.

„Selbst nach Jahrzehnten der Reduzierung ihrer Arsenale besitzen die Vereinigten Staaten und Russland immer noch mehr als 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen, mehr als 8.000 Sprengköpfe, sodass jeder den anderen und die Welt um ein Vielfaches zerstören kann“, stellen die Autoren fest.

Loading...

„Lange Zeit haben beide Seiten hart daran gearbeitet, die Bedrohung zu bewältigen, die diese Arsenale darstellen. In den letzten Jahren hat sich die Rüstungskontrolle jedoch verschlechtert, und die Kommunikationskanäle wurden geschlossen, während die veraltete nukleare Haltung des Kalten Krieges neben neuen Bedrohungen im Cyberspace fortbestanden und gefährliche Fortschritte in der Militärtechnologie (bald auch Hyperschallwaffen, die mit mehr als der fünffachen Schallgeschwindigkeit eingesetzt werden)“, schreiben Moniz und Nunn.

„Russland kann geopolitische Strömungen in Bereichen stören, die für die Interessen der USA von entscheidender Bedeutung sind, darunter Europa, der Nahe Osten, Asien und die Arktis. Weitere Zusammenstöße und Krisen sind nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich. Beide Seiten müssen jetzt mit der Planung beginnen, um sicherzustellen, dass solche Konfrontationen nicht außer Kontrolle geraten oder, besser gesagt, gar nicht erst auftreten“, betonen sie.

Loading...

2 KOMMENTARE

  1. Inzwischen wurde zu diesem Thema von den Mainstream-Medienfritzen so viel gelogen, die Leuten mit Szenarien überschüttet und stilles Wasser aufgebauscht, dass nun alles was aus dieser Richtung kommt, bei alten Hasen keinen Mucks mehr auslöst.

  2. Etwas stark die US-Position beschönigend, wenn die Senatoren „beiden Seiten vorsätzliche “ Blindheit attestieren. Wer hat denn den Vertrag gekündigt? Und wer war stets im Vorwärtsgang betreffend Ausweitung seiner Positionen, meist auch noch arrogant und herausfordernd? Also doch bloß die üblichen Lügen von altbekannter Stelle……
    Welch ein Glück für die US-Regierung, dass das amerikanische Volk noch ahnungsloser und desinteressierter als das deutsche ist. (um schlimmere Spezifikationen zu vermeiden)
    Wir sollten raus aus der NATO, wäre wesentlich besser und glaubhafter, als mit notorischen Scharfmachern stets neue Händel vom Zaune zu brechen. Und dann sehe man sich nur die primitiven
    Begründungen dafür an, eine Zumutung für des Denkens fähige Zeitgenossen!
    Könnte natürlich dem Überschwappen der Intelligenzsoße von der Basis auf den tiefen Staat und Regierung geschuldet sein…
    Abstand zu solchen Mauschlern und Demagogen! Vergessen wir nicht die horrenden Defizite in unserer Scheinelite, mit dem Personal ist kein Blumentopf, geschweige denn ein Krieg zu gewinnen! Womit auch?
    Andererseits, man soll auch das Positive derlei riskanter Eskalationsversuche nicht vernachlässigen.
    Die US-Freunde könnten doch wieder mal ein Update ihrer Infrastruktur und der gesamten Wirtschaftsbasis dringend gebrauchen, nach der nächsten Wirtschaftskrise nimmt denen ohnehin niemand mehr ihre nachgedruckte grüne Grätze ab, und liefert dafür noch Qualitätsware….
    Wäre übrigens auch bei den „Einkäufen“ in dt. Großunternehmen zu hinterfragen. Und, wir sollten eventuell doch aus WK I und WK II gelernt haben. Unsere Regierung wohl nicht, wir aber umso mehr.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here