Militärstrategen: Kriegsgefahr in Osteuropa steigt

Transatlantische Militärstrategen warnen vor einer wachsenden Kriegsgefahr in Osteuropa. Sie beschuldigen Wladimir Putin, sich darauf vorzubereiten.

Von Redaktion

Am 2. August wird der Vertrag über das Verbot von nuklear bestückbaren Mittelstreckenraketen (INF) nach nunmehr 32 Jahre auslaufen. Für die transatlantisch orientierten Militärstrategen steigt damit auch die Kriegsgefahr in Osteuropa.

„In einer Zeit, in der unsere politische Aufmerksamkeit durch Klimawandel, Migrationskrise, EU-Krise und viele andere Probleme gefesselt ist, die kooperative Lösungen verlangen, bereitet sich Russland unter Putin – völlig unprovoziert – auf regionale Kriege in Europa vor, die es mithilfe von Kernwaffendrohungen siegreich beenden will“, sagte Joachim Krause, Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel, der „Welt am Sonntag“. Er stellt den russischen Präsidenten als Aggressor dar, obwohl dieser bislang vor allem auf westliche Aggressionen reagierte.

Man dürfe die Aufstellung der neuen russischen Mittelstreckenwaffen nicht isoliert betrachten, sondern müsse sie im Zusammenhang der gesamten russischen Strategie in Frieden, Krise und Krieg analysieren, sagte Generalleutnant a. D. Heinrich Brauß, von Oktober 2013 bis Juli 2018 als beigeordneter Generalsekretär der NATO für Verteidigungspolitik und Streitkräfteplanung verantwortlich für die strategische Ausrichtung der Allianz, der Zeitung.

Die Aufrüstung sei die „Konsequenz eines strategischen Konzepts der russischen politischen und militärischen Führung, welches darauf abzielt, Kriege an der europäischen Peripherie führen und erfolgreich zu Ende bringen zu können“. Die russische Militärdoktrin sehe „unter anderem vor, dass konventionelle und nukleare Kräfte und Mittel einen integrierten Verbund bilden und dass auch der Einsatz von Nuklearwaffen oder die Drohung mit ihnen ein Mittel der operativen Kriegsführung darstellen“. Im Falle eines bewaffneten Konflikts könnte Moskau versuchen, einen „Überraschungsangriff mit begrenztem Ziel zu führen, der durch nukleare Drohung untermauert würde, bevor die NATO effektiv regieren kann“, sagte Brauß der „Welt am Sonntag“. Dabei verschweigt er allerdings, dass die Vereinigten Staaten ihre Nukleardoktrin schon vor Russland änderten und atomare Erstschläge und den Einsatz taktischer Atomwaffen nicht mehr ausschließen.

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Als mögliche Schauplätze russischer Vorstöße machten Brauß und Krause die Ukraine und das Baltikum aus. Das Ziel sei die Destabilisierung von Regierungen und Gesellschaften sowie das Unterminieren der Verteidigungsfähigkeit und des Verteidigungswillens der NATO durch Einschüchterung und Erpressung. Dabei waren es die EU und die USA, die in der Ukraine einen Regime Change durchführten und das osteuropäische Land ins Chaos stürzten. Victoria „Fuck the EU“ Nuland hatte die US-Geldflüsse nicht umsonst angesprochen.

Nötig sind laut Brauß Gegenmaßnahmen der westlichen Allianz, „mit denen die strategische und politische Wirkung dieser Waffen neutralisiert werden kann. Im Wesentlichen geht es darum, die Vorstellung Moskaus zu konterkarieren, Russland besäße unter den genannten Szenarien die Fähigkeit zur militärischen und politischen Eskalationsdominanz“.

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3 Kommentare

  1. Noch vor Jahren war die UNI Kiel ein Ort die gemäß Artikel 5 Grundgesetz handeln konnte, und den Freiheitsgrundsatz von Forschung und Lehre erfüllte, und zu Recht in Anspruch nehmen konnte.

    Das durften nun die transatlantischen Kriegstreiber nicht länger so lassen. Besagtes „Institut für Sicherheitspolitik“ wurde gegen nicht unerheblichen Widerstand eingerichtet. Man wollte ja u.a. auch ein Abklingbecken für ausgemusterte Militärs schaffen, die sich gerne noch mit einen Profossorentitel dekurieren wollten.

    Gleichzeitig beklagte die UNI Leitung neuerdings, dass sich zunehmend Studierwillige eintragen, die noch nicht einmal richtig schreiben, lesen und rechnen können, und Schwierigkeiten haben längere Sätze zu verstehen.

    1. An der UNI Kiel tummelt sich doch auch ein Mojib Latif herum, also eine Think Tank der NWO.
      Die Niveau-Schilderung würde das nur unterstreichen – intellektuelle Grundfähigkeiten und -fertigkeiten unerwünscht.

      Leider beschreiten diesen Weg viele, ehemalig gute Universitäten, die einen angesehenen Ruf über die Ländergrenzen hinaus hatten.

  2. Einfach mal hinterfragen: Wenn Russland in der osteuropäischen Peripherie Krieg führen will (allesamt NATO-Staaten, wohl gemerkt), und diesen Krieg mittel Kernwaffendrohung gewinnen will, kann dann wirklich das Ziel der Russen sein, Gesellschaften und Regierungen zu destabilisieren? Gesellschaften destabilisieren… das macht man mit NGOs und subversiven Maßnahmen, nicht mit Krieg. Und schon gar nicht gegen die NATO.

    Man muss sich wirklich an den Kopf greifen, mit welch fusslahmen Schwachsinn uns diese NATO-Drohnen hier schon wieder Schauermärchen auftischen wollen, um zu verschleiern, dass die eigentlich Kriegstreiber ja sie selbst sind.

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