Die Krim-Brücke bei der Blockade 2018. Bild: © Alexei Pavlishak//TASS

Die ukrainischen Sicherheitskräfte gaben am Donnerstag bekannt, sie hätten einen russischen Öltanker festgenommen, der im November ukrainische Kriegsschiffe in der Nähe der Krim blockiert hatte. Russland drohte daraufhin mit „Konsequenzen“, sollten die Russen an Bord des Tankers als Geiseln genommen werden.

Von Redaktion

Am Donnerstag beschlagnahmte der ukrainische Sicherheitsdienst den russischen Tanker Neyma, von dem die Ukraine glaubt, dass er im November 2018 an dem Vorfall in der Straße von Kertsch auf der Krim beteiligt war.

Russland hat Ende November drei ukrainische Schiffe in der Nähe der Krim beschlagnahmt, was zu einem größeren Konflikt zwischen den beiden Ländern führen und die Streitigkeiten zwischen Moskau und Kiew über Öl- und Gasressourcen sowie die Infrastruktur verschärfen könnte.

Russland, zu dem die Krim im Jahr 2014 wieder zurückkehrte (wofür die USA und die EU Sanktionen gegen Moskau verhängt hatten), gab zu der Zeit an, dass drei ukrainische Schiffe in Gewässern nahe der Krim die Staatsgrenze überschritten hatten. Die Ukraine teilte ihrerseits mit, sie habe Russland über die Pläne für die Schiffsbewegungen informiert und die Beschlagnahme der Schiffe sei „ein weiterer Akt bewaffneter Aggression“ Russlands.

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Der Vorfall vom November 2018 war der erste offene Konflikt zwischen russischen und ukrainischen Streitkräften in den letzten Jahren. Über den Zugang zur Straße von Kertsch, in der sich der Vorfall ereignete, und im Asowschen Meer waren die Spannungen gestiegen.

Nun gab die Ukraine bekannt, dass es sich bei der Neyma um dasselbe Schiff mit geändertem Namen handelt, das an der Beschlagnahme der ukrainischen Schiffe im November teilgenommen hat. Die Untersuchung ergab, dass der Neyma-Tanker seinen Namen in Nika Spirit änderte, um seine Beteiligung an den „illegalen und aggressiven Handlungen, die am 25. November 2018 stattfanden“, zu verbergen.

Russland sagte seinerseits, es würde bald Konsequenzen haben, „wenn die Russen als Geiseln genommen würden“. Der russische Gesetzgeber Wladimir Dschabarow, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für internationale Angelegenheiten im Oberhaus Russlands, erklärte, die Ukraine habe den russischen Tanker „absolut illegal“ beschlagnahmt.

In der Zwischenzeit erklärte das russische Außenministerium, dass die russischen Seeleute bald wieder nach Hause kommen würden. Allerdings werde das Schiff noch in ukrainischem Gewahrsam bleiben, so die Nachrichtenagentur Tass.

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4 KOMMENTARE

  1. Es wird sich also nichts ändern in der Ukraine, schade.

    Da kann sich die Bevölkerung schon mal warm anziehen, im kommenden Winter oder an eine Klimaerwärmung glauben.

  2. Es ist wie im Sandkasten eines Kindergartens. „Klaust du mir mein Schippchen, klaue ich dir dein Eimerchen.“

    Zu glauben, dass man mit demselben Schiff, welches man seinerzeit zur Blockierung der Brückendurchfahrt benutzte, nun risikolos in den ukrainischen Hafen von Izmail einlaufen zu können, ist an Naivität nicht mehr zu übertreffen.
    Warum haben die Russen damals kein Kriegsschiff zur Sperrung genommen? Der Flottenstützpunkt Sewastopol lag doch quasi gleich um die Ecke.

    • Würde der festgehaltene Tanker einem US Unternehmen zugeordnet, hätten die USA höchstwahrscheinlich bereits den Bündnisfall ausgerufen.
      Vor diesem Hintergrund muss man sich über die Besonnenheit der Russen schon beinahe die Augen reiben.

      • Was bringt dir diese spekulative Überlegung. – Es war einfach ein Doppelfehler von den Russen so idiotisch zu handeln.
        Einmal unter der Brücke ein Handelsschiff zu benutzen, und dann dieses Handelsschiff auch noch in einen Hafen des „Feindes“ schippern zu lassen.
        Leider gibt es auch in Russland noch jede Menge Betonköpfe die nicht denken können, aber sie bearbeiten das Problem, denn Putin geht da mit guten Beispiel voran.

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