Manfred Weber, EVP - Bild: European Parliament / CC BY 2.0

So schnell kann es gehen. EVP-Fraktionschef Manfred Weber war eigentlich davon ausgegangen der nächste EU-Kommissionschef zu werden. Leider hat er die Rechnung ohne Macron und Orban gemacht.

Von Redaktion

Laut Manfred Weber (CSU) ist Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der ungarischen Premier Viktor Orban dafür verantwortlich, dass keiner der Spitzenkandidaten der Europawahl als Kommissionschef nominiert wurde. In einem Interview mit der „Bild“ sagte er: „Es gab Hinterzimmergespräche und Nachtsitzungen, bei denen sich die Achse Macron und Orban durchgesetzt und das Spitzenkandidatenprinzip demontiert hat.“

Weber kritisierte besonders Macrons Zusammenarbeit mit Orban, die zu einem „Scherbenhaufen“ geführt habe. „So wie das gelaufen ist, kann ich sagen: Das ist nicht das Europa, das ich mir vorstelle“, sagte der EVP-Chef.

Weber gab sich sichtlich über die Zusammenarbeit von Macron und Orban verwundert: „Die Konstellation war überraschend, da Macrons Wahlkampf sich ja insbesondere gegen Orban gerichtet hat. Macron hat gesagt: Wählt mein Europa, nicht das von Orban. Und plötzlich arbeiten sie zusammen und beschädigen das demokratische Europa.“

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Was Macron gegen ihn habe, wisse Weber nicht: „Das müssen Sie ihn fragen. Wir waren im Kontakt, aber er hat es mir persönlich nie gesagt, dass er etwas gegen meine Person hätte.“ Das Argument, er habe keine exekutive Erfahrung, sei „absurd“, Macron selbst ja auch nur wenig. „Die Wähler sollten über die Qualifikation entscheiden, sonst niemand“, so Weber.

Auf die Frage, wie er die Nominierung von Ursula von der Leyen als Kommissionschefin seinen Wählern erklären wolle, sagte Weber: „Ich kann zu meinen Wählern nur sagen: Es gab mächtige Kräfte, die das Wahlergebnis nicht akzeptieren wollten.“ Weber gibt sich aber versöhnlich: Er selbst werde von der Leyen unterstützen, erwarte aber einen „steinigen Weg“, um eine Mehrheit im Parlament zu erreichen. „Ihre Nominierung hat viele im Parlament überrascht, aber der erste Auftritt wurde positiv aufgenommen.“

Von der Leyen sei durch und durch Europäerin. „Das zeigt ihre ganze Lebensgeschichte, sie kennt die internationale Politik – und sie ist eine überzeugte Christdemokratin.“ Er sehe die Chance, nach 60 Jahren eine „absolut für das Amt geeignete Deutsche“ zur Kommissionschefin zu wählen, sagte der CSU-Politiker der „Bild“. „Das ist gut, auch wenn ich persönlich verständlicherweise ernüchtert bin.“

Ganz verloren hat Weber dennoch nicht, denn die zweite Halbzeit der fünfjährigen Periode des EU-Parlamentschefs, darf er übernehmen. Weber ist sicher sehr schwer enttäuscht, er ist aber professionell genug, um die Niederlage zu analysieren und das Beste daraus zu machen. Sollte er das Ziel Kommissionspräsident zu werden weiterhin verfolgen und als EP-Präsident überzeugen, gibt es in fünf Jahren wieder die Chance.

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3 KOMMENTARE

  1. Der bayrische Löwe ist ja plötzlich ganz klein geworden und man hört ihn derzeit überhaupt nicht brüllen und das hängt vielleicht damit zusammen, daß die neuen Domteure aus dem Osten sich nicht vorschreiben lassen, welche Löwen ihre Kunststückchen zeigen sollen und nun hat man sich auf Stubentiger-Niveau geeinigt, während der wahre Löwe zukünftig die Fiskalmanege beherrscht und das hat weit schlimmere Auswirkungen, als wir uns alle zunächst vorstellen wollen.

  2. Gittseidank ist er verhindert worden. Was bereits im Vorfeld von sich gegeben hat reicht um dies zu sagen.
    Qualifikationskriterien die er hat, für wen? Für uns?

  3. Dieser Vollidiot ist selber schuld….wollte mit aller Macht NordStream 2 aufhalten falls er gewählt würde, klar nicht mehr wählbar dieser Atlantiker. NordStream 2 bedeutet billige Energie, verstehe nicht wo da ein Nachteil für EU entsteht. Das ist doch ein verkappter USraeli

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