Bild: Flickr / Metropolico.org CC BY-SA 2.0

Die Ost-AfD ist nationalistischer und sozialer, die West-AfD hingegen mehr rechtskonservativ und wirtschaftsliberal. Eine Teilung könnte unter Umständen sinnvoll sein.

Von Michael Steiner

Die Alternative für Deutschland (AfD) ist geeint und doch gespalten. Eine Partei, die ähnlich wie die Grünen in ihren ersten Jahren, ihren Weg finden muss und dabei auch Flügelkämpfe erlebt. Doch es gibt einen großen Unterschied diesbezüglich: Während die Grünen ihre beiden großen Flügel überall vertreten hatten, zieht sich der Graben in der AfD zwischen Ost und West.

Man merkt, dass in der West-AfD vor allem patriotische Ex-Mitglieder und -Anhänger von CDU/CSU und FDP einen Platz fanden. Die dortigen Vertreter sind vergleichsweise moderat, klassisch rechtskonservativ bzw. rechtsliberal und halten es eher mit einem wirtschaftsliberalen Ansatz. Anders im Osten.

In den neuen Bundesländern dominieren nationalistische Töne, sowie eine „linke Sozialpolitik im rechten Rahmen“. Als Beispiel kann die Rentenpolitik hergenommen werden. Ost-Landesverbände fordern mehr Geld für die Rentner – aber nur für Deutsche. Auch sonst wird ein starker Sozialstaat gefordert, der jedoch vorrangig den deutschen Staatsangehörigen zugute kommen soll. In der Ost-AfD hat man diesbezüglich realisiert, dass ein Sozialstaat nicht gleichzeitig auch ein Zuwanderungsland sein kann. Zumindest dann nicht, wenn man soziale Leistungen auch an Nichtstaatsbürger verteilt.

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Zwar gibt es auch im Westen Vertreter des „Flügels“, wie der besonders im Osten starke rechtsnationale Teil der AfD sich nennt, genauso wie es im Osten auch moderatere AfD-Politiker gibt – doch über kurz oder lang muss sich herauskristallisieren, welche Linie die dominante sein wird. Und unter Umständen kann eine räumliche Aufteilung wie bei CDU und CSU durchaus eine Option sein. Eine Option, die breitere Wahlerfolge im gesamten Bundesgebiet ermöglicht.

Denn bei den diesjährigen Landtagswahlen im Osten wird die AfD enorme Erfolge einfahren. In Brandenburg beispielsweise liegt sie nach jüngsten Umfragen mit SPD und CDU mit rund 18-19 Prozent der Wählerstimmen gleichauf. In Sachsen wird es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU geben, zumal beide Parteien laut Umfragen auf jeweils rund 26 Prozent der Stimmen kommen. Und in Thüringen? Da liefert sich die AfD mit 24 Prozent der Stimmen ein Rennen um den ersten Platz mit der Linken, welche mit 25 Prozent gehandelt wird. Nimmt man die Schwankungsbreite hinzu, hat sie sogar in allen drei Bundesländern die Möglichkeit, stärkste Partei zu werden. Und das wird den rechtsnationalen „Flügel“ um Höcke und Kalbitz noch weiter stärken.

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1 KOMMENTAR

  1. „Zwar gibt es auch im Westen Vertreter des „Flügels“, wie der besonders im Osten starke rechtsnationale Teil der AfD sich nennt, genauso wie es im Osten auch moderatere AfD-Politiker gibt – doch über kurz oder lang muss sich herauskristallisieren, welche Linie die dominante sein wird.“

    Das bedeutet im Klartext:
    alte Muster fahren wie bisher. Wer mehr schreit, mehr verspricht, mehr hinter sich versammelt, der schwingt den Taktstock über alle anderen.
    Eine Rosskur sieht allerdings anders aus und nur eine Rosskur kann die BRD vor dem Langzeit-Saftladen retten.

    „genauso wie es im Osten auch moderatere AfD-Politiker gibt.“

    Das ist ein altes Muster, über das suggeriert wird, dass der „gemäßigte“ der Gesunde sei. Umgekehrt kann aber vorliegen, ist sogar meist der Fall.
    Alles in allem eine alte eingespielte wie ausgespielte Praxis. Nichts wird sich ändern.
    Motto: viele Köche verderben den Brei. Weiter auf der Stelle treten ist angesagt.
    Die NWO Vertreter können sich darob nur die Hände reiben.

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