Als Gegenmaßnahme zu Trumps Zollerhöhungen antwortete Peking nicht mit einem Gleichzug. Vielmehr will man nun Trumps Kernwählerschaft treffen – und trifft die US-Farmer tief ins Mark.

Von Marco Maier

Ende letzter Woche kündigte Präsident Trump an, dass die USA einen 10-prozentigen Zoll auf chinesische Importe im Wert von 300 Milliarden Dollar erheben würden, was eine dramatische Eskalation des amerikanischen Handelskrieges mit China darstellt. Dieser Schritt von Trump war ein totaler Schock für chinesische Regierungsbeamte und die globalen Finanzmärkte waren in Aufruhr versetzt.

Seit dieser Ankündigung war klar, dass sich die Chinesen revanchieren würden. Aber ehrlich gesagt haben nur sehr wenige Experten so etwas erwartet: Am Montag gab China bekannt, dass der Kauf von US-Agrarprodukten vollständig eingestellt wird.

Man könnte sagen, das ist die „Atombombe des Handelskriegs“. Anstatt als Gegenmaßnahme einfach auch Zölle auf US-amerikanische Agrarprodukte zu erheben, gibt es nun einen Importstopp. Zwar importierten die Chinesen im vergangenen Jahr nur mehr US-amerikanische landwirtschaftliche Produkte im Wert von 9,1 Milliarden Dollar (nachdem im Jahr 2017 noch für 19,5 Milliarden Dollar US-Landwirtschaftsprodukte importiert wurden), doch das Ziel Pekings ist eine direkte Attacke auf Trump und dessen Administration.

Die ohnehin schon durch schlechte Witterungsverhältnisse gebeutelten US-Farmer bekommen so noch einen auf den Deckel. Doch gerade die ländlichen Gebiete sind jene, die Trump zum Wahlsieg verhalfen. Bei seinem Wiederwahlversuch ist er auf sie angewiesen. Doch wenn diese Leute nicht mehr für ihn stimmen oder sogar für seinen demokratischen Kontrahenten, läuft Trump Gefahr, seine Wiederwahl zu verlieren.

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Auch wenn es grundsätzlich nur wenig Unterschied macht, ob nun ein Demokrat oder ein Republikaner im Weißen Haus sitzt, so wissen die Chinesen auch, dass die globalistisch orientierten Demokraten keine solch aggressive Handelspolitik führen würden wie es der eher isolationistisch-nationalistische Trump tut. Ihn nun um einen Teil seiner (potentiellen) Wählerschaft zu bringen, ist ein gewiefter Schachzug. Ob er aufgeht, wird man bei den nächsten Präsidentenwahlen sehen.

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