Der Präsidenten aus Russland und China, Wladimir Putin und Xi Ping - public domain

Die Volksrepublik China sucht noch nach einem Platz als Großmacht in der Welt. Dabei will Peking insbesondere mit Moskau kooperieren.

Von Marco Maier

Der Aufstieg von einem verarmten Agrarstaat hin zu einer Großmacht hat auch die chinesische Außenpolitik beeinflusst. Neben den wirtschaftlichen Interessen kommen zunehmend auch geopolitische Agenden ins Spiel. Mangels eigener Erfahrungen in diesem Bereich sucht Peking die Kooperation mit Moskau.

Im am Mittwoch vom Informationsbüro des chinesischen Staatsrats veröffentlichten Weißbuch „Nationale Verteidigung in der neuen Ära“ werden entsprechende Änderungen angekündigt. Man will nun der Verantwortung als Großmacht gerecht werden.

Das Weißbuch beschreibt den „Aufbau einer neuartigen Sicherheitspartnerschaft, die sich durch Gleichheit, gegenseitiges Vertrauen und Win-Win-Kooperation auszeichnet“. Es konzentriert sich auf die globale Sicherheit, da westliche Länder Unilateralismus und harte Macht einsetzen würden, um Probleme zu lösen. Solche Methoden stünden im Widerspruch zu Chinas Ziel, eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft für die Menschheit aufzubauen.

Bei der Beschreibung der militärischen Beziehungen zwischen wichtigen Ländern entwickelt sich laut Weißbuch jene zwischen China und Russland „weiterhin auf hohem Niveau, was die umfassende strategische Koordinierungspartnerschaft zwischen China und Russland für eine neue Ära bereichert und eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Beziehungen spielt globale strategische Stabilität.“ Die Beziehung sei demnach zu einem führenden Beispiel dafür geworden, wie Großmächte zusammenarbeiten können.

China hat wiederholt betont, dass die Entwicklung der Beziehungen zwischen China und Russland, einschließlich der militärischen Beziehungen, nicht auf Drittländer abzielt. Die gemeinsamen militärischen Übungen zwischen den USA und ihren Verbündeten im asiatisch-pazifischen Raum übertreffen die von China und Russland in Umfang und Häufigkeit bei weitem. Die von Peking und Moskau durchgeführten Bomberpatrouillen hatten zum Ziel, die internationale Sicherheit aufrechtzuerhalten und die Koordination zwischen den beiden Armeen zu stärken.

Japan und Südkorea reagierten stark auf die Bomberübungen. Die USA „unterstützen“ nachdrücklich die Reaktionen der beiden auf „Luftraumüberfälle durch chinesische und russische Flugzeuge“, sagte der Pentagon-Sprecher, Oberstleutnant Dave Eastburn. Die drei Länder neigen dazu, die Entwicklung der Beziehungen zwischen China und Russland als Bedrohung zu betrachten, und einige westliche Beobachter sagten, wie die drei Länder gemeinsam gegensteuern können, wird der Schwerpunkt in Nordostasien sein.

Peking betont dabei immer wieder, dass man für Japan und Südkorea keine Bedrohung sei. Allerdings fühlen sich die Chinesen von der andauernden US-Präsenz in den beiden Ländern bedroht, da sich diese unter anderem (neben Nordkorea und Russland) auch gegen die Volksrepublik richtet. Washington betrachtet China als den größten geopolitischen Rivalen und versucht die Nachbarstaaten für eine Einhegungsstrategie zu gewinnen.

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende auf folgendes Empfängerkonto: Andreas Keltscha, IBAN: DE96100110012620778424, BIC: NTSBDEB1XXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...

2 KOMMENTARE

  1. China und Russland wollen kooperieren, und das ist eine gute Sache. Die USA verfolgen indessen das Ziel alles auf dieser Welt zu dominieren, und das ist keine gute Sache.

    Welche Strategie die erfolgreichere sein wird, kann man am Wesen des Wassers erkennen, denn es gibt nichts weicheres und sanftes als dieses, aber um hartes und starres zu besiegen, kommt nichts diesem gleich.

    Wer danach handelt, wird immer als Sieger aus dem Ring steigen.

  2. Das China und Russland kooperieren ist sehr positiv zu werten. Die Dominanz, die Amerika in den letzten Jahrzehnten aufgebaut hat, die militärische Verbreitung, Handel nur über den Dollar und die immense Verschuldung kann in Zukunft nicht funktionieren. Es wird eine neue Ordnung entstehen, die Frage ist halt nur, wie.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here