Bild: Flickr / Metropolico.org CC BY-SA 2.0

Die AfD steckt sich hohe Ziele. Bis zum Jahr 2025 will sie zur Volkspartei werden und mindestens jeden fünften Wähler ansprechen. Auch die Mitgliederzahl soll deutlich steigen.

Von Michael Steiner

Der AfD-Bundesvorstand hat einen Strategiebeschluss („Strategie 2019-2025: Die AfD auf dem Weg zur Volkspartei“) veröffentlicht, in dem die Zielsetzungen für die nächsten Jahre zusammengefasst wurden. Demnach will die Partei bis zum Jahr 2025 „bundesweit mindestens 20 Prozent“ erreichen und so zu einer Volkspartei werden. Dafür wolle die Partei künftig noch stärker das „konservativ-liberale Bürgertum in der politischen Mitte und rechts davon“, ansprechen, heißt es in dem 72-seitigen Dokument.

Die Partei will auch ihr Image verändern, um neue Wähler zu gewinnen. Es mangle der AfD nicht an einem klaren Profil, man habe im Gegensatz sogar ein „Übermaß an Profil“, welches das Außenbild der Partei verzerre und es ihr schwer mache, vor allem in den bürgerlichen Schichten neue Wähler zu gewinnen. Selbst mit der SPD seien theoretisch Bündnisse denkbar, „sofern sie sich aus der babylonischen Gefangenschaft der Alt-68er und ihrer Erben löst.“

Um eine breitere Wählerschaft anzusprechen distanziere sich der Bundesvorstand deutlich von radikalen und prorussischen Äußerungen aus den eigenen Reihen. Unter anderem heißt es in dem Strategiepapier, dass im konservativen Bürgertum „die NATO und die USA immer noch als wesentliche Garanten für Frieden, Freiheit und Demokratie in Europa“ angesehen würden. „Dumpfer Anti-Amerikanismus und überbordende, unkritische Russland- und Putin-Verehrung, wie sie auch in der AfD zu finden sind und von Einzelnen sogar öffentlich gelebt werden, schreckt diese Wählerschicht ab“, heißt es in dem Strategiebeschluss der AfD-Parteispitze.

Aber auch bei den Mitgliedern soll es aufwärts gehen. Bis zum Jahr 2025 will die AfD die Zahl von derzeit rund 35.000 auf 70.000 verdoppeln. Demnach wolle die Partei künftig beispielsweise neue Social-Media-Plattformen wie Instagram, Linkedin und Flikr nutzen und eine kommunalpolitische Vereinigung gründen, um neue Mitglieder anzuwerben. Dafür wurden 17 „Aufgaben“ mit Umsetzungsdatum festgelegt.

Die Partei will demnach umfangreiche Untersuchungen in Auftrag geben, wie sie bestimmte Wählerschichten, wie beispielsweise Frauen, ältere Menschen über 65 Jahre, Nichtwähler und Migranten erreichen könne, heißt es in dem Strategiepapier weiter. Zudem solle die Kommunikation zwischen den Fraktionen im Europaparlament, im Bundestag und in den Landtagen verbessert werden.

Damit wird auch klar, dass der AfD-Bundesvorstand vor allem nach einer Abgrenzung zum „Flügel“ und zu den anderen rechten Hardlinern sucht. Die Partei soll offensichtlich vor allem zur Mitte hin offener werden. Im Grunde genommen wollen wohl einige im Bundesvorstand die AfD zu einer klassisch rechtskonservativen Partei formen, die auch im politischen Mainstream keine Paria mehr ist und ähnlich wie die Grünen oder die Linke auch als Koalitionspartner infrage kommt.

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4 KOMMENTARE

  1. Bei aller Sympathie zu dieser neuen Oppositionspartei, sind sie für viele dennoch nur der Strohhalm um in ihrer großen seelischen Not nicht unterzugehen und das reicht aber nicht aus um die linke Front, und damit sind mittlerweile alle anderen Parteien gemeint die in Eintracht gegen Rechts miteinander kungeln, um den vermeintlichen Nazi-Gegner klein zu halten und hier kämpft nun David gegen Goliath, wenn auch manchmal reichlich ungeschickt und der größte Feind ist nicht unbedingt der politische Gegner, sondern die fehlende Geschlossenheit und die Wahl der Waffen, sowohl auf der Propaganda-Seite, alsauch im taktischen Geschäft, den Gegner nicht nur anzuritzen, sondern ihn auch merklich in die Defensive zu bringen und da fehlt einfach das Geschick, den Überraschungsmoment einzusetzen, denn sie sind zu sehr auf ihre strategischen Hügel konzentriert und werden dort auch in vollem Umfang wahrgenommen und niemand kommt auf die Idee, sie über die linke oder rechte Flanke anzugreifen und diese Einseitigkeit der Auswahl von Mitteln zur Bekämpfung des politischen Übels macht sie selbst angreifbar, weil durch die Berechenbarkeit des politischen Standortes der Gegner genug Zeit hat um sich einzuschießen und bei jeder Salve lassen sie sich auseinander treiben und das nützt den anderen, aber ihnen leider wenig und wer antritt um diese Typen in die Defensive zu treiben, müßte eigentlich auf allen Ebenen besser sein, sonst wird nichts aus der Übernahme, denn mit ihrem linken Alleinstellungsmerkmal sind sie schwer zu knacken und deshalb sind andere Strategien notwendig, das wär früher mal anwendbar, heute muß man ebenso diffamieren und hinterhältig sein, ansonsten überläßt man die Meinungshoheit den Etablierten, die man doch so gerne im Orkus versenken würde.

    • Meine Hochachtung Achim, ein neuer Rekord. 22 Zeilen ohne abgeschlossenen Satz und Punkt. Sorry aber ihre Beiträge lese ich schon lange nicht mehr, es ist einfach nervend.

  2. Die AfD will sich der Wählerschaft öffnen,welche für die Zustände in unserem Land verantwortlich ist und sogar mit der SPD koalieren.
    Das ist der falsche Weg.Damit ist die AfD unwählbar.

  3. Der Verrat ist vollzogen.

    Es war ein kurzer Weg, von dem Verbot mit anderen Organisationen – die von den MSM im rechten Spektrum verortet wurden – zu kooperieren oder sogar sie zu kontaktieren. Dann die eindeutigen internen Säuberungsaktionen, das Zurückstellen sozialer Fragen in bestimmten Landesverbänden und dem Bundesverband, die Zerschlagung der eigenen Jugendorganisation und nun vor den Wahlen in Bundesländern mit eindeutiger Höcke-Ausrichtung, praktisch Aussagen, die die Wahl-Position genau dieser Landesverbände schwächt.

    Da hinein passt auch, wie die Faust aufs Auge, das kürzliche Ausweinen des sauberen Herrn Kay Gottschalk bei der FAZ, über den sogenannten Höcke-Flügel.

    Und, es erfolgt eine Anbiederung an die etablierten Parteien, damit wird die AfD, bis auf die „Flügel-Bundesländer“, unwählbar für die überwiegende Anzahl der bisherigen Wähler.

    Übrigens, eine Partei, die für die Ausrichtung ihrer Politik erst Studien in Auftrag geben muss, die ist einfach nur noch lächerlich und sollte im Orkus verschwinden.

    Das internationale Finanzkapital, mit seinem Deep State, hat diese Runde klar gewonnen, da beißt die Maus keinen Faden ab. Es werden aber weitere Runden folgen.

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