Die arktische Insel erinnert erschreckend an die Umweltschäden und politischen Gefahren, die der Klimawandel bereits mit sich gebracht hat.

Von Laurie Garett / Foreign Policy

Das offene Interesse des US-Präsidenten Donald Trump, Grönland zu kaufen, wurde allgemein als undiplomatisch und „absurd“ eingestuft, um die dänische Premierministerin Mette Frederiksen zu zitieren. Aber diese verwirrende Aktion hat längst die Aufmerksamkeit auf die arktische Insel gelenkt, die etwa halb so groß ist wie Westeuropa (mehr als 836.000 Quadratkilometer), zu 80 Prozent mit einer Eisschicht bedeckt ist, die bis zu 3,2 km dick ist und die etwa sechs Monate pro Jahr kalt ist.

Obwohl Grönland bescheiden ist, rückt es stillschweigend immer näher an das Zentrum der Geopolitik heran. Trump kannte den Status der Insel als Frühindikator und Objekt des Klimawandels wahrscheinlich nicht oder kümmerte sich nicht sonderlich darum. Aber das amerikanische Volk sollte genau aufpassen. Es reicht nicht aus, nur über Trumps Kühnheit zu lachen. Seine Berater waren sich wahrscheinlich des wachsenden Selbstbewusstseins Chinas und Russlands in der Region und der Art und Weise bewusst, wie die Schifffahrtswege und Mineralvorkommen durch die globale Erwärmung besser zugänglich werden.

Das Abschmelzen der Arktis wird von vielen Ländern als Chance betrachtet – und von den indigenen Völkern der Region als existenzielles Risiko. Eine Reise, die ich diesen Sommer durch Grönland unternommen habe, war eine erschreckende Erinnerung an die weit verbreiteten Umweltschäden und die politischen Gefahren, die der Klimawandel bereits mit sich gebracht hat. Die Gletscher, die ich vor fünf Jahren besucht habe, haben sich zusehends weiter zurückgebildet. Die Temperaturen sind auf kalifornisches Niveau angestiegen, und neue Formen der Pflanzenwelt sind gewachsen, wo einst nur Eis und Gestein existierten. Heute schmilzt Grönlands Eis sechsmal schneller als in den 1980er Jahren. Wissenschaftler schätzen, dass Grönlands Eisschild zwischen 1972 und 2018 11 Billiarden Pfund Wasser verloren hat.

Der Russel-Gletscher in Grönland – public domain

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