Bild: Flickr /Bastian CC BY-NC-ND 2.0

Immer wieder attackieren abgelehnte Asylbewerber bei Abschiebungen die Polizisten. Im letzten Jahr wurden dabei 71 von ihnen verletzt.

Von Michael Steiner

Die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern verläuft immer wieder gewalttätig. Immer mehr Bundespolizisten werden während dieser Maßnahmen bei Abschiebeflügen angegriffen. Die Abzuschiebenden wehren sich demnach häufiger gegen die Rückführung in ihre Heimat mit brachialer Gewalt.

So seien im vergangenen Jahr „284 im Zusammenhang mit Rückführungen angegriffenen Bundespolizisten 71 verletzt“ worden, teilte die Bundespolizei der „Welt am Sonntag“ mit. Im Jahr zuvor seien demnach 274 Beamte angegriffen worden. Laut Bundespolizei wird „die Art oder Schwere der Verletzung nicht erfasst“. Die Vollzugsbeamten werden demnach immer öfter geschlagen, gebissen und getreten. Auch Kopfnüsse seien schon von den Rückzuführenden verteilt worden.

„Tritte, Schläge und Kopfstöße durch Abzuschiebende“ seien „an der Tagesordnung“, sagte der Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft (DPolG), Ernst G. Walter, der selbst viele Flugabschiebungen begleitet hat. Doch zu schweren Verletzungen komme es meist nicht, weil die speziell dazu ausgebildeten Beamten damit umzugehen wüssten, so Walter. „Neben Einsätzen nach Suiziden und Tötungsdelikten im Bahnbereich, sind Rückführungen mitunter eine der schwierigsten polizeilichen Aufgaben, die wir bei der Bundespolizei zu vollziehen haben“, sagte Dieter Romann, der Präsident der Bundespolizei.

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„Der Widerstand gegen die Beamten ist heftig. Mir berichten permanent Bundes- und Landespolizisten, das Widerstandsverhalten wirke einstudiert. Wenn das einstudierte Beißen, Treten und Vollkoten damit belohnt wird, dass eine Abschiebung abgebrochen wird, dann nimmt die Gewalt und damit die Verletzungsgefahr zu. Leider belohnen die Fluggesellschaften und ihre Piloten das aggressive Verhalten der Abzuschiebenden zu oft, indem sie entscheiden, einen Abzuschiebenden nicht mitzunehmen, wenn der sich wehrt“, sagte der CDU-Obmann im Innenausschuss des Bundestages, Armin Schuster, der „Welt am Sonntag“.

Insgesamt mussten im vergangenen Jahr laut Statistiken des Bundesinnenministeriums 1.637 Abschiebungen „aufgrund von Widerstandshandlungen“ am Flughafen abgebrochen werden. Noch einmal so viele hätten sich schon auf dem Weg dorthin erfolgreich gewehrt.

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