Präsident Donald Trump. Bild: White House / public domain

US-Präsident Donald Trump ist laut einem Bericht von der Idee einer Seeblockade gegen Venezuela geradezu besessen. Doch das Vorhaben dürfte unmöglich umzusetzen sein, da die US-Marine gar nicht die nötigen Ressourcen dafür hat.

Von Redaktion

Axios nennt die venezolanische Seeblockade von Präsident Trump eine „Besessenheit“, die auf Berichten namentlich nicht genannter Verwaltungsbeamter basiert: „Präsident Trump hat nationalen Sicherheitsbeamten vorgeschlagen, dass die USA Marineschiffe entlang der venezolanischen Küste stationieren sollten, um das Ein- und Auslaufen von Waren zu verhindern. Laut einem neuen Bericht haben 5 derzeitige und ehemalige Beamte, den Präsidenten direkt darüber sprechen gehört oder wurden zu Trumps privaten Kommentaren gebrieft“, so der Bericht.

Er soll die Idee wiederholt privat zur Sprache gebracht haben, um endlich einen Regimewechsel in Caracas herbeizuführen, nachdem frühere Versuche – einschließlich eines kurzlebigen Vorstoßes für einen Militärputsch – Anfang dieses Jahres gescheitert waren. Angeblich sollten Schiffe der US-Marine entlang der Küste so stationiert werden, dass alle Schiffe daran gehindert werden, das südamerikanische Land zu betreten oder zu verlassen.

Während Trump der Presse in den letzten Wochen eingeräumt hat, dass es sich um eine „Option“ handelt, die diskutiert wird, sind seine privaten Kommentare deutlicher und ausführlicher. Axios zitiert eine Quelle wie folgt: „Er hat buchstäblich nur gesagt, wir sollten die Schiffe dort hinaus bringen und ein Marineembargo verhängen“, beschrieb die Quelle, als sie die Kommentare des Präsidenten hörte. „Verhindern Sie, dass irgendetwas reinkommt“, sagte er laut dem Beamten. „Ich gehe davon aus, dass er an die Kubakrise denkt“, sagte die Quelle weiter.

Doch bei den US-Politikern gibt es keine Kritik daran, dass eine solche Blockade zu einer humanitären Katastrophe führen würde. Immerhin hätte dies zur Folge, dass dem Land dem es ohnehin an allem mangelt, noch weiter abgeschnitten würde. Stattdessen konzentrierte sich die geäußerte Besorgnis auf die Machbarkeit aus der Sicht der USA, solch ein massives Unternehmen als Blockade einer Küstenlinie zu übernehmen, die sich über mehr als 2.800 Kilometer erstreckt.

Laut Axios sagte eine Quelle in der Administration, dass dies nicht realistisch sei:

„Aber Kuba ist eine Insel und Venezuela eine riesige Küste. Und wir wussten, was wir verhindern wollten. Aber wovon reden wir hier? Es würde gewaltige Mengen an Ressourcen benötigen, wahrscheinlich mehr als die US-Navy kann liefern.“

Während es noch keine offizielle Blockade gibt, haben die USA kürzlich Anstrengungen unternommen, um einzelne Schiffe im Rahmen neuer Ölsanktionen durch das US-Finanzministerium daran zu hindern, nach Venezuela zu gelangen.

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3 KOMMENTARE

  1. Wenn Trump als Nichtmilitär eine von vielen Optionen in das Gespräch mit den Militärs einbringt, dann ist das eigentlich nicht einmal eine Meldung wert. Er ist kein Militär. Wenn diese dann solche Maßnahmen ausschließen, ist der Fall beendet und keine Nachricht mehr wert. Ist Axios glaubwürdig mit nicht preisgegebenen Quellen, wenn Spekulation zu Fakten verdreht werden?

    Die Redaktion hätte bei ruhiger Lesart des Original Artikels sehen müssen, dass er nach dem gescheiterten Russland-Vorwurf dazu dient, den Druck auf Trump aufrecht zu erhalten. Da bedient man sich auch schon mal unbekannter Quellen wie im Russland Fall.

    Es hat nichts mit der zu verurteilenden Venezuela Politik zu tun; es ist ein Appell bei der Wahrheit zu bleiben, statt sich sinnfreier Spekulationen hinzugeben. Es sei denn man kennzeichnet sie entsprechend.

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