Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner - Bild: CDU/CSU Bundestagsfraktion CC-BY-2.0-DE

Klöckner hat den Kritikern des staatlichen Tierwohllabels vorgeworfen, Fortschritte bei der Haltung von Tieren bewusst zu verhindern. Vom österreichischen Glyphosat-Verbot hält sie nichts und sie will die ERnährungsbildung in den Schulen stärken.

Von Redaktion

„Es gibt Kreise, die wollten von Anfang an nicht mehr als bisher fürs Tierwohl tun, die freuen sich natürlich über jede Blockade und hoffen insgeheim darauf, dass wir mit einem wie jetzt geforderten verpflichtenden Tierwohlkennzeichnen vielleicht sogar in Brüssel scheitern“, sagte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Zuvor hatten sich die SPD-Bundestagsfraktion und die CSU-Landesgruppe gegen Klöckners Gesetzentwurf für eine Tierwohlkennzeichnung ausgesprochen. Sie kritisierten vor allem die Freiwilligkeit der Kennzeichnung. Klöckner wies darauf hin, dass die Kriterien fürs Label gemeinsam mit den Regierungsparteien ausgearbeitet worden seien. „Nun wird blockiert unter einem Vorwand, der am Ende zu Lasten der Tiere geht.“ Wer ein national verpflichtendes Tierwohllabel fordere, der spiele aber nicht nur auf Zeit, „der nimmt das Scheitern bewusst in Kauf“, so Klöckner.

Agrarstaatssekretär Hermann Onko Aeikens sagte der „NOZ“, die SPD-Bundestagsfraktion sei zuletzt nicht auf Gesprächsangebote eingegangen und habe keine eigenen Terminvorschläge gemacht. Trotz alledem liege das Ministerium beim Tierwohllabel im Zeitplan. „Es wird im kommenden Tagen eine Kommunikation geben“, so Aeikens.

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Derweil droht dem Label ein Bio-Boykott. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Dachverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) sagte der „NOZ“, die Pläne der Regierung seien für die Bio-Branche „überhaupt nicht akzeptabel“. Die Mehrleistung von Öko-Landwirten gehe bei der jetzt geplanten Kennzeichnung unter. Er forderte, dass sich das staatliche Label an der Eier-Kennzeichnung orientieren müsse. Hier werden Bio-Eier mit einer Null ausgewiesen.

Beim staatlichen Label soll Bio-Fleisch in Kategorie 3 einsortiert werden. „Diese Pläne gegen die Bio-Tierhaltung konterkarieren die im Koalitionsvertrag festgehaltene Absicht, den Ökolandbau bis 2030 auf 20 Prozent auszuweiten.“ Den Bio-Landwirten bleibe „ja gar nichts übrig, als sich gegen das Label zu positionieren“, so Prinz zu Löwenstein.

Klöckner gegen Glyphosat-Totalverbot nach österreichischem Vorbild

Die Bundeslandwirtschaftsministerin hat das Glyphosat-Verbot in Österreich kritisiert. „Österreich hat zwar den Vorstoß gemacht, wohlwissend, dass innerhalb der EU bis 2022 Glyphosat aber zugelassen ist. Ein Totalverbot wird rechtliche Klagen nach sich ziehen“, sagte Klöckner der „NOZ“. „Wir arbeiten deshalb in Deutschland an einer schrittweisen Minimierung der Anwendung und an Alternativen, sodass nach Auslaufen der Zulassung in der EU einem Komplettausstieg nichts im Wege steht.“

Mit ihrer Haltung bleibt Klöckner auf Konfrontationskurs zu Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Diese hatte Österreichs Entscheidung, den womöglich krebserregenden Unkrautvernichter zu verbieten, als „Rückenwind“ für ihre Pläne zu einem Glyphosat-Bann in Deutschland bezeichnet. Weil sich Schulze und Klöckner nicht einigen können, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Thema an sich gezogen. Im September wird ein Plan der Regierung für den deutschen Glyphosat-Ausstieg erwartet.

Ernährungsbildung in Schulen soll gestärkt werden

Julia Klöckner reagiert auf Forderungen von Ärzteschaft und Verbraucherschützern nach mehr Gesundheitsförderung und will die Ernährungsbildung in Schulen stärken. „Eine ausgewogene Ernährung gerade unserer Kleinsten ist der Schlüssel für ein gesundes Leben“, sagte Klöckner der „NOZ“. Eine von ihr in Auftrag gegebene Studie habe „Nachholbedarf“ bei Lehrern und Pädagogen offenbart.

Die Wissenschaftler hätten aufgezeigt, „dass die notwendigen ernährungsbezogenen Inhalte nicht in allen Studiengängen vorhanden sind, in der Ausbildung für Erzieher gar nur ein Randthema darstellen und einige Lehrmaterialien fachliche Mängel aufweisen“, sagte Klöckner. Kommenden Freitag will die Ministerin die Ergebnisse der Studie „Ernährungsbezogene Bildungsarbeit in Kitas und Schulen“ offiziell präsentieren.

Das Landwirtschaftsministerium entwickele gemeinsam mit dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) ein Konzept, um die Ernährungsbildung voranzubringen, sagte die CDU-Politikerin. „Ziel ist, dass möglichst viele Kinder hiervon profitieren, sich Kompetenzen aneignen und gesünder aufwachsen.“ Parallel werde „im Austausch mit den Ländern“ an Wegen gearbeitet, „wie Ernährungsbildung verstärkt in die Ausbildung, ins Studium und in Fortbildungen untergebracht werden kann“, so Klöckner weiter.

Übergewicht werde häufig ein Leben lang mit sich getragen, von Kindesbeinen an, erläuterte die Ministerin. „Die Vermittlung von Ernährungswissen zu Hause, aber eben auch in der Kita oder Grundschule durch Erzieher und Lehrkräfte ist daher entscheidend.“

Die aktuellen Zahlen gäben Anlass zur Besorgnis: In Deutschland seien über 15 Prozent der drei bis 17-Jährigen übergewichtig – etwa ein Drittel davon sogar fettleibig. Das begünstige Herz-Kreislauferkrankungen oder auch Diabetes.

 

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2 KOMMENTARE

  1. Was hat denn ein Lehrer mit gesunder Ernährung zu tun, das ist eigentlich Aufgabe der Schutzbefohlenen und da die nichts gelernt haben, können sie auch nicht kochen und dafür werden die küchen im prachtvoller um dieses Minus nach außen zu kompensieren und wer ein guter Beobachter ist, kann das schon im persönlichen Umfeld erkennen und nun soll sie mal die angekündigte Baumpflanzung von 1 Million Stück selbst umsetzen und dann ist sie beschäftigt und geht uns in dieser Zeit nicht auf die Nüsse, bei soviel Schwachsinn, der da verzapft wird.

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