Pakistan wirft Indien vor, in Kaschmir verbotene Streumunition gegen Zivilisten eingesetzt zu haben. Dies Spannungen zwischen beiden Atommächten verschärfen sich.

Von Redaktion

Pakistan hat Indien beschuldigt, verbotene Streumunition gegen die Zivilbevölkerung auf seiner Seite der Grenze zu Kaschmir eingesetzt zu haben. Islamabad hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, die schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen zu untersuchen, die Neu-Delhi in dem umstrittenen Gebiet begangen hat, um die Grenzspannungen an der de-facto-Grenze zu Kaschmir zu eskalieren.

Dies ist die Trennlinie der umstrittenen Kaschmir-Grenze zwischen Pakistan und Indien. In letzter Zeit wurden viele Soldaten von beiden Seiten der Grenze in Scharmützeln getötet. Besorgniserregender ist, was Islamabad über den Einsatz verbotener Streumunition sagt, die indische Truppen verwendet haben sollen, um viele Zivilisten auf der pakistanischen Seite von Kaschmir zu töten und zu verletzen.

Grenzscharmützel folgten dem militärischen Aufbau Indiens in seinem umstrittenen Teil von Kaschmir. Neu-Delhi stationierte über 35.000 zusätzliche Soldaten und paramilitärisches Personal, um die bereits mehr als 700.000 entsandten Soldaten zu verstärken. Die umstrittene Region ist Heimat von rund 15 Millionen Menschen. Diese sind mehrheitlich muslimisch, auch in der von Indien kontrollierten Zone.

Die Medien berichten, dass der militärische Aufschwung einen möglichen Anstieg der Gewalt gegen den geplanten indischen Plan zur Änderung des demografischen Charakters des umstrittenen Tals beinhalten soll. Nach 17 Resolutionen des UN-Sicherheitsrates kann Indien den jahrzehntelangen rechtlichen Status von Kaschmir als umstrittene Region, in der andere indische Staatsbürger keine Grundstücke kaufen und kein Stimmrecht ausüben dürfen, nicht ändern.

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Gebietsansprüche in Kaschmir: Unter indischer Kontrolle: Bundesstaat Jammu und Kashmir. Unter pakistanischer Kontrolle: Asad Kaschmir und Gilgit-Baltistan. Unter chinesischer Kontrolle: Aksai Chin.
Shaksgam-Tal: von Pakistan an China abgetreten, von Indien nicht anerkannt. Bild: Furfur / Wikimedia CC BY-SA 4.0

Die Spannungen an der Grenze haben sich nach dem militärischen Aufbau im umstrittenen indischen Kaschmir ausgeweitet. Neu-Delhi hat Tausende von Touristen und hinduistischen Pilgern, die die Region besuchten, aus Angst vor möglichen Unruhen in der umstrittenen Region und Konflikten an der Grenze zu Pakistan vertrieben.

Kaschmir wird von Pakistan und Indien in vollem Umfang beansprucht und in Teilen von beiden regiert. In den letzten drei Jahrzehnten wurden dort über 100.000 Menschen getötet. Pakistan und Indien führten seit 1947 drei Kriege um Kaschmir. Die letzten Luft- und Grenzscharmützel fanden im Februar dieses Jahres statt, als Pakistan zwei indische Kampfjets abschoss und einen seiner Piloten gefangen nahm.

Kaschmir wird als nuklearer Brennpunkt angesehen, da beide Nachbarn nuklear bewaffnet sind und jeder militante Angriff beide Seiten wie in den Jahren 2002, 2008 und Anfang dieses Jahres erneut an den Rand eines Krieges bringen kann.

Sowohl die indische als auch die pakistanische Regierung nehmen sowohl auf internationaler Ebene als auch in Südasien für sich in Anspruch, die rechtmäßigen Vertreter der kaschmirischen Interessen zu sein. Während die indische Seite einen multikulturellen und Minderheiten tolerierenden Staat propagiert, der aber keinerlei Separationsbestrebungen der einzelnen Bundesstaaten akzeptiert, erhebt Pakistan den Anspruch, alle südasiatischen Muslime in einem (pakistanischen) Staat zu vertreten, da deren Interessen in einer Minderheitensituation unter indischer Verwaltung letztlich nicht gesichert seien. Multikulturalität sei nur die äußere Rhetorik einer impliziten Politik der Bevormundung und Benachteiligung.

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