In Deutschland wird die Einführung einer Fleischsteuer debattiert. Doch dem Tierwohl nützt das nicht. Es braucht eine umfassende Analyse der Lage.

Von Marco Maier

Fleisch sei zu billig, heißt es in letzter Zeit immer wieder. Dies trage dazu bei, dass das Tierwohl darunter leide. Deshalb werden nun Forderungen nach einer „Fleischsteuer“ laut, bzw. nach einer regulären Besteuerung von Fleisch mit 19 statt bislang den ermäßigten 7 Prozent Mehrwertsteuer. Doch wie dies dem Tierwohl helfen soll, können die Forderer nicht erklären. Blanker Öko-Populismus eben.

Will man den Nutztieren zu besseren Lebensbedingungen vor der Schlachtung verhelfen, sind steuerliche Maßnahmen nämlich völlig sinnlos. Vielmehr müsste dies über entsprechende Tierhaltungsgesetze geschehen, sowie strenge Regelungen hinsichtlich der Lebendtransporte von Tieren. Scharfe Kontrollen und hohe Bußgelder inklusive.

Dies würde einerseits ebenso zu einer Verteuerung von Fleisch und Fleischprodukten führen, da sich die Kosten für die Tierhaltung erhöhen. Dabei spiegeln die Kosten im Supermarkt und den Metzgereien nicht einmal die reale Situation wider. Immerhin gehört die Viehzucht in Deutschland zu den stark subventionierten Bereichen. Nicht zu vergessen der Druck der Supermarktketten und der Lebensmittelindustrie, die das Fleisch möglichst billig kaufen wollen.

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Doch wenn das deutsche Fleisch zu teuer wird, werden die Discounter, Supermärkte und die Lebensmittelindustrie auf Billigimporte aus dem Ausland zurückgreifen. Dessen kann man sich sicher sein. Das heißt, entsprechende Regelungen müssten auf EU-Ebene fixiert werden, will man den deutschen Landwirten nicht schaden. Denn den meisten Konsumenten dürfte die Herkunft ihres Fleischs egal sein, wenn der Preis stimmt.

Oftmals auch deshalb, weil sie sich teureres Fleisch gar nicht leisten können. Das ist auch mit ein Grund, warum die Wurstwarenindustrie mit ihrer billigen (eigentlich aus Schlachtabfällen mit Separatorenfleisch hergestellten) Wurst so erfolgreich ist. Wer weiß was da drin ist, würde das wohl gar nicht mehr kaufen, wenn er es sich leisten könnte…

Das „Billigfleisch-Problem“ ist somit auch ein gesellschaftliches bzw. wirtschaftliches Problem. Wenn sich Millionen von Menschen in Deutschland trotz der angeblich so guten wirtschaftlichen Lage keine größeren Preiserhöhungen beim Fleisch leisten können, wird dies ersichtlich.

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7 KOMMENTARE

  1. Früher gab es auch nur einmal Fleisch in der Woche und das an Sonn- und Feiertagen und das hat völlig ausgereicht, obwohl viele Selbstversorger waren und durchaus auch öfter mal einen Braten gehabt hätten, aber das war mit zusätzlicher Arbeit verbunden und deshalb war das auch mit ein Grund sich zu mäßigen und heute geht alles zu Lasten des Tierwohls, damit eine Mehrheit meint täglich Fleisch konsumieren zu müssen und im Prinzip wissen sie garnicht was sie sich und den Tieren damit antun, erstens ist es in Massen nicht gesund, weil die Verbrennung zur Aufnahme in keinem Verhältnis mehr steht und zweitens wäre Verzicht durchaus gesundheitsfördend, aber da kommerzielle Intereessen dahinter stecken, pfeift man auf Konventionen und wer das Fleisch zur unbezahlbaren Ware macht, kann gleich abdanken, die Tiere als solche sind ihnen ehedem egal, man spricht ja auch von Fleisch- und Wurstwaren und meint damit das abgestochene Tier, welch eine elende Welt, die nicht einmal in der Lage ist, diesen Mitgeschöpfen eine bestimmte Zeit ihres Lebens zu lassen und auch artgerecht und das ist tatsächlich eine Frage der Gesetzgebung, aber man weiß ja wer das Sagen hat und damit wird jede Ausführung von Ethik zum Problem, von dem sie ja alle so gerne faseln und das Gegenteil dessen machen, was eigentlich notwendig wäre.

  2. Ich vertraue darauf,dass von einer höheren Fleischsteuer die Viecher profitieren.
    Jeder könnte aber damit anfangen,nur noch Fleisch aus der Heimat zu kaufen,möglichst beim Bauern und darauf achten,wie unsere Mitgeschöpfe gehalten werden.

  3. Es wird nicht dadurch etwas besser, nur weil man es mit einer höheren Steuern belastet.
    Die bereits sehr subtil entwickelte Korruption bei den Überwachungsbehörden wird jedoch einen höheren Blütenstand entwickeln, denn je teurer das Produkt, desto höher die erforderlichen Bestechungsgelder. – Nur das wagt kaum einer laut anzusprechen.

  4. @Robert
    Genau das ist das Problem, wir HALTEN uns Mitgeschöpfe.
    @Achim
    Gesetzgeber und Industrie sind profitorientiert verbandelt, also wird sich nichts ändern.
    Der Verbraucher könnte es sofort ändern, durch weniger Konsum, oder sogar Konsumverzicht.
    Aber das wird eben so wenig passieren. Wir sitzen also alle im selben Boot und sind Täter!

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