Günter Grass und Willi Brandt 1972 bei einer Pressekonferenz

Die AfD geht ausgerechnet mit dem früheren SPD-Kanzler Willy Brandt in Brandenburg auf Stimmenfang.

Von Redaktion

Ein Wahlplakat für die Landtagswahl am 1. September zeigt Brandts Gesicht, darunter sein Zitat: „Mehr Demokratie wagen“, mit dem Zusatz „Willy Brandt 1969“. 50 Jahre später verkündet die AfD nun: „Wir schreiben Geschichte!“

Der langjährige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) ist entsetzt und sauer über diese Instrumentalisierung von Willy Brandt, dem Vorkämpfer für Frieden, Freiheit und einen gesellschaftlichen Ausgleich. „Die Berufung auf Willy Brandt ist ein grober Missbrauch und schlicht obszön“, sagte der SPD-Politiker dem „Tagesspiegel“.

Thierse geht auch mit anderen Analogieversuchen der AfD scharf ins Gericht, etwa die Berufung auf die friedliche Revolution und die DDR-Bürgerrechtsbewegung, der Thierse angehört hat. Das sei eine Verdrehung der Tatsachen, damals wollte man Grundrechte, Freiheit, Demokratie und Weltoffenheit. „Die Gleichsetzung der Bundesrepublik von heute mit der DDR von damals, ist eine unglaubliche Verharmlosung der DDR“, sagte Thierse.

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Die DDR sei ein unfreies Land gewesen, und die heutige Bundesrepublik hingegen sei so frei, dass sogar die AfD „in ihr wirken kann“. Thierse betonte, die Bürger sollten auf „solche Hetze, die auch noch von westdeutschen AfD-Funktionären inszeniert wird, nicht hereinfallen“.

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3 KOMMENTARE

  1. „Wir schreiben Geschichte!“
    ist keiner Aufregung wert. Von wegen Hetze. So ein Sager ist Bereich des Schwachsinns angesiedelt; treffender, effizienter wäre der Spruch:
    „Vater der Anfütterung – Ende“.

  2. Es ist ja immer wieder interessant wo uns die Vorkämpfer für Frieden und Freiheit bis heute hingebracht haben, das ist eine Legende und nützt nur ihren Eitelkeiten, der große Rest hatte keine Zeit um sich darum zu kümmern, denn das tägliche Überleben hat für die meisten bis heute Priorität und nur diese, auch schon damals rundum versorgten Typen konnten sich den Luxus erlauben ihre Phantastereien mehr recht als schlecht in Politik umzusetzen und das Ergebnis kann man heute überall auf Deutschlands Straßen sehen, daß ist auch eine der Folgen der Friedenspolitik zu Lasten der einheimischen Bevölkerung, wenn das mal nur gut geht.

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