Chinesische Marinesoldaten auf dem U-Boot "Yuan". Bild: Flickr / Thejointstaff CC-BY 2.0

China reagiert auf die geplante Stationierung von US-Offensivraketen in Asien. Peking droht mit einer gemeinsamen Reaktion Chinas und Russlands. Der neue Kalte Krieg wird Realität.

Von Redaktion

Chinas Global Times hat auf die Freitagsmitteilung des Pentagons reagiert, wonach die USA „innerhalb weniger Monate“ Mittelstreckenraketen in Asien stationieren wollen und „warnen“, dass dies mit Sicherheit ein intensives Wettrüsten in der Region auslösen wird.“

Seine Redaktion, die lange Zeit als Sprachrohr des Staates verstanden wurde, hat die Äußerungen des US-Verteidigungsministers Mark Esper verurteilt, in denen die neuen Pläne für den Einsatz ballistischer Mittelstreckenraketen skizziert wurden, die unmittelbar nach dem formellen Zusammenbruch des INF-Vertrags zwischen den USA und Russland erfolgten. Die amerikanische Gier und das nackte Streben nach Hegemonie werden ein gefährlich beispielloses Wettrüsten auslösen, das die „Instabilität“ in ganz Asien weiter anheizen wird, so die Zeitung. Der Kommentar der Global Times beginnt mit:

„Die USA streben gierig eine absolute und allseitige militärische Überlegenheit an, um ihre Hegemonie zu festigen. Sie lehne es ab, ein relatives Kräfteverhältnis zu akzeptieren. Ein solch hartnäckiges und überhebliches Land ist zur größten Ursache für Asiens Instabilität geworden.“

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Die Autoren warnen weiter vor US-Plänen, die den Status Quo in Asien durchbrechen und „geopolitisches Chaos“ auslösen, indem sie Offensivwaffen einsetzen.“

„Die asiatischen Länder müssen sich gemeinsam dem Versuch der USA widersetzen, eine neue Krise in dieser Region auszulösen und zu verhindern, dass sie ein extremes Wettrüsten auslösen und alle Länder zur Teilnahme zwingen“, fordert der Leitartikel weiter auf.

Nicht weniger als ein neuer Kalter Krieg wird das unvermeidliche Ergebnis neuer US-Offensivraketen sein, die in der Region stationiert sind. Die staatlich unterstützte Redaktion forderte insbesondere die engen US-Verbündeten Japan und Südkorea auf, sich zurückzuhalten:

„Insbesondere Japan und Südkorea müssen nüchtern bleiben. Ihre Interessen waren aufgrund der starken Entwicklung in Asien unterschiedlich. Die USA sind nicht mehr ihre einzige Nutzenquelle. Die Beziehungen der beiden Länder zu China und Russland verliefen weitgehend reibungslos und die wirtschaftliche Zusammenarbeit nimmt zu. Es wird ihr Albtraum sein, wenn sie den USA folgen, um einen neuen Kalten Krieg zu beginnen.“

Die Kolumne spekuliert über die Wahrscheinlichkeit, dass Tokio oder Seoul wahrscheinlich die ersten sein werden, die gebeten werden, den Raketeneinsatz zu akzeptieren. „Wenn sie den USA helfen, China und Russland zu bedrohen, werden die chinesisch-russischen Vergeltungsmaßnahmen ihren nationalen Interessen nicht weniger schaden als die, die durch den Druck der USA verursacht werden.“

„Die USA müssen den Aufstieg Chinas und anderer asiatischer Länder akzeptieren“, heißt es abschließend, gefolgt von einer Drohung: „Es bleibt zu hoffen, dass Japan und Südkorea sich nicht der aggressiven US-asiatischen Politik zuwenden und zu Kanonenfutter werden.“

Angesichts der Umstände ist die chinesische Reaktion verständlich. Wie würde Washington reagieren, wenn China und/oder Russland solche Raketen in Mittelamerika oder der Karibik stationieren? Wer erinnert sich noch an die Kuba-Krise auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges und wie dies beinahe den Dritten Weltkrieg auslöste?

Wer gibt den Amerikanern das Recht, ihren Militärapparat über den ganzen Globus auszudehnen und nun auch noch neue Konflikte in Ostasien zu entfachen? Wer selbst die Monroe-Diktrin verficht, die den gesamten Amerikanischen Doppelkontinent zur klaren US-Einflusszone erklärt, darf sich über die Erklärung von Einflusszonen anderer Großmächte nicht beklagen.

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