NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg - Bild: Flickr.com /NATO North Atlantic Treaty Organization CC BY-NC-ND 2.0

Die Zeit läuft ab, um den wichtigen Atomwaffenvertrag mit Russland zu retten, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg gegenüber der BBC.

Von Redaktion

Herr Stoltenberg versprach eine „maßvolle, defensive“ Reaktion, falls Russland den Deal nicht bis zum 2. August einhalten würde. „Wir müssen auf eine Welt mit mehr russischen Raketen vorbereitet sein“, sagte er. Das 1987 von den USA und der UdSSR unterzeichnete Abkommen verbot kurz- und mittelfristige Nuklearraketen.

Präsident Trump kündigte im Februar an, dass die USA ihre Verpflichtungen im Rahmen des Intermediate-Range Nuclear Forces (INF) -Vertrags aussetzen würden, und beschuldigte Russland, seine Bedingungen verletzt zu haben.

Russland wies den Vorwurf zurück, setzte jedoch kurz darauf seine eigenen Verpflichtungen aus und kündigte Pläne zur Entwicklung neuer Waffensysteme an.

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In einem weitreichenden Interview mit der BBC sagte Stoltenberg, die russischen Raketen – von denen er sagt, dass sie eine „klare Vertragsverletzung“ darstellen – seien atomwaffenfähig, mobil, sehr schwer zu entdecken und in der Lage, europäische Städte innerhalb weniger zu erreichen. Dass die US-„Raketenschilde“ in Rumänien und Polen nicht nur Verteidigungsanlagen, sondern auch Angriffswaffen sind, verschwieg er jedoch.

„Das ist ernst. Der INF-Vertrag ist seit Jahrzehnten ein Eckpfeiler der Rüstungskontrolle, und jetzt sehen wir den Untergang des Vertrags“, sagte er.

Während es vorrangig darum ging, Russland wieder in die Lage zu versetzen, seine Bedingungen einzuhalten, sagte Stoltenberg, gebe es „keinerlei Anzeichen“, dass das Land dies tun werde. „Deshalb müssen wir auf eine Welt ohne den INF-Vertrag und mit mehr russischen Raketen vorbereitet sein.“

Während die NATO keinen Plan habe, eigene landgestützte Nuklearraketen in Europa einzusetzen, sagte Stoltenberg, werde das Bündnis „maßvoll und defensiv“ reagieren, wenn Russland sich weigere, bis zum 2. August wieder die Vorschriften einzuhalten.

Konventionelle Luft- und Raketenabwehr, neue Übungen und die Bereitschaft der Streitkräfte sowie neue Rüstungskontrollinitiativen könnten Teil dieser Reaktion sein, sagte er. Jede endgültige Entscheidung wird nach Ablauf der Frist getroffen.

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2 KOMMENTARE

  1. Nun, was will man vom „NATO-Generalsekretär“ anderes erwarten, als unreflektierte US-Propaganda?

    Er ist ja qua Satzung nur ein besserer Pressechef! …..Zu sagen hat er eh nichts!

    Der eigentliche Chef der NATO ist der „Supreme Allied Commander Europe“ kurz „SACEUR“. Und der ist grundsätzlich ein US-General bzw. -Admiral. der damit automatisch dem Oberfehl des US-Präsidenten untersteht.

    Aktuell ist das Tod Daniel Walters – ein General der US Air Force.

  2. USA im Medienkrieg: „Wie können wir die Welt vor Fake-News made in Russia schützen?“

    Für sie bedeutet Meinungsfreiheit ausschließlich die Freiheit der eigenen Meinung, Pressefreiheit die der eigenen Presse. Und zur Wahrung dieses Zustands scheint ihnen jede Lüge recht.

    Es sollte in Wahrheit heißen: WIE KÖNNE WIR UNS VOR DER WAHRHEIT SCHÜTZEN, DIE VON RUSSLAND VERBREITET WIRD UND UNS ALS LÜGNER OFFEN LEGT!!

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