Bagdad, Irak.

Offiziell befindet sich der Irak nicht mehr im Krieg und auch die alliierten Besatzungstruppen sind abgezogen. Doch im Geheimen wird weiterhin ein Krieg geführt – und zwar hauptsächlich von Israel und den USA.

Von Marco Maier

Der Krieg gegen den Irak begann 1991, wurde 2003 erneuert und auch wenn es offiziell keinen Kriegszustand mehr zwischen dem nahöstlichen Land und den Vereinigten Staaten von Amerika mehr gibt, so heißt dies nicht, dass dem auch wirklich so ist. Denn die Realität sieht völlig anders aus. Man darf die Augen vor der Wahrheit nicht verschließen.

Zuerst einmal ein paar Hintergründe:

Als Saddam Hussein die Macht im Irak übernahm, war er ein „Freund“ der Amerikaner. Er soll schon früh für die CIA gearbeitet haben, was ihn zur perfekten Marionette im Kampf gegen die iranischen Ayatollahs machte, die 1979 die Macht im Nachbarland Iran übernahmen. Die Amerikaner lieferten Waffen und versprachen Hussein, dass der Irak sämtliche Gebietsgewinne vom Iran behalten dürfe. Doch der Krieg – der vom 22. September 1980 bis zum 20. August 1988 andauerte – war ein Desaster, der zu viele Menschenleben forderte. Die Schätzungen gehen von bis zu 875.000 Todesopfern aus, wobei der Iran den Großteil davon tragen musste. Washington war nicht sehr erfreut darüber, als dieser Krieg durch einen Waffenstillstand endete.

Doch Saddam Hussein, der der sunnitisch-arabischen Minderheit des Iraks angehörte, konnte die schiitische Bevölkerungsmehrheit in seinem Land unter Kontrolle halten. Zur Last wurde er allerdings, als er wegen Grenzstreitigkeiten (und des abzapfens von Öl aus einem irakischen Ölfeld durch die Kuwaitis), sowie einem Streit über Ölförderquoten im Jahr 1990 das Emirat besetzen ließ. 1991 kam es schließlich zu einem Angriff der von den USA geführten Koalitionsstreitkräfte gegen den Irak. Diese befreiten schlussendlich Ende Februar 1991 Kuwait City. Allerdings kam es schon damals zu Massakern durch US-Truppen an irakischen Einheiten die bereits kapituliert hatten, sowie an Zivilisten. Doch Saddam Hussein konnte zumindest vorerst an der Macht bleiben, wenngleich das irakische Volk unter den internationalen Sanktionen litt.

Ein Blackwater-Hubschrauber kreist über Bagdad während der Invasion der US-Truppen. Bild: U.S. Air Force Photo by Master Sgt. Michael E. Best

Im Jahr 2003 jedoch, als Nachspiel der Anschläge vom 11. September 2001, wurde der Irak unter fadenscheinigen Begründungen im Dritten Golfkrieg (Zweiter Irakkrieg) erneut von den Vereinigten Staaten, Großbritannien und deren „Koalition der Willigen“ angegriffen. Kritische Beobachter sehen darin jedoch vielmehr ein Massaker an den Irakern, deren Armee durch die früheren Kriegsverluste und eine niedrige Kampfmoral ohnehin geschwächt war. Infolgedessen wurde Saddam Hussein abgesetzt und schlussendlich zum Tode verurteilt und getötet.

Das nachfolgende Machtvakuum im Land konnten die alliierten Besatzer jedoch kaum auffüllen, so dass es während der gesamten Besatzungszeit bis zum Jahr 2011 bürgerkriegsähnliche Zustände im Land gab. Schlussendlich konnten sich Fraktionen der (unter Saddam Hussein teils unterdrückten) schiitischen Bevölkerungsmehrheit durchsetzen, die nun ihrerseits Härte gegenüber der zuvor eher privilegierten sunnitsch-arabischen Minderheit zeigte. Dies begünstigte auch den Aufstieg des „Islamischen Staates“ im Irak, der zeitweise größere Teile des Landes kontrollierte. Aber das ist erst der Anfang…

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