Recep Tayyip Erdogan. © Sputnik/ Sergey Guneyev

Die wirtschaftliche und finanzielle Lage der Türkei ist schwierig. Präsident Erdogan könnte bald schon harte Maßnahmen umsetzen müssen.

Von Marco Maier

Während die Türkische Lira immer mehr an Boden verliert und die Inflation weiterhin hoch ist, kämpft die türkische Wirtschaft zunehmend mit einer anhaltenden Rezession. Hinzu kommt eine Devisenknappheit, die vor allem eine Folge des massiven Leistungsbilanzdefizits ist.

Für Präsident Recep Tayyip Erdogan, dessen politischer Erfolg eng an den wirtschaftlichen Erfolg der letzten Jahre geküpft ist, stellt dies ein großes Problem dar. Seine jüngste Intervention bei der Zentralbank – er feuerte den Zentralbank-Präsidenten – war jedoch erst der Anfang, um die strauchelnde Volkswirtschaft aufzufangen zu versuchen.

Verschlechtert sich die Lage weiter, bleiben als nächste Schritte nur Kapitalkontrollen, Verstaatlichungen und dergleichen als Maßnahmen übrig. So könnten Erdogan und seine AKP versuchen, die Kapitalflucht einzudämmen. Allerdings sorgen solche Aktionen auch für ein sinkendes Vertrauen der Bevölkerung. Denn jeder weiß, dass dies Anzeichen für einen bevorstehenden ökonomischen und finanziellen Kollaps sind. Die Folge: eine raschere Abwärtsbewegung.

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Erdogan selbst beharrt auf einer weiteren Zinssenkung der Zentralbank. Er denkt, dies würde die Inflation senken. Dabei hatte erst die Erhöhung des Leitzinses dafür gesorgt, dass die Teuerungsrate zuletzt etwas zurückging. Im Gegenzug stürzte dies die türkische Wirtschaft in die Rezession. Nun versucht er die Quadratur des Kreises zu schaffen – und mit niedrigeren Leitzinsen nicht nur die Rezession zu beenden, sondern auch die Inflation zu senken.

Derzeit sieht es jedoch so aus, als ob die Türkei erst wirtschaftlich und dann finanziell zusammenbricht. Analysten erwarten schon in den nächsten Monaten eine scharfe Korrektur nach unten. Kann die Regierung dies nicht auffangen, ist das Spiel erst einmal vorbei. Die Frage die sich danach stellt, lautet: kann Präsident Erdogan einen solchen Crash politisch überleben?

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4 KOMMENTARE

  1. Das sind die Folgen eines politischen Handelns was ohne Worte von vielen nicht akzeptiert wird und wer wie vor kurzem geschehen immer noch hunderte von Gegnern willkürlich verhaften läßt, hat sich schon lange von demokratischen Gepflogenheiten entfernt und manche Despoten können sich Jahrzehnte halten, andere werden schneller hinweggefegt und sein größter Feind der wirtschaftliche Niedergang, der dann den Bürgern die Augen öffnet, denn wer nicht mehr essen kann, weil ihm das Geld fehlt, der sieht die Welt plötzlich anders und das kann im zum Verhängnis werden. ohne jegliches zutun von außen.

    • Um „Demokratische Gepflogenheiten“ schert sich die Weltmacht nr. 1 auch nicht und geht dabei nicht in die Knie.
      Aus einem Bazar wird eben über Nacht kein Vorzeige Modell für andere, denen man gerne Esel-, wie Ziegenmist für Butter verkaufen möchte.

    • Die Türkei musste leider miterleben, wie durch den Terror einer illoyalen Gruppe ihr eigenes Parlament und ihre eigenen Institutionen bombardiert, auf ihre eigenen Bürger geschossen und ihre eigenen Kameraden und Kommandeure hinterrücks erschossen wurden. Die Türkei erlebte zum ersten Mal in der Geschichte ihrer Demokratie den Anschlag auf die Repräsentanz des nationalen Willens, der Großen Nationalversammlung der Türkei, durch eine Bande von Verrätern, die dabei ihr vom Staat anvertraute Flugzeuge und Hubschrauber benutzte.

      Bei dem Putschversuch haben 251 Personen ihr Leben verloren, darunter auch zahlreiche Zivilisten. Rund 2400 Personen wurden verletz.

      Soviel zu deinem hunderte von Gegnern die willkürlich verhaften wurden

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